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Immer mehr Insolvenzen

rss von pt-magazin.de - vor 7 Stunden 49 Minuten
(Atradius) Nach zwei Jahren rückläufiger Insolvenzzahlen in Deutschland rechnet der internationale Kreditversicherer Atradius für 2012 wieder mit einem Anstieg der Firmenzusammenbrüche von 5 Prozent. „Grund für die Trendumkehr ist die anhaltende Krise der Eurozone, die wesentlich zur Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums beigetragen hat“, so Michael Karrenberg, Leiter Risikomanagement bei Atradius in Köln. Einen entsprechenden Dämpfer erwarten die Experten denn auch für das deutsche BIP, das nach einem Anstieg von 3 und 3,6 Prozent in den vergangenen Jahren 2012 voraussichtlich nur noch um 0,7 Prozent wachsen wird. Südeuropa besonders getroffen Während Deutschland insgesamt trotz der erschwerten Rahmenbedingungen weiter von seiner guten Wettbewerbsposition und dem starken Export in Länder außerhalb der EU profitiert, rechnet Atradius mit einem deutlich markanteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im von der Schuldenkrise unmittelbar betroffenen Südeuropa. Demnach wird die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Griechenland 2012 um weitere 15 Prozent zunehmen, nachdem sie bereits in den Vorjahren um 30 bzw. 40 Prozent (2009) in die Höhe geschnellt war. Weiterhin zweistellige Zuwachsraten prognostizieren die Risikoexperten auch für Italien. Hier wird sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2012 voraussichtlich um 10 Prozent erhöhen. Rückläufige Insolvenzzahlen erwartet Atradius neben Australien und Dänemark nur für die USA. Diese bleiben hier allerdings auf weiterhin hohem Niveau.
Bessere Aussichten für 2013
Für 2013 erwartet Atradius ein deutlicheres Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung von 1,6 Prozent und eine Stabilisierung der Insolvenzzahlen. Die Eurozone werde frühestens Ende 2013 ihr Vorkrisenniveau erreichen. Länder wie Italien oder Portugal benötigen jedoch nach Ansicht der Experten mindestens zehn Jahre, um wieder an die alte Wirtschaftsleistung anzuknüpfen.
Risiko Ölpreis
Neben einer möglichen Eskalation der Eurokrise stellt die Entwicklung des Ölpreises ein beträchtliches Risiko für das weitere Wachstum der Weltwirtschaft dar. Vor allem die anhaltenden Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika haben bereits für hohe Ölpreise in 2011 gesorgt. Und die aktuellen Spannungen im Hinblick auf das iranische Atomprogramm, aber auch in Syrien und dem Sudan führten zu weiteren Kapazitätsverknappungen. „Sollte es zu einem starken Anstieg des ohnehin schon hohen Ölpreises kommen, würde dies die
Einzelhandelspreise in die Höhe treiben und den Konsum damit weltweit bremsen“, so Karrenberg.

Türkei als wirtschaftliches Vorbild

rss von pt-magazin.de - vor 11 Stunden 49 Minuten
Während des Wirtschaftswunders waren sie billige Arbeiter, später die netten Döner- und Obst-Händler. Die Nachkommen der Gastarbeiter haben sich jedoch inzwischen zu wichtigen Fachkräften entwickelt. Ihr kulturelles Wissen macht sie wertvoll, denn aus wirtschaftlichen Beziehungen mit der Türkei kann Deutschland nur profitieren. Seriöser Handelspartner Der Vorsitzende des Verbands Türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa (ATIAD) Recep Keskin erklärt auf www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de, dass in seinem Land eine andere Wirtschaft-Mentalität herrsche. Geschäftspartner zahlen sofort und nicht auf Pump. Deshalb sei die Verschuldung nicht auf dem Niveau wie in Europa. Die Türkei habe sich unter Erdogan zu einem seriösen Handelspartner entwickelt und erfreue sich vieler Investitionen. Deshalb muss Deutschland seine türkischen Fachkräfte halten. Die wandern nämlich aus, anstatt Deutschland zu helfen, an der ökonomischen Stärke ihres Heimatlandes zu profitieren.

Unternehmen im Wandel

rss von pt-magazin.de - vor 13 Stunden 49 Minuten
(Fraunhofer) Im Projekt DyWaMed hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI erstmals anhand einer Befragung bei mehr als 200 Hightech-Unternehmen empirisch erfasst, wie Wandlungsfähigkeitspotenziale gemessen werden können und welche Maßnahmen geeignet sind, die Wandlungsfähigkeit der Betriebe nachhaltig zu steigern. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst und stehen zudem in Form eines Online-Benchmarking-Tools zur Verfügung. Geplante Flexibilität ist teuer Produktionssysteme werden heute weitgehend unter dem Eindruck wachsender und sich rasch verändernder Kundenanforderungen an Menge, Qualität und Lieferfähigkeit geplant. Diese sind zwar in den gegebenen Spielräumen kurzfristig sehr flexibel, dafür aber häufig sehr fix-kostenintensiv und nur unter hohem Aufwand langfristig anpassbar. Spätestens in der Finanzkrise hat sich gezeigt, dass diese "geplante Flexibilität" nicht nur teuer ist, sondern gerade bei wirtschaftlichen Turbulenzen nicht ausreicht. Statt nur Flexibilitätsspielräume für gegebene Strukturen auf Verdacht vorzuhalten, müssen Unternehmen also ebenso die Fähigkeit entwickeln, sich strukturell aufwandsarm und rasch an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen – also Wandlungsfähigkeit aufbauen. Doch auch die Ausstattung mit einem geeigneten Wandlungsfähigkeitspotenzial ist nicht kostenlos zu haben und setzt stets einen gewissen Grad an Flexibilität voraus. Model zur Messung entwickelt Um das richtige Verhältnis von kurzfristig einsetzbarer Flexibilität und langfristig benötigter Wandlungsfähigkeit zu finden, braucht es geeignete Methoden und eine ausreichende Datengrundlage zur Einschätzung der eigenen Position und Potenziale. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt hat das Fraunhofer ISI ein Modell entwickelt, das die Messung der Wandlungsfähigkeit anhand konkreter strategischer Zielgrößen wie Volumen, Variantenzahl oder der Durchlaufzeit der Produkte ermöglicht. Dazu wurden 210 Betriebe der Medizin-, Mess-, Steuerungs-, Regelungstechnik und Optik zu ihren aktuellen Wandlungsfähigkeitspotenzialen ausführlich telefonisch befragt sowie die von ihnen in diesem Rahmen eingesetzten technischen und organisatorischen Befähiger-Konzepte erfasst. "Damit wird erstmalig eine empirische Datenbasis zur Messung der Wandlungsfähigkeitspotenziale produzierender Unternehmen zur Verfügung gestellt, deren Ergebnisse auch für andere Branchen interessante Einschätzungen erlauben", erklärt Projektleiter Oliver Kleine.
Die Broschüre "Wandlungsfähigkeit messen und benchmarken" kann unter http://www.dywamed.de/dywamed/inhalte/projekt/veroeffentlichungen.php kostenfrei heruntergeladen werden.

Deindustrialisierung durch Energiewende?

rss von pt-magazin.de - vor 14 Stunden 49 Minuten
Hannelore Kraft hat am Sonntag die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gegen Norbert Röttgen gewonnen. Die Energiewende war dabei nicht das bestimmende Wahlkampfthema. Schließlich sind inzwischen alle Parteien für Erneuerbare- und gegen Atom-Energie. Dabei ist genau das Thema Energie im Industriestandort NRW von höchster Bedeutung. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist Deutschlands größter Energieverbraucher. Allen voran Deutschlands größter Aluminiumproduzent, die TRIMET AG – ausgezeichnet mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ 2011. Nur ein Cent mehr ist fatal RP Online berichtet, dass das mittelständische Unternehmen so viel Strom, wie eine Stadt mit 500.000 Einwohnern verbraucht, um seine 360 Schmelzöfen zu befeuern. Das kostet jährlich 250 Millionen Euro. Zum Vergleich: TRIMET hat 2011 23,7 Millionen Euro verdient. Würde der Energiepreis auch nur um einen Cent steigen, würden die Einnahmen die Energiekosten schon nicht mehr decken. 800 Mitarbeiter würden arbeitslos.

Die Strompreise hierzulande gehören zu den höchsten in Europa. Mit der Energiewende wird ein Anstieg der Preise erwartet. Die Branche hofft zwar, dass mit dem Ausbau der Netze und dem damit steigendem Bedarf an Aluminium das Geschäft gestärkt wird, doch die Konkurrenz aus Nachbarländern und China bietet die Produkte deutlich günstiger an.

Die unbequeme Wahrheit über Röttgens Abgang

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 23:27

Norbert Röttgens Rauswurf ist nicht allein seine „Schuld“. Es ist die Spätfolge eines weit schwereren Fehlers. Und zwar von Angela Merkel: Der systematischen Demontage des Koalitionspartners FDP.

Gerade ein Jahr ist es her, dass FORSA-Chef Manfred Güllner im Stern dies als schweren strategischen Fehler bezeichnete: „Die Union muss daran interessiert sein, in der FDP einen starken Partner zu haben. Zu glauben, man habe doch mit den Grünen eine Alternative wäre leichtfertig und verfrüht.“ Genau das ist jetzt passiert. Normalerweise kann der kleine Partner einer Koalition enttäuschte Wähler des anderen auffangen. Dieser Austausch fand nicht mehr statt, als die FDP öffentlich solange düpiert wurde, bis Westerwelle als Vorsitzender einknickte. Peter Hahne hat es damals so formuliert: „Wenn Westerwelle übers Wasser ginge, würden seine Kritiker schreiben: Schwimmen kann er auch nicht.“

Die FDP hätte damals eine Chance gehabt, wenn die Kanzlerin deutlich zu ihrem Partner gestanden hätte oder wenn die FDP gesagt hätte: „So nicht!“ Sie hätte die Koalition notfalls platzen lassen müssen. Das hätte zwar die Regierungsbeteiligung gekostet, aber Wählerstimmen gerettet. Es wäre als Standhaftigkeit, als Zuverlässigkeit interpretiert worden.

Sogar auf der heutigen Titelseite der Zeit ist der generelle Linksruck in Deutschland keine Meinung mehr, sondern unbestrittene Tatsache. Konservative Stammwähler sind schwer enttäuscht und befürchten schon die Fusion zur neuen Grünsozialunions-Einheitspartei S E D - So Endet Deutschland -. Die Maillisten und Internetforen sind voll von Verärgerung über die Torpedierung der Sozialen Marktwirtschaft durch zwangswirtschaftliche Verordnung unwirtschaftlicher Stromerzeugungsmethoden.

Besonders dramatisch ist die Situation der CDU in Nordrhein-Westfalen. Der frühere Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann gilt als „ungehobelter Klotz“, der frühere Integrationsminister Armin Laschet gilt als „Weichei“ und Muslimenfreund. Blitzumfragen haben die CDU in NRW bereits bei 23% verortet. Es gibt "kein CDU-Profil mehr, sondern nur noch grünes und sozialdemokratisches Wischiwaschi“ werden Mitglieder in der „Welt“ zitiert.

Glaubt wirklich jemand allen Ernstes, die Kanzlerin hätte mit ihrem Umweltminister, der als Muttis Klügster für die Politkarriere im Jahr 2007 die stressfreiere und besser bezahlte Tätigkeit als Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ablehnte, nicht über die Möglichkeit der Wahlniederlage gesprochen? Ausgerechnet die Kanzlerin, die instinktsichere und coole Machtpolitikerin soll sich nicht vorher Gedanken gemacht haben? Glaubt jemand wirklich, dass sie von Röttgen verlangt hätte, als Oppositionsführer nach NRW zu gehen, wo sie den mediensicheren und loyalen Röttgen doch in Berlin brauchte?

Nein. Die Absprache war: Verliert Röttgen, darf er in Berlin bleiben. Er war schließlich nach Trittin und Gabriel der beste Umweltminister, den sich Merkel auf dem Weg zur schwarzgrünen Zukunft vorstellen konnte. Nur deshalb wurde er NRW-Spitzenkandidat. Er konnte das aber nicht öffentlich sagen, ohne die NRW-Wähler zu frustrieren. Alle wussten es. Keiner, der es wusste, sagte es. Jetzt wissen es alle besser. Jetzt braucht die Partei wieder einmal ein Bauernopfer. Diesmal trifft es Norbert. In der Hoffnung auf eine spätere Rehabilitation und eine 2. Chance wird er still halten. CDU-Vize ist er ja noch.

Schmerzmedizin wird endlich Pflichtfach im Medizinstudium

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 17:16
Am 11. Mai 2012 stimmte der Bundesrat der Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte zu. Diese Änderung führt dazu, dass angehende Ärzte bereits im Studium Diagnostik, Therapie und Prävention chronischer Schmerzen lernen. »Die Schmerzmedizin ist nunmehr Querschnittsfach im Medizinstudium, gehört also damit zu den Pflichtfächern, die im Staatsexamen geprüft werden«, erklärt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1984 hat sich die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie für eine bessere Ausbildung der Ärzte auf dem Gebiet der Schmerzmedizin eingesetzt. »Bei allen Bundes-Gesundheitsministern seit 1984 und deren jeweiligen Staatssekretären sowie bei den Mitgliedern der Gesundheitsausschüsse sind wir immer wieder vorstellig geworden, um die Bedeutung der Schmerzmedizin für betroffene Menschen sowie unser Gesundheits- und Sozialsystem zu erläutern«, sagt Dr. Müller-Schwefe. »So belasten alleine Rückenschmerzen die Sozialsysteme jährlich mit 48,5 Milliarden Euro.«

Zwar seien die Forderungen der Schmerzmediziner zumeist auf Verständnis gestoßen, berichtet der DGS-Präsident rückblickend, doch politisch blieben die Einsichten bislang folgenlos. »Die modernen Konzepte der Schmerzmedizin waren zwar vorhanden«, so Müller-Schwefe, »aber dies änderte nichts daran, dass betroffene Patienten zumeist Ärzten gegenüber standen, die nie gelernt hatten, chronische Schmerzen zu diagnostizieren und zu behandeln, geschweige denn, der verhängnisvollen Chronifizierung von Schmerzen vorzubeugen.«

Die neue Approbationsordnung, die unter Gesundheitsminister Christian Bahr auf den Weg gebracht wurde, wird dies nun hoffentlich ändern: Angehende Ärztinnen und Ärzte, die sich am Ende ihres Studiums zum zweiten Abschnitt der ärztlichen Prüfung anmelden, müssen ab Oktober 2016 mit einem Leistungsnachweis belegen, dass sie Vorlesungen und Kurse in Schmerzmedizin besucht haben. Für Dr. Müller-Schwefe ist dies ein erster wichtiger Schritt, dem allerdings ein weiterer schnellstmöglich folgen muß. »Es gilt nun, die Schmerzmedizin in das Gesundheitssystem sowie in die Versorgungsstrukturen und in die Bedarfsplanung zu integrieren. Nur so können wir eine adäquate Versorgung der schätzungsweise 15 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen gewährleisten, von denen fünf bis sechs Millionen besonders schwer betroffen sind, weil sich ihr Schmerz verselbstständigt hat und zur chronischen Schmerzkrankheit geworden ist.« Dazu sei es zwingend erforderlich, die Schmerzmedizin als eigenständiges und gleichwertiges Fach mit entsprechenden Lehr- und Weiterbildungsinhalten an den Universitäten auf allen Ebenen der medizinischen Lehre und Forschung zu etablieren. »Es darf nicht sein«, so Müller-Schwefe, »dass die Schmerzmedizin in den verschiedenen medizinischen Fächern überall ein bisschen aber nirgends richtig repräsentiert ist.« Erforderlich sei darum der Facharzt für Schmerzmedizin, »der die komplexen Probleme der Menschen mit chronischer Schmerzkrankheit verstehen und adäquat behandeln kann«, betont der DGS-Präsident.

Dünn durch Schokolade?

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 16:30
(RWI) Die Unstatistik des Monats April ist die Meldung „Schokolade macht dünn“. So oder ähnlich überschrieben verschiedene deutsche Tageszeitungen und Wochenmagazine zur Monatswende Berichte über eine einschlägige Studie der Universität von Kalifornien in San Diego/USA. Darin hatten Forscher eine negative Korrelation zwischen der Häufigkeit des Schokoladenkonsums und dem sogenanten Body-Mass-Index (BMI) entdeckt. „positiv korreliert“ Nun bedeutet aber Korrelation nicht das Gleiche wie Kausalität: Während eine Korrelation lediglich eine Beziehung zwischen Merkmalen beschreibt, handelt es sich bei der Kausalität um einen ursächlichen Zusammenhang, also Ursache und Wirkung. Zwei Merkmale heißen dabei „positiv korreliert“, wenn sie sich mehr oder weniger systematisch in die gleiche Richtung bewegen: Wenn die eine steigt, steigt in der Regel auch die andere, wenn die eine fällt, fällt auch die andere. Ein Beispiel ist das Verhältnis von Körpergröße und Gewicht. Große Menschen wiegen im Allgemeinen mehr als kleine; nicht unbedingt in jedem Einzelfall, aber im großen und ganzen schon. Von negativer Korrelation spricht man dagegen immer dann, wenn hohe Werte des einen Merkmals mit niedrigen des anderen zusammengehen und umgekehrt. So gibt es etwa bei Männern eine hohe negative Korrelation zwischen dem Einkommen und der Zahl der Haare auf dem Kopf: Je weniger Haare, desto mehr Geld. Die dritte Variable im Hintergrund Daraus folgt aber nicht, dass Männer durch Haarausfall ihr Einkommen erhöhen können, also ein kausaler Zusammenhang besteht. Diese negative Korrelation kommt dadurch zustande, dass bei Männern mit wachsendem Alter das Einkommen steigt und die Haare ausfallen. Mit anderen Worten, eine dritte Variable im Hintergrund, das Lebensalter, wirkt ursächlich auf Einkommen und Haare ein. Zwischen den beiden Ausgangsvariablen selbst dagegen ist keinerlei Kausalbezug vorhanden. Zusatzinformationen unterdrückt Ähnlich verhält es sich wohl auch mit Häufigkeit des Schokoladenkonsums und dem Gewicht. Vielleicht belohnen sich manche Menschen für einen Verzicht auf eine Currywurst oder fette Schweinesteaks mit einem kleinen Bissen Schokolade? Auf diese und ähnliche Hintergrundvariablen, die eine solche negative Korrelation erzeugen könnten, weisen die Autoren der Studie durchaus hin. Aber wie bei so vielen wissenschaftlichen Untersuchungen werden diese Zusatzinformationen in der medialen Aufarbeitung unterdrückt.

Sollte es tatsächlich eine Kausalbeziehung geben, wäre die eher in umgekehrter Richtung zu vermuten: dicke Menschen versuchen, Kalorien da zu sparen, wo es ihnen eher leicht fällt, und essen deshalb weniger Schokolade.

Showtitan Gottschalk geht ohne Gram

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 15:24
Thomas Gottschalks große Zeit scheint vorüber. „Gottschalk live“ im ARD-Vorabendprogramm wird am 7. Juni zum letzten Mal gesendet, weil das Format in einem Maße floppte, wie es sich zuvor niemand vorstellen konnte. www.meedia.de berichtet heute über ein Gespräch Gottschalks mit Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo vor 500 Studenten in der Mensa der Humboldt Uni Berlin über seine Zukunft. Entertainer ohne Groll Natürlich hätte der Erfolgsverwöhnte gern erneut Erfolg statt katastrophaler Quoten gehabt. Die Absetzung des Formats macht ihm zu schaffen. Dennoch scheint der Entertainer ohne Groll zu sein. "Ich war der beliebteste Italiener am Ort und habe dann in der Nebenstrasse einen Sushi-Laden aufgemacht." Aber niemand habe das Sushi essen wollen. Gottschalk: "Es gab keine Bereitschaft der Zuschauer, mir in die Todeszone zu folgen." Die "Todeszone" ist der quotenschwache Vorabend in der ARD. "Diese 30 Minuten habe ich mir schöngeredet. … Ich hätte bei den Proben schon merken müssen, dass die Sendung nicht das ist, was ich wollte."

Zu viel Zuneigung zu den Gästen Gottschalk über sich: "Mir fehlt die journalistische Neugier und die Chuzpe, Leute etwas zu fragen, was ich selber nicht gern beantworten würde." Seine Fragetechnik sei zu sehr von der Zuneigung zu seinen Gästen geprägt – er nehme in den Fragen die jeweilige Antwort gerne schon vorweg. Dieses Eingeständnis des beliebtesten Showmasters Deutschlands ist sympathisch. Denn viel zu häufig werden Zuschauer und Leser in Deutschland unter dem Vorwand investigativer Berichterstattung mit Spitzfindigkeiten, Unterstellungen und Gesprächs“fallen“ genervt, die Respekt und menschliche Zuneigung zu den Befragten vermissen lassen.
Eine der negativsten Sternstunden dieses „Journalismus“ war die niederländische öffentlich-rechtliche Boulevard-Sendung „Schakale“ im Jahr 2008, in der Johannes Heesters zu seinem Geburtstag gratuliert werden sollte. Der fast blinde 105-jährige fiel auf eine Satire herein, die er überhaupt nicht verstanden hatte und die vor allem in Deutschland hohe Wellen schlug. Zuerst brachten die Interviewer den greisen Star sichtlich durcheinander.
Hitler war kein guter Kerl Dann erhielt er die Fangfrage, ob Hitler "ein netter Bursche". Irritiert wie er war, bejahte er. Seine Frau Simone Rethel-Heesters will retten, was schon nicht mehr zu retten ist: "Jopie, was redest Du? Das war doch kein guter Kerl, der Hitler!" Darauf der 105-jährige Greis völlig verunsichert in einer Mischung aus Niederländisch und Deutsch: "Nun ja, das war er nicht, aber für mich war er nett." Darauf seine Frau voller Entrüstung, Angst und Zorn: "Hitler war der größte Verbrecher auf der ganzen Welt! Da kannst Du nicht sagen, er war ein feiner Kerl!" Und schließlich Jopie: "Naja, ich darf nicht mehr sagen, dann ist sie böse mit mir."
So was hat zwar weder mit gutem Journalismus noch mit guter Unterhaltung zu tun, doch es zieht Quote und macht die Sendung zum Gespräch. Thomas Gottschalk würde es nie einfallen, seine Gäste, die ihm vertrauen, so „zu schlachten“.
Ruf nicht geschädigt Christian Meier von Meedia ist zuzustimmen, wenn er schreibt: „Dass der ehemalige "Wetten, dass...?"-Moderator nun nicht nur seine Nischen-Show bis zum bitteren Ende durchzieht, sondern sich freimütig auch vielen unangenehmen Fragen stellt, beweist Größe. Aber Gottschalk nennt den Grund für seine zumindest nach außen überzeugende Gelassenheit selber: Sein Vorabend-Intermezzo wird an seinem Ruf langfristig kaum hängenbleiben.“

E-Autos für die Massen

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 14:30
(TUM) Elektrofahrzeuge, angetrieben von Strom aus erneuerbaren Energien, sind eine attraktive Option für die Mobilität im stadtnahen Raum. Doch bisherige Konzepte sind entweder zu schwer und zu teuer oder sie erreichen nicht das im Markt gewünschte Sicherheitsniveau. Im Rahmen des Verbundprojekts Visio.M erarbeiten nun Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) gemeinsam mit Ingenieuren aus der Industrie Konzepte für Elektroautos, die nicht nur effizient und sicher sondern auch preiswert herzustellen sein sollen. Konsortialführer ist die BMW AG. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt hat ein Gesamtvolumen von 10,8 Millionen Euro. Bisher nicht Massenmarktfähig Elektroautos sind leise und verursachen dort wo sie fahren keine Abgase. Daher gelten sie als wichtige Option für die zukünftige individuelle Mobilität im städtischen und stadtnahen Bereich. Doch auf dem Weg zu marktfähigen Elektrofahrzeugen sind noch wesentliche technologische Hürden zu überwinden. Bisherige Elektrokleinfahrzeuge bieten nur eine minimale Fahrzeugsicherheit und sind daher nicht massenmarktfähig. Elektroautos, die von benzinbetriebenen Modellen abgeleitet wurden, sind in der Regel zu schwer und benötigen daher große und teure Batterien. Kleine, effiziente Elektrofahrzeuge Im Verbundprojekt Visio.M des Bundesforschungsministeriums Visio.M erforschen namhafte Unternehmen der deutschen Automobilindustrie zusammen mit Wissenschaftlern der TU München Möglichkeiten, wie kleine, effiziente Elektrofahrzeuge so sicher und preiswert gebaut werden können, dass sie einen nennenswerten Anteil am Massenmarkt erreichen. Das daraus abzuleitende Visionäre Mobilitätskonzept soll ein Fahrzeug sein, das mit einer Leistung von 15 Kilowatt und einem maximalen Leergewicht von 400 Kilogramm (ohne Batterie) die Anforderungen der Zulassungsklasse L7e erfüllt. Augenmerk auf Sicherheit Im Rahmen des Projekts nutzen die Verbundpartner die Basis des von der TU München entwickelten Elektrofahrzeugs MUTE, um Innovationen und neue Technologien für Fahrzeugsicherheit, Antrieb, Energiespeicher und Bedienkonzept auf ihre Umsetzbarkeit unter den Rahmenbedingungen der Großserienproduktion zu erforschen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sicherheitstechnischen Auslegung. Im Visio.M-Fahrzeugkonzept soll trotz minimalem Gewicht ein Sicherheitsniveau realisiert werden, das dem Schutz in gängigen Autos mit Verbrennungsmotor ebenbürtig ist.

Vernetzung für die eigene Karriere

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 12:30
(www.ne-na.de) Die Zeiten, in denen soziale Netzwerke fast ausschließlich für private Zwecke genutzt wurden, sind vorbei. „Längst dienen die Seiten zu einem guten Teil auch der Information, etwa über Produkte und Dienstleistungen oder - immer häufiger - über potenzielle neue Arbeitgeber. Dabei geht es nicht nur um die primären Angaben von Unternehmen, sondern vor allem um die Einschätzungen von anderen Interessenten und Mitarbeitern. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Studentenratgebers Unicum und von Microsoft unter 1.000 Studenten und Hochschulabsolventen“, berichtet das CIO-Magazin. Bewerbungsportale und Online-Netzwerke So nutzen 73 Prozent der Befragten das Internet, um sich über mögliche Arbeitgeber zu informieren. Bewerber suchen auf Plattformen wie Facebook oder Bewertungsportalen gezielt nach Erfahrungsberichten (58 Prozent) und Informationen zum Arbeitsklima (32 Prozent). Die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) vernetzt sich über Online-Netzwerke bereits bei der Arbeitgebersuche aktiv mit den Unternehmen. Rund 20 Prozent der Studierenden bauen über Business-Netzwerke gezielt einen direkten Kontakt zu Personalabteilungen und Unternehmen auf. Dagegen nimmt die Bedeutung klassischer Messen für Rekrutierung und Karrieren deutlich ab.

„Die Umfrage zeige, so Georg Bachmaier, bei Microsoft Deutschland Leiter der Recruiting-Abteilung, wie wichtig das ‚Employer Branding‘ im Internet sei: ‚Unternehmen müssen dabei vor allem glaubwürdig sein‘. Jobbeschreibungen, die nicht zur Realität passten, würden über den Austausch mit anderen schnell als unrealistisch enttarnt und würden sich dementsprechend schnell als ‚negatives Echo im Internet‘ wiederfinden“, so das CIO-Magazin.  

Schwacher Rücklauf bei klassischen Stellenanzeigen

„Auf Stellenanzeigen bekommen wir einen immer schwächeren Rücklauf. Viele Hochqualifizierte spielen zwar mit dem Gedanken, den Job zu wechseln, haben es aber nicht nötig, aktiv Bewerbungen zu schreiben. Dementsprechend verstärken wir bereits länger unsere Suche in sozialen Netzwerken und sprechen dort Kandidaten an“, bestätigt Maximilian Nobis vom IT-Personaldienstleister Harvey Nash den Netz-Trend.

Aber welcher Social Network-Kanal nützt wechselwilligen IT-Profis am meisten? „Xing ist out, Facebook wird zum In-Netzwerk“, prognostizierte die bekannte Karriere-Expertin Svenja Hofert noch vor kurzem. Ihre These: Xing-Mitglieder wollten nicht dauernd von Kontakt-Sammlern angesprochen werden, vor allem, wenn sie keinen neuen Job suchen. Sie würden ins internationalere Linkedin.com wechseln. Oder sie gehen zu Facebook und pflegen dort ihr Vitamin B. Wer allerdings – zumindest hin und wieder – mit dem Gedanken spielt, den Job zu wechseln, der sollte sowohl auf Xing als auch Linkedin bleiben, dort vor allem sein Profil professionell gestalten – und so die Anfragen kanalisieren. „Einfach nur 'neue Herausforderungen' oder 'neue Kontakte' ins Suchfeld schreiben, bringt nichts und den Chef nur auf falsche Gedanken“, sagt Nobis. Für IT-Experten heißt das: Basisarbeit am eigenen Profil. Fachkenntnisse wie Programmiersprachen, Branche, Arbeitsort und ein professionelles Foto sind ein Muss. Die eigenen Aufgabengebiete abseits der technischen Fähigkeiten sollten möglichst konkret beschrieben werden.

Facebook-Timeline als Tippgeber für Stellenanzeigen

Auf Facebook vermischt sich das private mit dem beruflichen Netzwerk immer mehr – auch ein Trend aus dem Vorjahr. Die eigene Facebook-Timeline verwandelt sich nicht nur in einen News-Kanal, sondern auch in einen kleinen Stellenanzeigen-Tippgeber. Headhunter fragen zum Beispiel, ob sie in kleinen „internen“ Gruppen, zum Beispiel Gruppen von befreundeten Angestellten eines Unternehmens, ein Jobangebot posten können. Allerdings trennt sich hier noch schneller die Spreu vom Weizen: „Aufdringlichkeit schätzt niemand in seinem privaten Netzwerk“, sagt Nobis. Umgekehrt müsse sich jeder User gut überlegen, was er auf Facebook veröffentlicht und was nicht.
Das private Netzwerk funktioniert Die eigenen Freunde spielen nicht nur online, sondern generell eine wichtige Rolle, wie eine Studie von Ökonomen aus Mailand und Bonn treffend gezeigt hat. Etwa bei einer Phase der Arbeitslosigkeit: Die Forscher konnten empirisch beweisen, dass mit jedem engen Freund, der beschäftigt war, die Chance stieg, ebenfalls schnell wieder einen Job zu bekommen. Das private Netzwerk funktioniert also. Wer das wieder etwas offener begreift, könne auch hier durchaus ausgewählte Headhunter mit ins Boot holen, wirbt Nobis für die eigene Branche. „Man kann sich zwei, drei Headhunter herauspicken. Allerdings nur, wenn man zu ihnen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat und zum Beispiel weiß, dass der Lebenslauf nur nach Absprache weitergegeben wird. Will man dann wechseln, aktiviert man sein privates Netzwerk plus die Profis.“

Anonymität verboten!

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 10:30
(Volke 2.0) Dies ist die Konsequenz einer aktuellen Entscheidung des Landgerichts Aschaffenburg. Ein Unternehmen, das ein Anzeigenmagazin verlegt, hatte auf einer Internetseite nur die aktuelle Ausgabe zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt und keine weiteren Inhalte angeboten. Die Internetseite selbst enthielt im Gegensatz zu dem abrufbaren Dokument keine Anbieterkennzeichnung. Eine „geschäftsmäßige“ Tätigkeit Nach Ansicht der Richter ist dies ein Wettbewerbsverstoß, da die Vorgaben des § 5 Telemediengesetz nicht eingehalten seien. Diese gesetzliche Regelung setzt für „geschäftsmäßig“ genutzte Internetseiten eine Anbieterkennzeichnung. Nach Ansicht des Gerichts sei bereits durch das Anbieten des Downloads eine „geschäftsmäßige“ Tätigkeit gegeben und daher die Angaben im Rahmen der Anbieterkennzeichnung erforderlich. Für die „geschäftsmäßige Tätigkeit“ sprach ferner die Angabe des Vertriebsleiters des Unternehmens und der E-Mail Anschrift auf der Startseite, über dem dort vorhandenen Zusatz:“ Hier entsteht in Kürze unsere Internetpräsenz“.
Auf den ersten Blick etwas merkwürdig Die Anbieterkennzeichnung in dem zum Download bereitgehalten Dokument ersetzt nach Ansicht der Richter die zwingenden Angaben auf der Internetseite selbst nicht. „Sicherlich erscheint dieses Urteil auf den ersten Blick etwas merkwürdig. Dennoch zeigt es einmal mehr, dass jegliche Darstellung auf Internetseiten dem wirtschaftlichen Vorteil eines Unternehmens dienen kann. Umso wichtiger ist es die rechtlichen Vorgaben strikt einzuhalten, um Abmahnungen zu vermeiden“ so Rolf Albrecht, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Informationstechnologierecht.

Die Zukunft der Liebe

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 8:30
(Zukunftsinstitut) Sex, Liebe und Partnerschaft werden in Zukunft neu definiert. Individuell ausgehandelte Arrangements bestimmen das Zusammenleben und verdrängen zunehmend altmodische Sitten- und Moralvorstellungen. Liebes-Praktiken, die lange als Sittenverfall stigmatisiert wurden, rücken von den Rändern der Gesellschaft in den Mainstream. Das Zukunftsinstitut zeigt im neuen Monatsmagazin Trend-Update, wie wir in Zukunft lieben werden und welche Liebesstile bereits heute ihren festen Bestand in unserer Gesellschaft haben.

„Polyamorie“ – Ein Partner ist nicht genug Die Komplexität in Liebesdingen war noch nie so groß wie heute: Der erotische Kosmos umfasst asexuelle Partnerschaften (ohne Sex) genauso wie polyamore Beziehungen zwischen mehreren Partnern. Letztere legen großen Wert auf Dauerhaftigkeit und grenzen sich dezidiert von hemmungsloser Promiskuität ab. In den USA hat „Polylove“ bereits den Charakter einer Bewegung. Und hierzulande: In einer repräsentativen Umfrage der Zeitschrift Neon gaben Ende 2008 acht Prozent der Befragten zwischen 20 und 35 an, „zurzeit sexuelle Beziehungen mit mehr als einer Person gleichzeitig zu haben“. Die klassische monogame Beziehung stirbt deswegen nicht aus. Doch sie ist längst nur noch eine von vielen Optionen im Zeitalter der pluralisierten Sexstyles.

„Scheduled  Sex“ – Intimität nach Terminkalender
Die individuelle Selbstentfaltung rückt auch in Liebesdingen an die erste Stelle und ist ein Aspekt des gesellschaftlichen Wertewandels. Das erfordert von dem Einzelnen ein ständiges Aushandeln und Ausbalancieren persönlicher Wunschvorstellungen. Die große Herausforderung besteht darin, den Spagat aus „Freiheit voneinander und einer dauerhaften Verpflichtung füreinander“ zu bewältigen. Immer häufiger werden hierfür vertragsähnliche Regelungen vereinbart. Wann, wie, wo und wie oft man Sex haben will, wird schriftlich fixiert. Im Amerikanischen gibt es hierfür den Begriff des „Scheduled Sex“. Die Intimität nach Terminkalender ist eine Antwort auf die zunehmende sexuelle Asymmetrie von Paaren, die unter zeitlichen Stress, hoher Arbeitsbelastung und sonstigen Verpflichtungen leiden.

„Friends with Benefits“ – Freunde können DOCH Sex haben
Die Widrigkeiten des modernen Alltags machen es heutzutage vielen schwer, dauerhafte Beziehungen einzugehen. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche auf Selbstverwirklichung im Erotischen. So entstehen neue, pragmatische Beziehungsmodelle in der Grauzone zwischen Freundschafts- und Liebespaar. „Friends with Benefits“ bezeichnen sich jene, die statt fester Partnerschaft freundschaftliche Vertrautheit mit gelegentlichem Sex pflegen. Noch eine Stufe unverbindlicher ist das „Casual Dating“ – unkomplizierter Gelegenheitssex ohne Verpflichtungen. Die Soziologin Eva Illouz schreibt in ihrem Buch ‚Warum Liebe weh tut’ treffend: „Wir bewegen uns weg von monogamer Liebe und hin zu Partnerschaften mit mehreren Personen, die in beiderseitigem Einverständnis und entlang gewisser moralischer Prinzipien organisiert werden.“

Sex der Zukunft – Pluralismus der Liebesweisen
Das Internet ist ein wesentlicher Motor für die neue Vielfalt der Liebesweisen. Zum einen erhalten kleine Bewegungen eine Öffentlichkeit, die sie wachsen lassen. Zum anderen finden auch Menschen mit ungewöhnlichen Neigungen leichter einen Partner, der diese Neigung teilt. Die expandierenden Dating-Portale im Netz erleichtern das Suchen und Finden entlang verschiedenster Vorlieben wie das Interesse für Rollenspiele, Materialien oder Personenkonstellationen. Der Sex der Zukunft wird experimenteller und von entspanntem Reden darüber begeleitet sein. Solange die sexuellen Arrangements auf Freiwilligkeit beruhen und keine Macht- oder Zwangsverhältnisse ausgenutzt werden, gibt es keinen Grund, die neue Vielfalt der sexuellen Praktiken, Vorlieben und Spielarten nicht als kulturelle Bereicherung zu interpretieren und auch offen auszuleben. Bahnbrechend war beispielsweise, dass Geständnis von Klaus Wowereit noch vor seiner Wahl zum Regierenden Bürgermeister Berlins im Jahr 2001. Er bekannte sich öffentlich zu seiner Homosexualität. Sein Satz: "Ich bin schwul - und das ist gut so" wurde zum geflügelten Wort und war Anstoß einer ganzen Reihe von öffentlichen Bekenntnissen.

Günstige Einspeisenetze möglich

rss von pt-magazin.de - 16. Mai 2012 - 7:30
(BWE) Der mangelnde Netzausbau erweist sich zunehmend als Flaschenhals für die Energiewende. Während die Technologie der Erneuerbaren Energien immer besser und effizienter wird, hinkt der Netzausbau seit Jahren hinterher. Wie drängend das Problem ist, zeigt die steigende Abschaltung von Windenergieanlagen. Hier besteht zügiger Handlungsbedarf. Dabei müssen neben einer Beschleunigung des vorgesehenen Netzausbaus auch alternative Modelle und Technologien auf ihr Potenzial hin untersucht werden. Kosten des Netzausbaus reduziert Aus diesem Grund hat der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)  das Beratungsunternehmen Ecofys mit einer Kurzstudie zu den technischen Rahmenbedingungen von Einspeisenetzen beauftragt. Bei Einspeisenetzen handelt es sich um eine direkte Verbindung zwischen einem oder mehreren Windparks zum Übertragungsnetz. Damit wird das Verteilernetz (110 kV), an dem gegenwärtig die meisten Windenergieanlagen angeschlossen sind und bei dem massiver Ausbaubedarf besteht, ergänzt. Da keine Verbraucher an dieses Netz angeschlossen sind, kann auf das sogenannte (n-1)-Kriterium verzichtet werden. Letzteres gewährleistet für Verbraucher, dass bei Ausfall eines Teiles des Netzes ein anderer Teil die gleiche Kapazität aufnehmen kann. Durch den Verzicht auf das (n-1)-Kriterium bei Einspeisenetzen werden die Kosten des Netzausbaus für die Verbraucher erheblich reduziert.
Erdkabel für Akzeptanz der Bürger „Die Studie zeigt, dass die Windbranche selbst Einspeisenetze realisieren und betreiben kann.  Durch den Wegfall des (n-1)-Kriteriums können wir das Einspeisenetz schnell und kostengünstig umsetzen. Zur Finanzierung der Einspeisenetze sollte jetzt ein Modell vergleichbar mit dem Netzentgelt entwickelt werden“, erörterte BWE-Präsident Hermann Albers in Hannover.
Laut Ecofys-Studie kann mit einem Einspeisenetz eine Kapazität von bis zu 1500 Megawatt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen werden. Das entspricht bis zu 500 Windenergieanlagen der Drei-Megawatt-Klasse. „Dabei kommen vor allen Dingen Erdkabel zum Einsatz, die für Akzeptanz bei der Bevölkerung sorgen. Das beschleunigt den Netzausbau und damit die Energiewende. Klar ist aber auch, dass der Bau von Einspeisenetzen nur ein Mosaikstein im Gesamtbild Energiewende ist“, so Albers.

Auch Muhammad Yunus kritisiert westlichen Sozialstaat

rss von pt-magazin.de - 15. Mai 2012 - 18:45
(ots, eig.Ber.) - Im Jahr 2006 wurde Muhammad Yunus für seinen Einsatz zur Bekämpfung der Armut mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er hat mit dem Modell der Mikrokredite in Bangladesch Millionen Menschen aus bitterster armut geholt. In einem Interview mit dem "Generalanzeiger" kritisiert er jüngts das westliche Modell des Sozialstaats. Staatliche Leistungen könnten zwar Menschen in Notlagen vorübergehend helfen. Langfristig müssten jedoch auch in den Industriestaaten mehr arme Menschen dazu befähigt werden, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Auch hier sei das von Yunus entwickelte Instrument der Mikrokredite, bei denen kleine Beträge für eine Existenzgründung verliehen werden, umsetzbar. Im Kampf gegen die Armut befürchtet Yunus derzeit Rückschläge durch die Schuldenkrise. Yunus greift damit auch in die Diskussion um ein "bedinungsloses Grundeinkommen" ein, das Kritiker als "Rente ab Geburt" glossieren. Ausgerechnet in einem Land wie Deutschland, in dem es aus der Sicht der meisten Länder dieser Welt seit langem überhaupt keine (absolute) Armut mehr gibt, ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen zu wollen, ist aus der Sicht eines armen Inders zumindest unverfroren. Der Gründer und ehemalige CEO der Grameen Bank avancierte zum "Heiligen der Finanzwelt". In seiner Heimat steht der 71-jährige seit einigen Jahren in herber Kritik. Er wurde wegen Verleumdung angeklagt und aus seinen Ämtern gejagt. Seine Idee wird heute von Dritten missbraucht und er steht in Gefahr, alles zu verlieren, was er aufgebaut hat.

Kardinal Meisner kritisiert Katholikentage

rss von pt-magazin.de - 15. Mai 2012 - 18:30
Bonn (ots) - KÖLN. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat seine Kritik an Katholikentagen zum wiederholten Male bekräftigt. In einem Interview der "Kölnischen Rundschau" und des Bonner "General-Anzeigers" sagte er: "Katholikentage sind nicht mehr das, was sie mal waren." Es fehle "die katholische Mitte, bei der man die Verbundenheit und Einheit von Papst, Bischof, Priestern und dem Volk Gottes spürt." Der Katholikentag, der heute in Mannheim beginnt, steht unter dem Motto: "Einen neuen Aufbruch wagen". Meisner dazu: "Nicht die Kirche, die Gläubigen müssen aufbrechen. (...) Die Kirche muss sich wieder an die Straßen stellen. (...) Was hindert junge Christen daran, in die Fußgängerzonen zu gehen und die Bibel zu verschenken? Es muss eine Lust sein, katholisch zu sein." Meisner warnte vor einer Entprofilierung der Kirche. "Die Kirche und ihre Einrichtungen müssen ein klares Profil zeigen.( ...) Wir können ihre Sendung nicht dadurch bewahren, dass wir die Inhalte etwas billiger machen." Meisner weiter: "Im Haus muss drin stecken, was über der Tür steht. Wenn katholisch draufsteht, muss der Inhalt entsprechend sein." Der Kölner Kardinal kritisierte die fehlende Glaubensfreiheit in der Türkei. Deshalb sei seine Freude über die neue große Moschee in Köln "sehr getrübt". Nachdrücklich sprach sich Meisner in dem Interview für die soziale Marktwirtschaft aus. "Das wichtigste Wort ,sozial´ ist dreimal zu unterstreichen". Er unterstützte auch den Plan eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen.

Die Fünf-Sterne-Hotel-Klinik

rss von pt-magazin.de - 15. Mai 2012 - 16:30
(Reader's Digest) Niemand geht gerne ins Krankenhaus, dennoch möchte jeder dort fachmännisch behandelt und freundlich betreut werden. Wie aber erleben Krankenschwestern und Krankenpfleger täglich die Patienten? Das Magazin Reader’s Digest hat nachgefragt und veröffentlicht in seiner Mai-Ausgabe zahlreiche Erlebnisse, Ärgernisse und Geheimnisse des medizinischen Personals. Dabei zeigt sich, dass der medizinische Alltag so gar nichts mit den Szenen aus den Krankenhausserien im Fernsehen zu tun hat.
Immer weniger Personal, immer mehr Aufgaben Vor allem die Arbeitsbelastung nimmt ständig zu. „Weniger Personal, weniger Zeit, mehr Keime. Im Operationssaal kommt es auch auf kurze Wechselzeiten an“, schreibt ein Pfleger aus Berlin und räumt ein: „Eine vernünftige Zwischenreinigung und vor allem das Abwarten der Einwirkzeit des Desinfektionsmittels wird oft vernachlässigt. Man fährt schon den nächsten Patienten in den OP, obwohl der Boden noch nass ist.“ Zwei Krankenschwestern bestätigen das. „Immer weniger Personal, immer mehr Aufgaben. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir mal gestresst sind“, berichtet eine Pflegerin aus Hamburg. Und eine Kollegin fügt dazu: „Wir Schwestern sind gehalten, die Ärzte immer wieder daran zu erinnern, dass die Liegezeiten nicht zu lang werden.“ Vor diesem Hintergrund macht sich unter den Schwestern durchaus auch mal Sarkasmus breit: „Böse gesagt: Ein beatmeter, künstlich ernährter Patient ist ein guter Patient. Der ist still und macht kaum Arbeit“, so eine Krankenschwester, die seit vielen Jahren in München auf einer Intensivstation arbeitet.
Jammern ist okay, aber bitte nicht die ganze Zeit Wer ins Krankenhaus muss, darf zwar eine umfassende Betreuung erwarten, sollte sich aber dennoch im Klaren darüber sein, dass er nicht der Einzige ist, um den sich die Schwestern und Pfleger kümmern müssen. „Es gibt Patienten, die verwechseln das Krankenhaus mit einem Fünf-Sterne-Hotel“, merkt ein Pfleger aus Berlin an. Eine Krankenschwester aus Niedersachsen sieht das ähnlich: „Patienten, die hereinkommen, großspurig auftreten und sagen: ‚Ich bin privat’, mag ich gar nicht.“ Und eine ihrer Kolleginnen aus Hamburg mahnt: „Jammern ist okay, Sie sind krank und deshalb bei uns. Aber bitte nicht die ganze Zeit – wie soll ich sonst wissen, wann es ihnen wirklich schlecht geht?“
Eine Klinik ist kein Ausflugslokal Eine Schwester aus München berichtet über ein anderes Ärgernis mit Patienten, das leicht vermeidbar wäre: „Man gewöhnt sich an alles. Ekel gehört dazu. Wer einen Herzinfarkt erleidet, hat seine Ausscheidungen oft nicht unter Kontrolle. Daraus mache ich niemandem einen Vorwurf. Schlimmer finde ich, wenn jemand ungewaschen, mit ungeputzten Zähnen und in schmutziger Wäsche zur Untersuchung kommt.“ Auch die Anwesenheit von Angehörigen kann für das Klinikpersonal durchaus zur Last werden. „Wenn fünf, sechs Familienmitglieder zu Besuch kommen, die Patienten stundenlang umlagern und dann noch einen Picknickkorb mit geruchsintensiven Leckereien mitbringen – da krieg ich zu viel. Eine Klinik ist kein Ausflugslokal“, bemerkt eine Schwester, die in Berlin in der Geburtsmedizin arbeitet. Viele Schwestern und Krankenpfleger empfinden es ähnlich nervig, wenn Familienmitglieder meinen, sie wüssten alles besser: „Angehörige, die ständig an unserer Kompetenz zweifeln, finde ich ärgerlich. Viele rufen mehrmals am Tag im Stationszimmer an und kritisieren die Pflege. Wir tun wirklich unser Bestes, aber Sie rauben uns mit ihren Nervereien die Zeit, es auch zu machen“, sagt eine Betroffene aus Berlin.
14 Prozent der Pflegevollzeitstellen abgebaut Das größte Ärgernis bleibt aber ohne Zweifel die Arbeitsbelastung. Nach Berechnungen des Deutschen Berufsverbandes der Pflegeberufe wurde zwischen 1996 und 2008 in den deutschen Krankenhäusern rund 14 Prozent der Pflegevollzeitstellen abgebaut. Die Zahl der behandelten Patienten stieg im nahezu selben Zeitraum aber um zwölf Prozent. Immer wieder müssen die Pfleger dabei auch Aufgaben von Ärzten übernehmen. „Oft fehlen uns Anästhesisten im, OP. Dann werden selbstständige Anästhesisten zeitweise eingestellt. Bei manchen muss man als Pflegepersonal die Aufsicht übernehmen, weil sie sich nicht auskennen – oder man den Eindruck gewinnt, ihnen fehle die Qualifikation“, erzählt ein Pfleger aus Berlin. Persönliche Worte sind schöner als kleine Geschenke Dass die tägliche Belastung nicht ohne Folgen bleibt, beweist die Statistik: Im Schnitt geben Pfleger und Schwestern ihren Beruf nach etwa 14 Jahren auf. Da verwundert es nicht, dass sie ein Lob oder einen Dank für Ihren Einsatz besonders gerne registrieren. „Ich freue mich, wenn Patienten unsere Arbeit honorieren und sich auch mal mit einem Brief oder einer Karte bedanken“, sagt eine Schwester aus Berlin. „Persönliche Worte sind oft noch schöner als kleine Geschenke“, meint eine andere Krankenschwester aus Hamburg.

Konjunktur im ersten Quartal 2012

rss von pt-magazin.de - 15. Mai 2012 - 14:30
(IHK) Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft liegt stabil auf hohem Niveau. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK), in den die Einschätzungen der Unternehmen im Süden Sachsen-Anhalts zu ihrer aktuellen Lage und Geschäftserwartungen eingehen, steigt von 11,8 Punkten im vierten Quartal 2011 auf aktuell 22,2 Punkte. Damit liegt der Index sogar leicht über dem hohen Niveau des ersten Quartals des Vorjahres. Dies trifft auch auf die wichtigsten anderen Teilindikatoren zu. Positiv zu werten ist auch die dynamische Entwicklung der Investitionspläne. Pessimismus ist verflogen „Die aktuelle Stimmungsaufhellung enthält zwar auch saisonale Elemente, ist aber vor allem deshalb erfreulich, weil sie auf einem ziemlich hohen Niveau stattfindet. Auch die große Kluft zwischen sehr guter Lage und weniger guten Erwartungen verringert sich etwas. Der Pessimismus ist weitgehend verflogen“, fasst Dr. Christof Wockenfuß, Leiter Standortpolitik der IHK, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Zwar habe sich an den bestehenden Konjunkturrisiken nichts grundsätzlich geändert. Die Unternehmen würden aber die unmittelbaren Auswirkungen auf ihr eigenes Geschäft als nicht allzu bedrohlich einschätzen: „Natürlich drückt die Staatsschuldenkrise im Euroraum weiter auf die Stimmung. Andererseits sind die Unternehmen wettbewerbsfähig und wissen das auch. Sie lassen sich nicht von jedem Kursausschlag an den Finanzmärkten verrückt machen“, so Wockenfuß weiter. Politisch verursachtes Konjunkturrisiko IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier zeigte sich ebenfalls erfreut von den Umfrageergebnissen, sieht aber vor allem die steigenden Energie- und Rohstoffpreise als Konjunkturrisiko: „Besonders ärgerlich ist der politisch verursachte Anteil der Kostensteigerung, insbesondere bei der Energie: Die EEG-Umlage wird immer teurer, die hohen Steuersätze bei Strom- und Energiesteuer tun ein übriges, und die EU begrenzt und verteuert CO2-Emissionen immer weiter. Wir sind ein Industrieland und wollen es bleiben – in Deutschland wie in Sachsen-Anhalt. Das darf die Politik nicht aufs Spiel setzen. Wir brauchen massive Investitionen für Produktion, Transport und Speicherung von Energie. Und dazu brauchen wir die Aufklärung und Akzeptanz der Bevölkerung, nicht aber ideologische Debatten. Sonst bleibt das Gemeinwohl auf der Strecke!“ Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen: Die Industrie legt eine „Verschnaufpause“ ein. Das Geschäftsklima verbessert sich von 22,7 im vierten Quartal 2011 auf 26,0 Punkte im ersten Quartal 2012, verfehlt damit aber das hohe Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals. Die Beschäftigungspläne der Industriebetriebe entwickeln sich aktuell leicht rückläufig und fallen sogar deutlich hinter das Vorjahresniveau zurück. Dagegen ziehen die Auftragseingänge aus dem Ausland, die allgemeinen Geschäftserwartungen und die Investitionspläne etwas an. Besonders gut ist das Geschäftsklima bei den Produzenten von Vorleistungs- und Investitionsgütern, während die Konsumgüterproduzenten über rückläufige Auftragseingänge aus dem Inland klagen. Das Baugewerbe profitiert von historisch niedrigen Zinsen, Inflationssorgen und einer regen Investitionstätigkeit in der Gesamtwirtschaft. Das Geschäftsklima in der Branche erreicht mit 25,3 Punkten den höchsten im IHK-Bezirk jemals gemessenen Wert. Aufträge aus dem privaten Wirtschafts- und Wohnungsbau können das Auslaufen öffentlicher Konjunkturprogramme offenbar kompensieren, wobei das Ausbaugewerbe besser dasteht als der Tief- und Straßenbau. Die Beschäftigungs- und Investitionspläne in der Bauindustrie entwickeln sich insgesamt günstig. Das Dienstleistungsgewerbe bewegt sich in ruhigem Fahrwasser. Der Geschäftsklimaindikator steigt von 8,8 Punkten im vierten Quartal 2011 auf aktuell 23,2 Punkte an. Damit wird der Vorjahreswert von 16,4 Punkten deutlich übertroffen. Auch die Pläne für Beschäftig entwickeln sich günstiger als in der Gesamtwirtschaft. Von der insgesamt recht guten Stimmung in anderen Branchen profitieren die unternehmensbezogenen Dienstleister stärker als die personenbezogenen. Die Stimmung im Handel ist stabil. Der Konjunkturklimaindex erreicht mit
20,2 Punkten nach 8,2 Punkten im Vorquartal und 18,3 Punkten im Vorjahr einen sehr guten Wert. Die gute Stimmung wird allerdings hauptsächlich vom Großhandel getragen, während im Einzelhandel der Anteil der Unternehmen mit pessimistischen Geschäftserwartungen wächst. Verantwortlich hierfür könnten Zweifel an der Entwicklung des Konsumklimas angesichts hoher Inflationserwartungen und steigender Energiekosten, welche die Verbraucher belasten, sein. Das Verkehrsgewerbe hatte in den vergangenen beiden Quartalen einen deutlichen Stimmungseinbruch zu vermelden. Dieser Abwärtstrend ist vorerst gestoppt. Das Geschäftsklima stabilisiert sich, wenn auch mit 6,0 Punkte auf niedrigem Niveau. Die hohen Energie- und Kraftstoffpreise belasten die Stimmung im Verkehrsgewerbe ebenso wie der stockende Ausbau wichtiger Verkehrswege. Allerdings profitiert vor allem der Güterverkehr gegenwärtig von der guten Stimmung in anderen Branchen.

Seehofer spricht Klartext!

rss von pt-magazin.de - 15. Mai 2012 - 13:11
Die Wahl in Nordrhein-Westfalen ist entschieden. Die CDU versucht das Debakel durch konsequentes Desinteresse zu vertuschen, Norbert Röttgen trottet leise nach Berlin zurück. Die inoffiziellen politischen Verhaltensregeln würden im Normalfall ein Nachtreten der Gewinner der Wahl vorschreiben. Gestern aber gab es Nachtritte aus den eigenen Reihen: CSU-Chef Horst Seehofer gab dem ZDF ein gewohnt unspektakuläres Interview. Im Pläuschchen mit Klaus Kleber direkt nach dem Interview wurde er deutlicher. Und erlaubte die Ausstrahlung.

Über die Verunglimpfung der Netzöffentlichkeit

rss von pt-magazin.de - 15. Mai 2012 - 12:30
(Service-Insiders) Sie sind der David im Kampf gegen den Konzern-Goliath: „Bürgerinitiativen und ihr berechtigter Zorn – Sind Pressesprecher die Verlierer der Öffentlichkeitsarbeit in der Partizipationsgesellschaft“, so die Frage der Deutschen Presseakademie in einer Werbe-Mail.  Kritische Fragen erlaubt? Einer der krisenerfahrenen Referenten für die beworbene Tagung kommt vom Shell-Konzern, der eine Pipeline im südlichen Stadtteil von Köln „nur“ durch die Einbindung der Bürger meistern konnte. Ob der Öl-Manager auf dem Kongress der Deutschen Presseakademie auch etwas zu den Umweltsauereien in Nigeria sagt? „Zwar bohrt der Ölkonzern Shell seit 1993 nicht mehr im Nigerdelta nach Öl, doch zurückgelassene Bohrköpfe und verrottende Pipelines verschmutzen das Flussdelta weiter“, berichtet etwa die Zeit. Die Gerichtsmühlen mahlen langsam Die Bevölkerung in Nigeria ist im Gegensatz zur Kölner Bürgerschaft wahrscheinlich nicht gefragt worden, wie sie die Lecks in den Öl-Pipelines beurteilt, die zur Vernichtung der Fischergründe und landwirtschaftlichen Flächen führte und die Lebensgrundlage der Menschen zerstörte. „In den Niederlanden – dem Hauptsitz von Shell – steht der Ölkonzern vor Gericht. Friends of the Earth Niederlande klagt die Firma wegen fahrlässiger Gefährdung der Bevölkerung und unterlassener Sorgfaltspflicht an. Doch die Gerichtsmühlen mahlen langsam und das Urteil ist erst 2015 zu erwarten. Daher fordern wir Shell schon heute auf, die zerstörte Natur in Nigeria wiederherzustellen“, so der BUND. Schon ein Shitstorm-Agitator? Bin ich jetzt ein Shitstorm-Agitator, der die „Anonymität“ des Netzes ausnutzt, um auf das offensichtliche Auseinanderklaffen von Schein und Sein eines Öl-Konzern aufmerksam zu machen? Die Wortkombination „Shitstorm“ und „Anonymität“ mausert sich zur beliebtesten Kampfformel von Repräsentanten des Establishments gegen unliebsame Meinungsäußerungen, die sich im Internet exponentiell und unkontrolliert ausbreiten wie das Universum.
 
Droht die Gefahr einer Diskurspolizei?
 
Da spricht man sogar von der Macht der Namenlosen: „Die Angst vor dem Shitstorm lähmt die politische Debatte und hat den Ruf nach Kontrolle laut werden lassen. Es handelt sich um mehr als den Verstoß gegen Höflichkeitsregeln, wenn sich unter dem Deckmantel des Anonymen eine Diskurspolizei etabliert, die ihre Gegner mit Hass und Häme zum Schweigen bringt. Die ganze destruktive Qualität des Cybermobbing war jüngst zu erkennen, als in Emden ein aufgebrachter Netzmob zur Lynchjustiz gegen einen angeblichen jugendlichen Sexualmörder aufrief, dessen Unschuld sich später erwies“, schreibt etwa der FAZ-Autor Thomas Thiel. Welche Recherchekompetenz hat der FAZler? Man braucht nur „Emden“ und „Lynchjustiz“ in eine Suchmaschine eingeben und weiß, wer auf Facebook zu dieser perfiden Aktion aufgerufen hat. Die Polizei ermittelte recht schnell den Verursacher, der sich nun wegen des öffentlichen Aufrufs zu Straftaten vor Gericht verantworten muss. Und das ist auch gut so. Das Wissen von netzkritischen Autoren wie Thiel scheint sich auf dem Niveau von 2006 zu bewegen: „Twitter war frisch gestartet, Facebook öffnete sich eben erst für ausländische Studenten. Gerade in jenem Jahr setzte ein Wechsel ein: Die Spielphase endete, in der wir Identitäten erfanden und mit Geschlechtswechseln spielten. Das letzte Zucken war Second Life, das nie so groß war wie viele Medien es schrieben. Ende 2007 war auch dieser Wirbel vorbei“, schreibt Indiskretion Ehrensache-Blogger Thomas Knüwer.

Social Web ist alles andere als anonym
 
Mit Social Networks wurden aus Pseudonymen Identitäten: „Heute sind die wenigsten nicht identifizierbar. Denn nur wenn sie erkennbar sind, ist die Kommunikation in Social Media fruchtbar. Anonym oder nicht erkennbar Pseudonym wird praktisch nur noch in Foren oder auf Nachrichtenseiten kommuniziert. Dabei kennen sich die Teilnehmer in länger gewachsenen Foren durchaus zumindest digital – denn sie diskutieren ja häufig miteinander -, auch gibt es Hierarchien. Die aber sind für Außenstehende schwer zu durchblicken, man muss sich reinarbeiten“, erläutert Knüwer. Deshalb kommen mir nicht mehr die Tränen des Mitleids, wenn FAZ-Autor Thiel die Demontage der Meinungsfreiheit als Menetekel in die Zeitung kleistert, weil „Künstler aus Angst vor anonymer Hetze kaum wagen, ihr existenzsicherndes Urheberrecht einzuklagen“. Mein Kopf gehört mir Bislang kann ich in der Urheberrechtsdebatte keine verschämte Zurückhaltung der „Künstler“ erkennen. Das liegt vielleicht auch daran, dass sich unter die Exponenten der „Mein Kopf gehört mir“-Kampagne so viele Verleger geschmuggelt haben. Aber egal. Es geht den Sängerinnen und Sängern des Shitstorm-Anonymitäts-Klageliedes überhaupt nicht um Meinungsfreiheit. Sie können es nicht verkraften, dass sich im Internet ein herrschaftsfreier Diskurs im Sinne von Jürgen Habermas entfaltet – dezentral, unberechenbar und ohne Kontrollmöglichkeiten. Das ist für die Controlling-Freaks und früheren Gatekeeper der öffentlichen Meinung eine schwer verdauliche Kost. Die sollten lieber Magenbitter trinken und auf kollektive Schuldzuweisungen der Netzöffentlichkeit verzichten. Zudem kann ich noch mit einer Beruhigungspille aufwarten. Nach Analysen Business Intelligence Group in Berlin sind höchstens 20 Prozent aller Shitstorms, die so betitelt werden, wirklich Echte. Die anderen 80 Prozent sind schnell vergessen. Bei den Umweltsauereien in Nigeria wäre das allerdings traurig.

Wird Oskar Lafontaine zur Wagenknecht-Bremse?

rss von pt-magazin.de - 15. Mai 2012 - 11:36
Anfang Juni wählt die Linke auf dem Göttinger Parteitag ihre neue Führung. Als aussichtsreicher Kandidat galt seit langem der Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch. Jetzt warf auch der frühere Vorsitzende Oskar Lafontaine seinen Hut in den Ring und wird vom ehemaligen SPDler Klaus Ernst offensiv unterstützt. Lafontaine will zwar angeblich keine Kampfkandidatur, duldet Bartsch aber nur als seinen Vize, was dieser stets abgelehnt hat. "Der lebt wesentlich prunkvoller als ich" Lafontaines Wünsche stoßen auf massiven Widerstand nicht nur in den östlichen Landesverbänden. Schon 2008 äußerte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Spiegel: „Jüngst habe ich ein Foto von Oskar Lafontaines Villa gesehen: Der lebt wesentlich prunkvoller als ich. Wird dem je vorgehalten, dass er sich vom normalen Leben entfernt hat?  Weder die Rotlichtaffäre in den 70er Jahren, die Ablehnung der Wiedereinigung Ende der 80er Jahre als „nationale Besoffenheit“, die Pensionsaffäre 1992 mit 230.000 DM, die „Lex Lafontaine” als Eingriff in das Presserecht in den 90ern, die Bild-Kolumnen-Affäre 2005 mit monatlich 5.000 Euro, und nicht zuletzt die Tatsachen, dass er zweimal seine Ehefrau mit einem minderjährigen Kind sitzen ließ und am 11. März 1999 einer gewählten Bundesregierung als Parteichef nach nur 186 Tagen im Amt das Finanzministerium vor die Füße warf, schadeten seinem Image. Für Lafontaine-Fans ist das zwar Tobak Für den Leiters des Emnid-Instituts Klaus-Peter Schöppner ist Lafontaine im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung  „politisch verbrannt. Verbrannt, weil er immer wieder vorprescht und genauso oft zurückgetreten ist. Die Bürger wünschen sich aber Redlichkeit und Stetigkeit. Das verkörpert Lafontaine nicht." Für Lafontaine-Fans ist das zwar starker Tobak. Aber bisher hat dem begnadeten Rhetoriker in seinen populistischen Revierkämpfen der regelmäßige Vorwurf von Unstetigkeit und Unredlichkeit nie wirklich geschadet.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse gab der Linken sogar ungefragt Rat und warnte sie vor Lafontaine. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel meinte er, die ostdeutschen Granden der Linkspartei müssten sich „veräppelt fühlen“, wenn Lafontaine sich ausgerechnet gegen den erfolgreichen Reformflügel der Partei stellt. Bei seinem Comeback müssten sich "die ostdeutschen Granden der Linkspartei veräppelt fühlen". Der SPD-Mann Thierse hätte gern ein positives Verhältnis von Linken und SPD, sieht das aber als unrealistisch an, "wenn Lafontaine sich die Linkspartei wieder unter den Nagel reißt". Als Mentor der Links-Aufsteigerin Sahra Wagenknecht, mit der nach der Trennung von seiner 3. Frau zusammen lebt, tut er seiner Schülerin keinen Gefallen. Die bloße Annahme, dass ein Pöstchen für sie zu Lafontaines Rückkehr-Bedingungen gehört, wird ihrer Parteikarriere schaden. Spiegel Online berichtete, Wagenknecht solle nach Oskars Rückkehr Fraktionsvorsitzende im Bundestag werden, Stellvertreterin ist sie ja schon. Sie wäre vielleicht sowieso gewählt geworden. Aber nun hat das Ganze so einen Geruch … Da mag sie dementieren, so viel sie will. Koalitionshindernis Lafontaine Im ZDF-Morgenmagazin beschwerte sie sich über innerparteilich Gegner, die ihren Lebensgefährten mit falschen Gerüchten "beschädigen" wollen. Für sie geht es um viel mehr. Der saarländische SPD-Vorsitzende Heiko Maas warf Lafontaines dritter Frau Christa Müller, der Eva Herrmann der Linken, im Jahr 2007 vor, ein „Koalitionshindernis“ zu sein. Die Liason zu Oskar und sein ungebremster Machtinstinkt könnten zum Karrierehindernis für Sahra Wagenknecht werden.