Medienspektakel ersetzen keine Demokratie
Ist nach der Affäre Wulff unsere Demokratie in Unordnung geraten? Ersetzen zukünftig Medienspektakel die Demokratie? Nach dem Rücktritt von Christian Wulff und der Nominierung von Joachim Gauck beschleicht immer mehr Menschen in unserer Heimat ein Gefühl der Unzufriedenheit und Unsicherheit. Wird der baldige Zerfall unserer Demokratie trotz aller krampfhaften und untauglichen Rechtfertigungsversuche noch aufzuhalten sein? Auch noch so intensive Medienspektakel ersetzen weder eine funktionierende Demokratie noch eine gesunde Volkswirtschaft. Schon heute ist erkennbar, dass viele von den Medien hochgejubelte Hoffnungsträger für zukünftige Aufgaben der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erneuerung unserer Heimat völlig ungeeignet erscheinen. Die Nominierung von Joachim Gauck als Röslers Sieg zu feiern ist so ein medialer Ausrutscher [ siehe Süddeutsche Zeitung / Thorsten Denkler ]. Der baldige Zerfall der Demokratie ist zunächst eine rein interne Angelegenheit, wenn da nicht der atlantische Führungsanspruch in der westlichen Welt wäre. Noch klammern sich die Mächtigen in Berlin, München, Hamburg, Dresden, Stuttgart oder Düsseldorf an die obsolete Vorstellung von Allmachtsphantasien und hoffen auf die loyale Unterstützung der atlantischen Netzwerke in Westeuropa.
Möglicherweise verdrängt man in der Atlantik - Brücke Deutschland den europaweit wahrnehmbaren Dekolonisationsprozeß. Die Menschen in Deutschland möchten nicht wie der einundfünfzigste Bundesstaat der USA behandelt werden.
Germany 51
[ Germany five one / Deutschland fünf eins ]
ist nicht das Ziel der Mehrheit unserer Bevölkerung. Auch
France 52
[ France five two / Frankreich fünf eins ]
ist keinesfalls der Traum der Mehrheit in Frankreich. Vermutlich ist sich der willfährige Atlantiker - Chef >Friedrich Merz< gar nicht darüber im Klaren, dass die quälenden Jahre der Atlantik - Netzwerke - Dominanz aufweichen, abbröckeln und zunehmend an Durchschlagskraft verlieren.
Das Zuschachern finanzieller Vorteile, die Ämtermauscheleien sowie das gezielte Fertigmachen von Outsidern [ Nicht - Netzwerkern ] werden seit der Affäre - Wulff als dem Grunde nach als volksschädlich entlarvt. Das Phantasiegebilde eines Imperium Americanum hat die Stabilität verloren. Alle deutschen Atlantiker und besonders die sogenannten YOUNG LEADER stehen also vor die Gewissensfrage:
Deutscher oder nicht Deutscher?
Wir leben in einem freien Europa. Wem es hier nicht gefällt - „DER“ kann sich ein neues Nest auf der ganzen Welt suchen. Die USA bieten sich zurzeit weniger an, weil dort die Finanzeliten quasi auf gepackten Koffern sitzen. Russland wird freidenkenden Menschen „so“ richtig nicht liegen und in China ist man genau wie in Japan selbst nach Jahrzehnte langem Aufenthalt ein Fremder. Japaner bezeichnen Ausländer stets als Gaikokujin oder etwas weniger höflich als Gaijin.
Nach der Wulff - Affäre gingen viele Menschen in unserer Heimat davon aus, dass sich die deutschen Atlantiker nicht noch mehr gravierendes Fehlverhalten erlauben können. Denn Vorteilsnahme; Vorteilsgewährung, Korruption und soziale Ausgrenzung haben ohnehin die bewährte Gesellschaftsordnung in unserer Heimat schwer beschädigt. Doch mit der gleicher Arroganz und Ignoranz gegenüber den realen Verhältnissen in unserem Land, verfolgen die Atlantiker mit Dilettantismus die Bewältigung der anstehenden Schicksalsfragen. Werte, Moral und das Verantwortungsgefühl gegenüber der deutschen Bevölkerung geraten dadurch ins Hintertreffen und werden durch inhaltslose Heilsmeldungen in den Medien überblendet.
Die von den Mächtigen in Berlin jahrelang überschwänglich angepriesene Globalisierung wurde zum spekulativen Vabanquespiel und bringt unsere Demokratie in völlige Unordnung.
Spätestens zur Wahl des Bundespräsidenten schlägt die Stunde der Wahrheit.
Alle Untersuchungen weisen darauf hin, dass man sich in Berlin überschätzt hat, die anhaltenden Probleme in den Griff zu bekommen. Das geänderte Weltbild der Menschen in unserer Heimat wird zum tiefgreifenden Wandel führen, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gehen wird.
Die unsägliche Epoche der atlantischen Dominanz findet dann ein unrühmliches Ende. Spätestens wenn alle Netzwerke offengelegt werden, volksschädliche Seilschaften erkennbar sind und Vorteilsnehmer reihenweise entlarvt werden, wird selbst den Gutgläubigen sonnenklar, dass die noch anhaltenden Medienspektakel keine echte Demokratie ersetzen. Der lang gehegte stille Wunsch des Volkes
fiat iustitia
[ Es werde Gerechtigkeit ]
kommt womöglich dann zum Tragen.
