Stadtwerke Leipzig erwirtschafteten 2009 über 60 Millionen Euro

30. April 2010 - 11:16

Die Stadtwerke Leipzig erwirtschafteten 2009 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 60 Mio. Euro (Vorjahr 51 Mio. Euro vor Mehrerlösabschöpfung). Das Unternehmen erzielte damit das beste operative Jahresergebnis seit Gründung. Erfolgsfaktoren waren unter anderem die kühlere Witterung, die vorteilhafte Zinsentwicklung und die bisher höchste Nettostrom- und Nettowärmeerzeugung in der Leipziger Gas- und Dampfturbinenanlage. Darüber hinaus konnten die Prozesse in den Netzen erfolgreich optimiert und durch aktives Portfoliomanagement im Energieeinkauf Marktchancen genutzt werden.
Das Ergebnis wird vollständig an die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (LVV), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Leipzig, abgeführt.

Absatzsteigerung im Großhandel

Im Großhandel wurden für 2009 35 081 GWh Strom sowie 7 550 GWh Gas und 35 000 t CO2 gehandelt. Der Absatz konnte aufgrund der erweiterten Handelsmöglichkeiten und -aktivitäten um rund sieben Prozent gesteigert werden, da zusätzliche Produkte von mehr Handelsteilnehmern angeboten und nachgefragt wurden.

Das niedrigere Preisniveau an den Energiemärkten führte dagegen erwartungsgemäß zu verminderten Umsatzzahlen. 2009 realisierte der Großhandel Umsatzerlöse in Höhe von 2,172 Mrd. Euro – im Bereich Strom 2,041 Mrd. Euro und im Bereich Gas 131 Mio. Euro. Ende 2009 nahmen die Stadtwerke Leipzig den CO2-Handel an der Londoner Börse European Climate Exchange (ECX) auf und setzten damit einen wesentlichen Grundstein für weiteres erfolgreiches Wachstum.
Die Stadtwerke Leipzig blicken 2010 auf zehn Jahre erfolgreichen Energiehandel zurück.

Erzeugerstrategie fortgesetzt

Die Gas- und Dampfturbinenanlage in Leipzig erzeugte 2009 die höchste Menge Nettostrom- und Nettowärme seit ihrer Inbetriebnahme. Am 3. Juli 2009 nahmen die Stadtwerke Leipzig ihr neues Biomasse-Heizkraftwerk in Wittenberg-Piesteritz in Betrieb. Mit dem Bau dieser Biomasseanlage investierte das Unternehmen erneut in erneuerbare Energien und setzte so seine Strategie fort, die Erzeugungsbasis weiter auszubauen.

Hohe Versorgungssicherheit in den Netzen

Das Segment Netze lieferte einen stabilen, positiven Ergebnisbeitrag trotz der hohen Anforderungen, die aus der Anreizregulierung resultieren. Der Stadtwerke Leipzig Netz GmbH wurden für den Betrieb der Strom- und Gasnetze Effizienzwerte über dem Branchendurchschnitt bescheinigt. Auch die hohe Versorgungssicherheit konnte erneut unter Beweis gestellt werden: Die Anzahl der Störungen sowohl im Strom- als auch im Gas- und Fernwärmenetz nahm noch einmal ab.

Leipziger Kunden setzen auf Bestpreis-Produkte

Die Umsatzsteigerung im Energievertrieb ist insbesondere auf den witterungsbedingten Mehrabsatz im Wärmemarkt Leipzig zurückzuführen. Hier wurden Umsätze in Höhe von 219 Mio. Euro erzielt. Hauptumsatzträger war der Stromeinzelhandel mit einem Umsatzanteil in Höhe von 266 Mio. Euro. Ihre deutliche Marktführerschaft in Leipzig konnten die Stadtwerke mit über 80 Prozent Marktanteil bei Wärme und Strom behaupten: Rund 50 Prozent der Strom- und Wärmekunden des Unternehmens entschieden sich für die wettbewerbsfähigen Bestpreis-Produkte.

Klimafreundliche Strom- und Wärmelösungen

Mit der Produktmarke „endico“ engagieren sich die Stadtwerke Leipzig für eine klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung. Individuelle Contractinglösungen erschließen Effizienzpotenziale für mittelständische Unternehmen. Zu den bedeutenden Projekten von „endico“ zählt die Verbesserung der Wärme- und Kälteversorgung im Leipziger Krankenhaus St. Georg.

Energieversorgung Pommern

Die Gesellschaften in Polen legten 2009 ihren Fokus auf die Gewinnung neuer Kunden und die Steigerung der Rendite. Bereits das zweite Jahr in Folge konnten 2009 neue Kunden mit einer Anschlussleistung von insgesamt fast 30 MW gewonnen werden. Die Stadtwerke Leipzig rechnen in den kommenden Jahren mit steigenden Erträgen aus den polnischen Beteiligungen, insbesondere aufgrund des Wachstumskurses der GPEC in Danzig. In das Ergebnis der Stadtwerke Leipzig 2009 fließen die Ausschüttungen der polnischen Beteiligungen des Jahres 2008 ein.

Beteiligungen

Die Beteiligungserträge und die Erträge aus Gewinnabführung in Höhe von 9 Mio. Euro wurden im Wesentlichen durch die Tochterunternehmen HL komm, LAS und perdata realisiert.

Das größte Projekt der HL komm war der Baubeginn des Glasfasernetzes in Leipzig. Ziel der HL komm ist es, den Leipziger Haushalten Internetübertragungsraten von echten 100 Mbit/s zu bieten – als erster Anbieter in der Stadt. Unter der Marke „an!“ brachte die HL komm auf dieser Basis ein TriplePlay-Produkt auf den Markt, das Privathaushalte mit Telefon-, Fernseh- und Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüssen in bester Qualität versorgt.

Die LAS ist 2009 weiter gewachsen. Der zunehmende Wettbewerbsdruck am Energieversorgermarkt erhöhte die Nachfrage nach den spezialisierten Angeboten der LAS. Ein umfangreiches Projekt 2009 war die Trennung der Liefermandanten vom Netzbetrieb innerhalb des Abrechnungssystems. Damit setzte die LAS die Vorgaben der Bundesnetzagentur um.

Die perdata konnte im Geschäftsjahr 2009 ihr gutes Vorjahresergebnis nochmals deutlich steigern. Ein Großteil der Umsätze wurde im Versorgerumfeld generiert. 2009 feierte die perdata ihr zehnjähriges Bestehen.

Mitarbeiter

Zum Jahresende 2009 beschäftigte die Stadtwerke Leipzig GmbH 1064 Mitarbeiter sowie 94 Auszubildende, Trainees und Jungfacharbeiter. Im Nachwuchsbereich stehen insbesondere die Erstausbildung kaufmännischer und gewerblich-technischer Nachwuchskräfte, aber auch die Ingenieurausbildung im Vordergrund. Zur Weiterbildung von Mitarbeitern und Führungskräften wurden 2009 neue Trainingsreihen ins Leben gerufen, zum Beispiel eine Seminarreihe zur Stärkung von BWL- und Managementkompetenzen in Kooperation mit der Handelshochschule Leipzig.

Ausblick

Für das Jahr 2010 geht die Geschäftsführung der Stadtwerke Leipzig davon aus, dass das Unternehmen die Ergebniserwartungen erfüllt und rund 50 Mio. Euro an die LVV ausschütten wird.

Nachhaltige Investitionen

2010 ist der Austausch einer Gasturbine der Leipziger Gas- und Dampfturbinen-Anlage geplant. Damit werden der langfristige Betrieb des Kraftwerkes und die nachhaltige umweltfreundliche Versorgung der Bevölkerung mit Strom und Wärme sichergestellt.

Ausbau Großhandel

Mit der Aufnahme des Gashandels am niederländischen Handelsplatz Title Transfer Facility erweitern die Stadtwerke auch 2010 ihre Geschäftsbasis im Großhandel.

Chancen im Energievertrieb

Auch 2010 steht die umweltfreundliche Versorgung der Leipziger Bevölkerung mit Strom und Wärme an erster Stelle: So werden die Stadtwerke das Fernwärmenetz in Leipzig weiter verdichten und es insbesondere im Stadtteil Plagwitz und im Waldstraßenviertel ausbauen. Darüber hinaus führen die Stadtwerke Leipzig neben Wärme21.komfort weitere innovative Produktvarianten ein: Wärme21.klassik – Wärme aus Gas-Brennwertkesseln, Wärme21.klima – Wärme aus Gas und erneuerbaren Energien sowie Wärme21.kombi – Wärme aus Blockheizkraftwerken.

Noch im Sommer 2010 ist die Einführung neuer Online-Produkte für Strom und Gas geplant, um Privat- und Gewerbekunden auch über die Leipziger Stadtgrenzen hinaus gewinnen zu können.

Innovation voranbringen

2010 werden die Stadtwerke Leipzig beginnen, eine Infrastruktur von Elektrotankstellen in Leipzig aufzubauen. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen. Dafür hat sie aus dem Konjunkturpaket II 115 Mio. Euro Fördermittel bereitgestellt und acht Modellregionen gebildet. Eine davon ist Sachsen mit den Schwerpunkten Dresden und Leipzig. Gemeinsam mit der DREWAG, der ENSO, der LTB sowie den Hochschulen Dresden und Leipzig haben die Stadtwerke Leipzig bereits einen Förderantrag gestellt. Um die Elektromobilität in Leipzig voranzubringen, beantragten die Stadtwerke ein Investitionsvolumen in Höhe von 517.000 Euro. Der Eigenanteil wird voraussichtlich bei 50 Prozent liegen.

 
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