Experte warnt: „Schwieriges Jahr für den Mittelstand in unserem Land“
Hohes Durchschnittsalter und Kreditklemme bringen die geschäftsführenden Unternehmer in Deutschland in schwierige Fahrwasser, so „Mister Mittelstandsverkauf“, Michael Keller.
– 2010 wird das Jahr der Unternehmensverkäufe
– Kreditklemme erhöht den Handlungsdruck bei Nachfolgersuche
– Jeder zehnte Unternehmenseigentümer ist über 65 Jahre alt
– Jedes siebte Unternehmen sucht in den nächsten fünf Jahren einen Nachfolger
Auf dem Jahresempfang des Bundesverbandes der mittelständi-schen Wirtschaft (BVMW) in der Hauptstadt warnte heute Michael Keller, Deutschlands bekanntester Berater für Unternehmensverkäufe im Mittelstand und geschäftsführender Teilhaber von Klein & Coll., vor einem „schwierigen Jahr für den Mittelstand in unserem Land.“ Keller, der auch unter dem Namen „Mister Mittelstandsverkauf“ bekannt geworden ist, benennt dafür vor allem zwei wichtige Ursachen. Zum einen seien Deutschlands Geschäftsführer mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren deutlich zu alt. Wie dramatisch die Situation ist, verdeutlichte er mit dem Umstand, dass bereits jeder zehnte Firmeninhaber über 65 Jahre alt sei. Angesichts der anhaltenden Kreditklemme verschärfe eben die-ses hohe Alter oft zusätzlich die Kreditvergabe durch die Banken, so Keller. Denn ein Kreditnehmer mit einem Alter ab 55 Jahren falle im Ranking durch die Banken deutlich ab. Keller erwartet daher für 2010 ein turbulentes Jahr aus Sicht des Mittelstandes:
„Deutschlands Unternehmer sind zu alt! In diesem und den kommenden Jahren wird für jedes siebte Unternehmen ein Nachfolger gesucht – das sind 400.000 Firmenveräußerungen. Die Kreditklemme erhöht den Handlungsdruck bei der Nachfolgersuche zusätzlich. Wir rechnen damit, dass in Deutschland im Jahr 2010 mehr Unternehmen verkauft werden als zuvor.“ Im Umfeld des BVMW-Jahresempfangs sorgte Klein & Coll. mit einer provokanten Installation für an-geregte Diskussionen unter den Teilnehmern über die Nachfolger-Problematik. Mitten in dem festli-chen Ambiente wurde ein verwaistes Chefbüro eingerichtet, in dessen Mittelpunkt ein großes Schild mahnte: „Wegen Ruhestand geschlossen – Euer Chef. PS: Nachfolger gesucht!“.
Der Mangel an Nachfolgern im Mittelstand war auch Thema der Benefiz-Tombola von Klein & Coll. für einen guten Zweck: „Erraten sie das Durchschnittsalter deutscher Unternehmer”, hieß der Wettbewerb. Im Namen des Gewinners überreichte Keller einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an den anwesenden UNESCO-Botschafter für ein UNESCO-Projekt in Haiti.
Neben 2.500 mittelständischen Unternehmern und zahlreichen Gästen aus Politik, Diplomatie und Wissenschaft waren unter auf dem Jahresempfang des BVMW auch der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle und der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, zu Gast. Den musikalischen Rahmen bestritt der weltbekannte Tenor Paul Potts.

