„Erst forschen, dann handeln!“

1. Dezember 2009 - 11:27

Halle, 2. Dezember 2009. Erheblichen Nachholbedarf sieht die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau beim Strategieentwurf und Aktionsplan der sachsen-anhaltischen Landesregierung zur Anpassung an den Klimawandel. In einer gemeinsamen mit der IHK Magdeburg erarbeiteten Stellungnahme fordern die IHKn die Landesregierung auf, die vorgeschlagenen Maßnahmen einer Effizienzanalyse zu unterziehen.

„Es muss geprüft werden, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen tatsächlich einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten können. Ist dies der Fall, dürfen nur diejenigen Maßnahmen umgesetzt werden, die größtmögliche Wirkung erzielen. Der Erforschung der tatsächlichen Auswirkungen des Klimawandels sollte im Zweifel immer der Vorrang gegeben werden! Hier ist noch viel zu tun!“, so IHK-Präsidentin Carola Schaar vor der IHK-Vollversammlung heute in Halle.

Nach Meinung Schaars werden im vorgelegten Aktionsplan „zahlreiche, noch recht unkonkrete Maßnahmen“ diskutiert. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass solche zunächst sehr abstrakten Vorstellungen erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben können. In der öffentlichkeit werden Fragen zum Thema Klimaschutz und Klimawandel häufig sehr überhöht geführt. Vor dem Hintergrund eines scheinbar dringlichen Handlungsbedarfs werden kritische Auseinandersetzungen eher als störend angesehen und schnell auf politische Entscheidungen gedrängt“, so die zu Vorsicht mahnende IHK-Präsidentin.

Im Entwurf enthaltene Maßnahmen, wie die Vermeidung von Flächenversiegelung, gezielte Rekultivierung devastierter Flächen und weitere Ausweisung von Schutzgebieten, sind nach Meinung Schaars Schritte, in deren Folge weniger Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung stehe. „Dies ist auch bedenklich, weil sich bereits jetzt fast die Hälfte der Landesfläche nach bestehenden naturschutzrechtlichen Vorschriften unter Schutz befindet. Ein weiterer Ausbau ist nicht per se notwendig und würde sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Ein abwägendes Vorgehen ist notwendig, um den wirtschaftlichen Aufholprozess Sachsen-Anhalts nicht zu gefährden“, so Schaar.