Hoher Geldpreis für Klimafolgenforscher CBE Schellnhuber



(Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde – Dr. Wolfgang Thüne)
Der Physiker Hans Joachim Schellnhuber, der von dem damaligen Umweltminister Klaus Töpfer 1991 zum Gründungsdirektor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) berufen wurde, wird in diesem Herbst gleich mehrfach ausgezeichnet. Von der Universität Kopenhagen erhält er die Ehrendoktorwürde. Danach verleiht ihm der Bundespräsident Christian Wulff in seinem Amtssitz, dem Berliner Schloss Bellevue, das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Und Anfang November dann wird dem PIK-Direktor Schellnhuber der als höchste internationale Ehrung für Umweltwissenschaften geltende Preis über die Volvo-Stiftung in Schweden übergeben. Diese Auszeichnung ist verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von rund 160.000 Euro.

„Mit dem Aufbau vielfältiger und fächerübergreifender Forschung, die sich der erschreckenden Herausforderungen des Klimawandels für die Menschheit annimmt, gibt es niemand Besseres als Hans Joachim Schellnhuber, um international führend zur Entwicklung wissenschaftliche Erkenntnisse beizutragen und diese für Politiker und andere Entscheidungsträger anwendbar zu machen, heißt es in der Begründung der Jury des Volvo Umwelt-Preises. Als Physiker habe Schellnhuber „den strengen, quantitativen Ansatz auf die Erdsystemforschung angewandt“ und deren Entwicklung damit entscheidend vorangebracht. Er ist der erste Deutsche, der den Preis erhält. Es sei „mehr als verdient“, so Paul Crutzen, Träger des Chemie-Nobelpreises 1995, „dass Hans Joachim Schellnhuber jetzt diesen Preis erhält. Er hat als Forscher die Art verändert, wie wir all die komplexen Prozesse zwischen Himmel und Erde betrachten. Aber er ist mehr als nur ein brillanter Kopf – er ist ein Kopf mit Gewissen. Wie kaum ein anderer baut Schellnhuber unermüdlich Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.“

Preise sollte man nicht neiden, aber wer derart über alle Maßen gelobt und materiall wie ideell mit Ehrenbezeugungen überhäuft wird, der muss sich auch die kritische Frage gefallen lassen, was er dazu beigetragen hat, „die komplexen Vorgänge zwischen Himmel und Erde“ nicht nur anders zu betrachten, sondern besser zu verstehen. Zwischen „Himmel und Erde“ befindet sich konkret die Troposphäre, in der sich all die Physikalischen Vorgänge abspielen, die wir pauschal als Wetter bezeichnen. Zu einem besseren Verständnis der meteorologischen Prozesse haben weder Hans Joachim Schellnhuber noch das gesamte etwa 300 Personen umfassende Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung den geringsten Beitrag geleistet. Der Deutsche Wetterdienst hat keinerlei Hilfestellung von den neuartigen theoretischen Erkenntnissen des PIK zwecks Verbesserung der numerischen Wettervorhersagen bekommen.

Außer dem Wetter spielen sich keine „komplexen Prozesse zwischen Himmel und Erde“ ab, so dass die kritische Frage erlaubt sein darf, welche Aufgabe konkret im PIK geleistet werden sollte und was das PIK gemacht hat. Ach ja, Schellnhuber wird auch als Klimaforscher ausgezeichnet. Doch außer der gebetsmühlenartig immer wieder hinausposaunten „erschreckenden Herausforderungen des Klimawandels“ hat das PIK nie den Versuch gemacht, den seit Jahrhunderten bekannten erdgeschichtlichen Klimawandel auch nur ansatzweise zu erforschen und zu erklären. Die Ursachen sind unbekannt. Es gibt zwar Dutzende von unterschiedlichen Hypothesen, aber keine physikalisch einigermaßen konsistente Darstellung der ewigen und in unterschiedlichen Zeitskalen sich abspielenden Klimaveränderungen. Das Lob, „wissenschaftliche Erkenntnisse“ zur Ursache des ständigen Klimawandels entwickelt zu haben, entfällt also, ist unbegründet.

Doch der größte Geburtsfehler, den das PIK grundsätzlich hat, ist die ihm speziell von der Politik zugewiesene Aufgabe, die Folgen von Klimaveränderungen zu erforschen. Jeder Physiker, ja jeder Mensch mit qualifizierter Schulbildung weiß, dass man die Folgen von etwas, das es in der Natur nicht gibt, auch nicht vorhersagen kann. Klimaforschung wie „Klimafolgenforschung“ sind per se so unmöglich wie die Quadratur des Kreises. Es ist einzig und allein der Mensch, das das definiert hat, was wir Klima nennen, als Klima zu verstehen glauben. Die Anfänge der Klimatologie werden auf Alexander von Humboldt zurückgeführt, der um 1815 die erste Isothermenkarte ansatzweise konstruierte und sich dazu gemittelter Temperaturwerte bediente. Die Klimatologie ist eine beschreibende Wissenschaft im Rahmen der Geographie, ist sozusagen angewandte Meteorologie. Die heute international gültige und von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf angewandte Definition von Klima fasst unter Klima den an einem Ort über 30 Jahre gemessenen und dann gemittelten Wetterzustand zusammen. Klima ist also nicht ein existenter Naturzustand, der beobachtet und gemessen werden kann, sondern ein von Wissenschaftlern definierter und statistisch berechneter abstrakter Wert, der einen irgendwie gearteten „mittleren Wetterzustand“ beschreiben soll. Eine Windböe kann einen Baum umknicken, doch der mittlere Wind bewegt kein Blättchen.

Ein „mittlerer Wetterzustand“ ist eine unnatürliche Fiktion, die eine Konstanz vortäuscht, die von Natur aus bei den stets veränderlichen und vom Menschen nicht beeinflussbaren Wettervorgängen nie gegeben ist. Ein „mittlerer Wetterzustand“ kann ohnehin nicht beschrieben werden, weil nicht das Wetter als Ganzes beobachtet und gemessen werden kann, sondern stets immer nur einzelne von vielen Wetterelementen gemessen werden. Eine gemittelte Temperatur sagt nichts über das tatsächliche Wetter aus. Ebenso wenig aussagekräftig wäre eine mittlere Bewölkung, eine mittlere Windrichtung oder Windgeschwindigkeit oder ein mittlerer Niederschlag, der zudem nicht zwischen Regen und Schnee differenziert. Was könnte man von einer über 30 Jahre gemittelten Nebelhäufigkeit anfangen? Wenn sich die hochdotierten Klimaexperten mit einem „mittleren Globaleinkommen“ zufrieden geben müssten, sie hätten nicht so einen starken Zulauf.

Da es ein „mittleres Wetter“ in der Natur nicht gibt, kann es auch kein „Klima“ geben, das vom Menschen direkt beinflusst werden könnte und das in Gegenwehr dem Wetter Weisung gibt, extremer und wilder zu werden. Diese notwendige Aufklärungsarbeit hat das PIK nicht betrieben, im Gegenteil. Seit seiner Entstehung im Jahre 1991 unter dem CDU-Umweltminister Klaus Töpfer hat das PIK unter Leitung von Hans Joachim Schellnhuber ein Spiel mit der Angst betrieben, indem es mit Klimagefahren drohte, die es nicht gibt und die prinzipiell nicht eintreten können. Gefahren für den Menschen gehen einzig und allein vom Wetter aus. Das PIK hat ausschließlich der Politik gedient und Klimaängste erzeugt sowie an der politischen Vision einer „Großen Transformation“ gearbeitet. Das erklärt auch, warum Schellnhuber gleichzeitig von der Politik die Führung des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) übertragen bekommen hat. Man kann sich so besser die Bälle zuspielen und die politischen Vernetzungen kaschieren. Auch der ehemalige Minister und UNEP-Direktor Klaus Töpfer hat am 2. Februar 2009 als Dank der Politik ein Institut geschenkt bekommen. Er ist Direktor des Institutes für Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam.

Alle diese Institute und Institutionen, die der Klimapolitik dienlich sind, sind von Grund auf überflüssig. Dies gilt spätestens seit dem 23. März 2007. An diesem Tag hat Schellnhuber den UN-Weltklimabericht präsentiert und dabei festgestellt: „Die Indizienaufnahme ist abgeschlossen, der Täter ist identifiziert.“ Im Grunde war die Indizienaufnahme schon bei der Klimakonferenz 1992 in Rio de Janeiro abgeschlossen.

Wenn der Preis, der von der Autofirma Volvo gestiftet wurde, Anfang November überreicht wird, dann kann Schellnhuber sich nicht nur mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse zieren, sondern auch mit dem von Königin Elisabeth II im Jahr 2004 verliehenen Titel Commander oft he Most Exzellent Order oft he British Empire (CBE). Zusätzlich zu seiner PIK-Leitung war Schellnhuber von 2001 bis 2005 Forschungsdirektor des Tyndall Centre for Climatic Research und Professor an der Environmental Sciences School der University of East Anglia in Norwich. Das Tyndalll Centre stand im Verdacht, in großem Stile Klimadaten manipuliert zu haben, um die „Erderwärmung“ infolge der industriell bedingt steigenden Kohlenstoffdioxidemissionen zu beweisen. Bezüglich der Vielzahl weiterer Preise wird auf das PIK verwiesen.

Als 1991 das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung begründet wurde und Schellnhuber seine Arbeit aufnahm, war die „Indizienaufnahme“ längst abgeschlossen und das CO2 zum „Klimakiller“ abgestempelt und verurteilt worden. Eine wissenschaftliche Leistung wäre es gewesen, dieses krasse Fehlurteil anzugehen und das Gegenteil zu beweisen. Dieses wäre nicht schwer gewesen, aber es unterblieb, weil es politisch nicht erwünscht war. Man hätte sich nur die CO2-Mauna-Loa-Kurve näher anschauen müssen und sich die Arbeit machen müssen, die Frage zu beantworten, woher die „Sägezähne“ herrühren. Die Erklärung läge auf der Hand und ist auf den Einfluss der Vegetation zurückzuführen. Immer wenn im März auf der Nordhalbkugel die Vegetationsperiode im Frühling beginnt, entziehen die Pflanzen bei der Assimilation der Luft CO2 mit der Folge, dass der CO2-Gehalt der Luft um etwa 8 ppm sinkt. Zu Ende der Vegetationsperiode im Herbst stellen die grünen Pflanzen die Photosynthese-Tätigkeit ein, der CO2-Gehalt der Luft steigt, wenn es immer kälter wird, der Winter kommt.

Und was machen die Temperaturen mit Beginn des Frühjahrs? Sie steigen mit zunehmender Tageslänge, steigendem Sonnenstand wie stärkerer Einstrahlung bis in den August hinein, um dann im Herbst und Winter wieder zu sinken. Die Jahresgänge von CO2-Gehalt und Lufttemperatur, die Sägezähne beweisen es, verlaufen nicht parallel, sondern gegensätzlich zueinander. Sie zeigen keinerlei Korrelation. Von einer Kausalität kann überhaupt nicht die Rede sein. Dies betrifft auch die Tagesgänge beider Elemente. Auch hier kann man Tag für Tag beobachten, dass mit Sonnenaufgang die „chemische Fabrik“ Pflanze anspringt und der Luft Kohlenstoffdioxid entzieht, in das Pflanzenwachstum investiert, um dann gegen Abend mit der Dunkelheit die Assimilation einzustellen. In der Nacht entweicht dem Boden wieder CO2, um den Luftvorrat aufzufüllen und den Pflanzen die notwendige Nahrung für den nächsten Tag bereit zu stellen. Auch hier zeigt der Temperaturverlauf ein gegensätzliches Verhalten. Es ist eine messbare Tatsache, dass immer bei Sonnenaufgang das Minimum der Temperatur mit dem Maximum des CO2-Gehalts zusammenfällt. Während am Vormittag die Temperatur steigt, nimmt der CO2-Gahalt ab.

Weder die Abqualifizierung des CO2 zum „Klimakiller“ noch dessen Diffamierung als „Umweltgift“ sind angebracht und angemessen. Dies zu propagieren, ist eine naturwissenschaftliche Todsünde. Nirgendwo auf dem Erdenrund zu keiner Tageszeit hat das CO2 etwas mit der Lufttemperatur zu tun. Für die grünen Pflanzen ist das CO2 ein unverzichtbarer Nahrungsstoff, wie das Wasser mit seinen Mineralstoffen. Wer aus Klimaschutzgründen eine „CO2-freie Atmosphäre“ propagiert und zum politischen Ziel deklariert, der entzieht der Vegetation ihre Nahrung und gefährdet alles Leben auf Erden. Mit wissenschaftlicher Redlichkeit hat es nichts zu tun, wenn man die Tages- und Jahresgänge eliminiert und zwischen Jahresmittelwerten von CO2 und Temperatur Scheinkorrelationen berechnet, um Kausalbeziehungen zu konstruieren. Diese Vorgehensweise kann man mit den Worten von Hubert Markl, dem Ex-Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, als „Lug und Trug“ bezeichnen. Solch ein Betrug führte auch zu dem „95-Prozent-Beweis“, den das Max-Planck-Institut für Meteorologie unter Klaus Hasselmann schnell vor der Klimakonferenz 1995 in Berlin präsentierte, auf der dann auf Drängen des Physikerin und Umweltministerin Angela Merkel der Kyoto-Prozess beschlossen wurde.

Schaut man ins Internet, so erklärt das PIK, dass es unter anderem die „Mission“ ausübe: „Natur- und Sozialwissenschaftler erarbeiten interdisziplinäre Einsichten, welche wiederum eine robuste Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen.“ Für die Politik mögen die Ergebnisse „robust“ sein, für den Ruf der Wissenschaft sind sie verheerend. Wenn die Missionare des PIK der Politik die „Einsicht“ vermitteln, dass nur die bedingungslose Bekämpfung der CO2-Emissionen das Klima und damit die Welt vor dem Untergang retten könne, dann sollte der „Wutbürger“ in uns erwachen. Nur geballter Bürgerzorn könnte noch helfen, den Weg in die Treibhaus-Knechtschaft zu verhindern. Wir Bürger sollten uns an Immanuel Kant orientieren, und wieder den Mut aufbringen, nicht bedingungslos irgendwelchen Expertenmeinungen zu glauben und lieber den eigenen Verstand zu benutzen, um uns aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien. Wehren wir uns gegen das diktatorisch auftretende Gutmenschentum.

Das globale Treibhaus als „Haus der Hörigkeit“ ist ideologisch fertig, die geistigen Fesseln sind angelegt. Diese gilt es in letzter Sekunde noch zu sprengen.

Oppenheim, den 9. September 2011

Dr. Wolfgang Thüne



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen