Dank Sichtbeton mehr Transparenz – WOLFF & MÜLLER stellt das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in Berlin fertig
Berlin/Stuttgart, 23.03.2010. Anfang Mai ist es soweit: Am 65. Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Ausstellungsgebäude „Topographie des Terrors“ auf dem Gelände entlang der Berliner Mauer neu eröffnet. Der Entwurf der Architektin Ursula Wilms legt den Fokus auf Kommunikation und Transparenz. Entscheidend zu dieser Wirkung trägt der Rohbau aus Sichtbeton bei, den WOLFF & MÜLLER gefertigt hat.
Über eine halbe Million Menschen besuchen jährlich die Gedenkstätte „Topographie des Terrors“, die seit 20 Jahren an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert. Damit gehört sie zu den bekanntesten Erinnerungsstätten und Museen der Hauptstadt. Die Architektur und das Ausstellungskonzept des Neubaus forderten höchste Präzision von Planung und Bauausführung. Um diese zu erfüllen, stellte WOLFF & MÜLLER vor Baubeginn ein ogenanntes Sichtbeton-Team aus Planern und Ausführenden zusammen, das die Anforderungen an die Stahlbetonbauteile mit Sichtbetonoberfläche definierte und die Planung für deren fachgerechte Ausführung unterstützte. Das Team legte gemeinsam mit einem Betontechnologen und in Abstimmung mit den Architekten die Betonrezeptur fest. WOLFF & MÜLLER erarbeitete verschiedene Ausführungsdetails im Rahmen der Schalungseinsatzplanung, wie beispielsweise für die scharfkantige Eckausbildung der Sichtbetonbauteile. Darüber hinaus achteten das Expertenteam insbesondere auf die strikte Umsetzung der Oberflächenanforderungen, gemäß der Sichtbetonklasse SB4, der höchsten und anspruchsvollsten Sichtbetonklasse, sowie auf die Einhaltung der vertraglich vorgegebenen Abmessungen der Schalhaut. So konnte unter Berücksichtigung der architektonischen Vorgaben und der örtlichen Randbedingungen die Qualität des Sichtbetons sichergestellt werden.
Effektivität durch Sichtbeton-Kompetenz
Während der Rohbauarbeiten überwachten die Bauexperten von WOLFF & MÜLLER kontinuierlich die hochwertige Beschaffenheit der Oberflächen aller Betonbauteile. Neben der Betonsorte und deren Verarbeitung bestimmt die Schalungstechnologie entscheidend das spätere Ergebnis. Auch die fachgerechte Ausbildung der Fugen und Spannstellen ist für eine ästhetische Optik unerlässlich. Zur Erreichung der optischen Duplizität fertigte WOLFF & MÜLLER nach Vorlage der freigegebenen Muster Stahlschablonen. Diese sorgen für das gewünschte gleichmäßige Erscheinungsbild nach dem Schließen der Ankerstellen. Für die besondere Güte der Betonoberflächen wurde im Vorfeld die Sichtbetonschalhaut zusammen mit einer auf den zu erwarteten Frischbetondruck konzipierten Trägerschalung auf die herstellbare Betonqualität überprüft. Als großer Vorteil erwies sich in diesem Zusammenhang die parallel laufende Sichtbetonbaustelle an der Universität in Potsdam-Golm, ebenfalls ein WOLFF & MÜLLER Projekt. Die Baustellenteams von WOLFF & MÜLLER konnten gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren und alle Entwicklungen in dem Bereich Schalungstechnik und bei den Betoniervorgängen wechselseitig nutzen. Die somit erzielte Oberflächenbeschaffenheit, das „Abbild der Schalung am unbehandelten Frischbeton“, galt als verbindlicher Standard für die Abnahmen. Nur unter Einhaltung dieses Standards kann der Sichtbeton den ihm in der „Topographie des Terrors“ zugedachten Zweck erfüllen: die Wirkung der Ausstellungsstücke zu untermauern – ohne von ihnen abzulenken.
Zur Sicherung der Qualität des Baus vereinbarte WOLFF & MÜLLER bei diesem Projekt spezielle Bedingungen mit dem Betonlieferanten. So durfte, neben den üblichen Bestimmungen, der Beton, bestehend aus Zuschlagstoffen wie Gesteinskörnung und Zement, bei zusammenhängenden Bauteilen nur aus derselben Produktionsstätte geliefert werden. Der Transportbeton durfte das Ausbreitmaß von maximal 44 cm nicht überschreiten. Darüber hinaus musste der Beton beim Einbauen ständig aufgerührt und die zu beladenen Lieferfahrzeuge im Werk vollständig entleert und ausgewaschen werden. Die Fahrmischer durften beim Beladen mit Sichtbeton in der Mischstation kein Restwasser enthalten. Hintergrund dieser erforderlichen Maßnahmen war, eine möglichst einheitliche Farbtongleichmäßigkeit des Sichtbetons zu erhalten, um hier konkret die geforderte Sichtbetonklasse SB4 zu gewährleisten.
Trotz der enorm hohen Qualitätsansprüche konnte der Rohbau von WOLFF & MÜLLER innerhalb der vorgegebenen Zeit und unter Einhaltung der wirtschaftlichen Vorgaben fertig gestellt werden. Auftraggeber und Architektin sind mit dem Ergebnis der Sichtbetonarbeiten sehr zufrieden.
Langjährige Sichtbetonkompetenz
Dass Sichtbeton eine außergewöhnliche Wirkung entfalten kann, verdeutlicht auch das Abgeordnetenhaus im Berliner Regierungsviertel – das Paul-Löbe-Haus, das zusammen mit dem neuen Bundeskanzleramt und weiteren Gebäuden das „Band des Bundes“ bildet. Alle tragenden Elemente sind bei diesem Objekt aus Sichtbeton gegossen. Die Einzelteile des Baus verschmelzen so zu einer großen Sichtbetonplastik. WOLFF & MÜLLER hatte eigens für dieses Großprojekt bereits 1992 erstmalig ein Sichtbetonhandbuch entwickelt, das die komplexen Prozesse detailliert abbildet. „Der jetzige sehr gelungene Neubau des Dokumentationszentrums ‚Topographie des Terrors’ ist unter anderem dieser wertvollen Erfahrung sowie den Erkenntnissen aus den beiden im gleichen Zeitfenster hergestellten Sichtbeton-Projekten an der Universität in Potsdam-Golm und dem Bundesministerium für Umwelt zu verdanken“, sagt Christian Kadow, Oberbauleiter bei WOLFF & MÜLLER.
Die WOLFF & MÜLLER Gruppe: Spezialisiert am Bau
WOLFF & MÜLLER ist eines der größten familiengeführten Bauunternehmen Deutschlands und steht seit über 70 Jahren für anspruchsvolles Bauen. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Stuttgart erwirtschaftet heute mit fast 2.000 Mitarbeitern an 19 Standorten eine Jahresleistung von rund 600 Millionen Euro. Arbeitsfelder von WOLFF & MÜLLER sind unter anderem Hoch- und Ingenieurbau, Tief- und Straßenbau, Bauen im Bestand sowie Bau- und Rohstoffe und baunahe Dienstleistungen.
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