Diversifizierung durch Innovation
Der Schlüssel zu schnellerem Wachstum in Mittel- und Osteuropa und Zentralasien 9. Knowledge Economy Forum erstmals in Deutschland
Berlin, 5. Mai 2010 Im Rahmen des Knowledge Economy Forum arbeiten Weltbank und Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa (MOEZ) erstmals zusammen, um gemeinsam den Dialogprozess im Spannungsbogen von Diversifizierung, Innovation und Wachstum mit den Ländern der Region Mittel- und Osteuropa und Zentralasien zu intensivieren. Das Fraunhofer MOEZ und die Weltbank sehen gemeinsam die Notwendigkeit der Diversifizierung durch Innovation und die damit verbundenen Chancen für die Entwicklung der Länder in der Region Mittel- und Osteuropa und Zentralasien. Das Fraunhofer MOEZ freut sich gemeinsam mit der Weltbank das diesjährige Forum auszurichten.
Die aktuelle Krise bietet die Chance sich intensiver mit der Innovations- und Bildungspolitik auseinander zu setzen. Das Fraunhofer MOEZ liefert hierfür wissenschaftliche Erkenntnisse und Modelle und hilft bei deren Umsetzung. Das Know-how des Fraunhofer MOEZ wird international wahrgenommen und kommt im Rahmen gemeinsamer Projekte praxisbezogen zur Anwendung.
Die Weltbank und das Fraunhofer MOEZ verfolgen mit dem Forum das Ziel, die osteuropäischen und zentralasiatischen Länder bei der Gestaltung innovationsfördernder Rahmenbedingungen zu unterstützen. Führende deutsche Unternehmen und Einrichtungen werden als Best-Practice-Beispiele aktiv in das Programm eingebunden. Innovative Unternehmen und Technologietransfereinrichtungen aus Deutschland stehen im Mittelpunkt des Knowledge Economy Forum.
Das Fraunhofer MOEZ und die Weltbank sehen das Knowledge Economy Forum als Ausgangspunkt die gemeinsamen Arbeitsbeziehungen zu verstärken. Das Fraunhofer MOEZ mit seiner wirtschafts- und politikwissenschaftlichen Expertise verfügt als Mitglied der Fraunhofer-Familie über ein exzellentes und exklusives Netzwerk zu weltweit führenden Experten für anwendungsbezogene und technologieorientierte Fragestellungen.
Förderung der Innovationsbemühungen von Unternehmen
Das Forum wird zeigen, dass die Ausgaben der Länder Osteuropas und Zentralasiens für anwendungsbezogene Forschung im Vergleich zu den (hoch-)entwickelten Ländern sehr viel geringer sind. In den EZA wird Forschung und Entwicklung typischerweise noch sehr losgelöst von der Industrie betrieben. Betrachtet man das Verhältnis von privaten zu öffentlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben, sieht man, dass im Durchschnitt nur rund ein Drittel dieser Ausgaben durch den privaten Sektor getragen werden. In den einkommensstarken Ländern ist dieses Verhältnis umgekehrt, ein Drittel der Ausgaben werden durch öffentliche Ressourcen zur Verfügung gestellt und zwei Drittel durch die Unternehmen. Öffentliche Ausgaben sollen die privaten Innovationsanstrengungen fördern und unterstützen, sie aber nicht ersetzen. Zusätzlich nutzen die Länder Mittel- und Osteuropas und Zentralasiens einen im Vergleich zu den einkommensstarken Ländern geringeren Teil ihres Bruttoinlandsprodukts (im Durchschnitt 0,9%) für Forschung und Entwicklung.
Wirtschaftswachstum durch Diversifizierung
Die Wirtschaftskrise hat die Länder in der Region Mittel- und Osteuropa und Zentralasien besonders hart getroffen. Ein Grund hierfür liegt in der oft sehr monostrukturellen Ausrichtung der einzelnen Volkswirtschaften. Im Zuge der Krise ist deutlich geworden, dass die Wirtschaftstruktur in den EZA diversifiziert werden muss. Die Länder in der Region Mittel- und Osteuropa und Zentralasien sind bestrebt wissensbasiertes Wachstum anzustoßen und positive Rahmenbedingungen für Innovationen zu schaffen. Das Knowledge Economy Forum wird deshalb aktuelle Diversifizierungsstrategien diskutieren und daraus konkrete politische Handlungsempfehlungen ableiten.
Schwerpunkte des Knowledge Economy Forum
Während der Etablierung marktwirtschaftlicher Strukturen zeigten die Länder in der Region Mittel- und Osteuropa und Zentralasien (EZA) in den vergangenen 20 Jahren eine hohe und zum Teil unterschiedliche Dynamik. Heute stehen diese Länder vor der Herausforderung der Entwicklung einer wissensbasierten Wirtschaftsstruktur zur dauerhaften Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Eine Diversifizierung ihrer Wirtschaftsstruktur und eine zügige technologische Erneuerung ihrer Industrien sind die zentralen wirtschaftspolitischen Hauptziele. Anwendungsbezogenes Wissen und die kommerzielle Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen rücken dabei zunehmend in den Fokus der Diskussionen um die geringere Wettbewerbsfähigkeit der Länder in der Region Mittel- und Osteuropa und Zentralasien. Der Wandel von der „klassischen“ Industrie- hin zur Wissensgesellschaft wird unter anderem begleitet von folgenden globalen Herausforderungen: kürzer werdende Produktlebenszyklen, Professionalisierung des Wissens- und Innovationsmanagements, lebenslanges Lernen und die zunehmenden Wichtigkeit wissensintensiver Dienstleistungen. Im Mittelpunkt des Forums werden Fragen stehen, wie Politik und private Unternehmen, hier vor allem KMU, zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen können und welche Rolle Universitäten und Forschungseinrichtungen als Schnittstelle zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft der EZA übernehmen können. Aufgrund ihrer Relevanz für Wertschöpfung und Beschäftigung in den EZA ist die Integration kleiner und mittlerer Unternehmen in den Innovationsprozess besonders hervorzuheben.
Kommerzialisierung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen im Kontext Nationaler Innovationssysteme
Innovationen resultieren heute aus den Interaktionen einer Vielzahl von Organisationen aus den Bereichen Wissenschaft, Industrie, Staat und Öffentlichkeit. Von außerordentlichem Interesse für die Länder Mittel- und Osteuropas und Zentralasiens ist, wie die Regierungen und andere Träger der Wirtschaftspolitik Innovationen befördern und unterstützen können. Die Ausgestaltung der zahlreichen institutionellen Rahmenbedingungen im Hinblick auf Finanzierung, Recht, Kommunikationsstrukturen etc. gelingt in verschiedenen Ländern unterschiedlich gut. Die Identifizierung und Förderung technologischer Trends und neuer Wertschöpfungsketten, sowie die proaktive Umsetzung dieser Erkenntnisse in forschungs- und wirtschaftspolitische Maßnahmenbündel, sind zentrale strategische Komponenten zur Gestaltung einer nachhaltigen und erfolgreichen Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaften. Die Überführung von Forschungsergebnissen der Universitäten in hoch-qualitative, wirtschaftlich produktive, kommerzielle Anwendungen ist ein kritischer Erfolgsfaktor. Aus diesem Grund stehen Anreizsysteme und günstige Rahmenbedingungen, welche die Kommerzialisierung und damit Verwertung öffentlich geförderter Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in der Region Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasiens verbessern und gleichzeitig den Weg in die Wissensgesellschaft ebnen, im Mittelpunkt der Diskussionen während des Forums. Diese Diskussionen knüpfen direkt bei den anstehenden Reformen öffentlicher Forschungseinrichtungen in dieser Region an.
Universitäten und Forschungseinrichtungen als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Die Rolle von Universitäten und Forschungseinrichtungen ist einem permanenten Wandel unterworfen. Aktuell erfahren sie einen signifikanten Bedeutungszuwachs in ihrer Funktion als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Galt das Universitätssystem in den EZA bisher noch als positives Erbe des Sozialismus, werden die heutigen universitären Strukturen zunehmend als Flaschenhälse für Wachstum erachtet. Reformen im Hochschulsystem werden darüber hinaus benötigt, um geeignetes Humankapital für wettbewerbsfähige Wirtschaftsstrukturen zu entwickeln. Diskutiert wird, wie es den Universitäten gelingt, möglichst effektiv die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte und Forscher für die Wirtschaft zu gestalten und wie der Reformprozess der öffentlichen Forschungseinrichtungen vorangetrieben werden kann.
Das Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa MOEZ besitzt ausgewiesene Kompetenzen im Bereich Innovations- und Technologiemanagement, Strategieentwicklung sowie Forschungsmarketing und entwickelt wissenschaftlich fundierte, ganzheitliche Lösungen – von Potenzialanalysen über die Konzeption und Umsetzung konkreter Projekt- und Geschäftsmodelle und Netzwerkaktivitäten bis hin zum Wissens- und Technologietransfer. Derzeit bearbeiten rund 40 Vollzeitmitarbeiter des Fraunhofer MOEZ u.a. Projekte im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union, Projekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Projekte für Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen etc.
Das Fraunhofer MOEZ ist Bestandteil der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Organisation für angewandte Forschung in Europa. Sie betreibt derzeit 80 Forschungseinrichtungen, davon 59 Fraunhofer-Institute an Standorten in ganz Deutschland. Mehr als 17 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit überwiegend natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung erarbeiten das jährliche Forschungsvolumen von 1,6 Milliarden Euro.
Fragen richten Sie bitte an:
Tina Scharf
Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa MOEZ
Neumarkt 9-19
04109 Leipzig
Tel: 0341 231039-102
Fax: 0341 231039-190
Mail: tina.scharf@moez.fraunhofer.de
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