Prima Klima durch passive Kühlung
An seinem 2005 erbauten Nullheizenergiehaus im oberpfälzischen Voggenthal testete VARIOTEC mit Forschern des Freiburger Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE den Einsatz eines innovativen Heiz- und Kühlsystems.
Die Leichtbauweise der Obergeschosse, gepaart mit den zum Teil nur 15 cm dünnen vakuumgedämmten Wänden, führte zwar auf der einen Seite zu einem optimalen winterlichen Wärmeschutz, erforderte aber auf der anderen Seite die Entwicklung eines Kühlsystems für den Sommer. Dieses versteckt sich unter anderem in Form zweier Regenwasserzisternen 3 m unterhalb des Erdbodens und ist über eine hochkomplexe Haustechniksteuerung mit dem Gebäude verbunden.
Die Haustechnik des Nullheizenergiehauses arbeitet in einem perfekt abgestimmten Kreislauf: Neben der Photovoltaikanlage, der Solarthermieanlage, dem solare Schichtenspeicher, den zwei Regenwasserzisternen und der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgen auch die Wärmepumpe und die wasserführenden Rohrleitungssysteme in Decken, Dach und Wänden für eine regenerative Gewinnung und Verteilung von Heiz- und Kühlenergie. Außerdem helfen in Wände und Decken integrierte PCMs (engl.: „Phase Change Material“) zusätzlich bei der natürlichen Senkung der Temperaturspitzen.
Die geschossweise steuerbaren Temperaturkreisläufe ermöglichen zudem gradgenau einstellbare Temperaturen in jedem Raum – ein Novum im Passivhausbau. Wichtigstes Ziel der Forscher war es, die Komponenten so aufeinander abzustimmen, dass sie so wenig wie möglich Energie verbrauchen. Bestand seit dem Bezug des Gebäudes noch Optimierungsbedarf bei der Regelung der Haustechnik, wird die Anlage seit April 2007 mit einer neuen Regelstrategie betrieben.

