Mittelstandsinstitut Niedersachsen

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Das Mittelstandsinstitut Niedersachsen e.V. in Hannover wurde auf Anregung von Mittelstandsverbänden und Mittelstandspolitik 1975 durch Prof. Dr. Eberhard Hamer gegründet und seitdem wissenschaftlich geleitet. Es hatte sich zur Aufgabe gesetzt, Forschungsarbeit zum Selbstverständnis, zur Situation und zur Bedeutung des Mittelstandes in Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten.

Die ersten auf Bitten von mittelständischen Unternehmern durchgeführten Forschungsarbeiten zeigten bereits, daß nicht nur der Begriff Mittelstand, sondern auch die Bedingungen der mittelständischen Unternehmen zumindest der Politik unbekannt waren:

1976 bis 1979 wurde ermittelt, dass die Unternehmen im Schnitt tausend Stunden jährlich kostenlose bürokratische Hilfsarbeiten für den Staat zu leisten haben, daß diese Zwangsbürokratie aber die Betriebe um so härter trifft, je kleiner sie sind. Ein Unternehmen bis zu 10 Beschäftigten hat 23fach so hohe Kosten wie ein Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Die Bürokratieüberwälzung ist also zwar gleich, aber nicht gerecht, sondern mittelstandsfeindlich.

Den Klagen mittelständischer Unternehmer wurde in einer Privatisierungsuntersuchung nachgegangen und entdeckt, daß die öffentlichen, nicht hoheitlichen Leistungsbereiche im Schnitt etwa 30 bis 50% teurer arbeiten als der Marktpreis mittelständischer Unternehmen. Mit der von Hamer entwickelten Privatisierungsformel war leicht nachzurechnen, welchen Rationalisierungserfolg eine Privatisierung für die öffentliche Körperschaft ergibt. Seitdem gilt der Umkehrschluß, daß Privatisierung generell eine Rationalisierungschance sei und der Staat begründen müsse, weshalb er diese Rationalisierung im Einzelfalle nicht durchführen will. Damit begründete Hamer den neuen ökonomischen Privatisierungsansatz, daß also Privatisierung nur nach Rentabilitäten entschieden werden müsse.

In zweijähriger Forschungsarbeit wurde aus den amtlichen Statistiken ermittelt, daß der Mittelstand netto über 80% der öffentlichen Finanzen (Steuern und Sozialabgaben) trägt, während die Großunternehmen seit mehr als einem Jahrzehnt Netto-Subventionsempfänger und die Arbeiterschaft Netto -Sozialtransferempfänger ist. Nur auf Basis eines gesunden und zahlungskräftigen Mittelstandes kann also der Staat einerseits die Konzerne subventionieren, andererseits sein Sozialsystem aufrechterhalten.

Eine neue Unternehmerforschung bewies, daß ein vom Inhaberunternehmer geführtes Unternehmen andere Ziele, Erfolgskriterien und auch Risiken hat als eine von angestelltem Management geführte Kapitalgesellschaft. Nur die vom Inhaber geführten Unternehmer sind mittelständische Unternehmen. In ihnen ist die Person die entscheidende Erfolgsgröße, nicht das Kapital.

Der Unternehmer ist auch als Entscheidungsträger andersartig gegenüber einem Manager. Unternehmer arbeiten für sich, für ihre Familie, aus eigenem Recht, mit voller persönlicher Haftung. Manager dagegen für andere Auftraggeber, nach Weisung, ohne persönliche Haftung. Diese Verschiedenartigkeit hat Folgen für das Entscheidungsverhalten, für die Lebensführung, für die Familienbindung ans Unternehmen und für die Nachfolge.

In Aufsätzen und Sammelbänden wurde nachgewiesen, daß die von Unternehmern geführten mittelständischen Unternehmen mehr als 80% der Arbeitnehmer unserer Wirtschaft beschäftigen, mehr als 85% der Lehrlinge ausbilden, daß sie also die stärkste und sogar wachsende Säule des Arbeitsmarktes sind, während die Kapitalgesellschaften an beschäftigungspolitischer Bedeutung verlieren.

Aus dem Mittelstandsinstitut in Hannover wurden mehr als tausend Betriebssanierungen, Hilfen in Betriebsschwierigkeiten und sogar Prozeßhilfen ehrenamtlich geleistet. Das Institut ist Ansprechpartner nicht nur für die mittelständischen Unternehmen, sondern auch für die mittelständischen Verbände.

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