Kultur für alle!



SPD macht erstmals Antrag in Leichter Sprache

„Die Politikerinnen und Politiker der SPD wollen, dass alle Menschen überall mitmachen können. Sie wollen Kultur für alle.“ Dieser Satz ist in sogenannter Leichter Sprache formuliert und steht in der Übersetzung eines Antrags der SPD, der am Freitag (27.) in den Bundestag eingebracht wird. Der Antrag „Kultur für alle! – für einen gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderung zu Kultur, Information und Kommunikation“ will die UN-Behindertenrechtskonvention für den Bereich Kultur und Medien umsetzen.

Die SPD hat diesen Antrag in Leichte Sprache übersetzen lassen, damit ihn möglichst alle verstehen können – besonders diejenigen, für die der Antrag Verbesserungen bringen soll. Dazu zählen neben geistig Behinderten auch Menschen mit Lern- oder Konzentrationsschwierigkeiten, mit Altersdemenz oder Menschen, die die deutsche Sprache erst erlernen.

Die SPD-Bundestagsfraktion bringt damit als erste Fraktion überhaupt einen Antrag im Bundestag ein, der in Leichter Sprache verfasst ist. „Wir wollen auf diese Weise Politik den Menschen nahebringen, die
sonst keinen Zugang zu den Debatten und Entscheidungen des Bundestages haben. Oft liegt das schließlich daran, dass sie die Sprache der Politik zu kompliziert finden“, erklärt die Darmstädter Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries. Leichte Sprache besteht aus kurzen, einfachen Sätzen mit kurzen Wörtern. Der Text ist in einer bestimmten Schriftgröße verfasst und enthält viele Erklärungen. Bunte Bilder unterstützen das Verstehen des Textes.

„Menschen mit Behinderungen interessieren sich ebenfalls für Politik. Wir dürfen sie nicht ausschließen“, so Zypries. „Besonders die Beschlüsse des Bundestages, die sie betreffen, müssen verständlich formuliert werden. Erst das macht sie zugänglich – und so verstehe ich Barrierefreiheit.“

Der SPD-Antrag fordert, die UN-Behindertenrechtskonvention zügig umzusetzen: Kultur- und Freizeitangebote barrierefrei zu gestalten, bei Ausschreibungen des Bundes die Barrierefreiheit verpflichtend zu berücksichtigen, die Denkmalförderung des Bundes möglichst an barrierefreie Zugänge zu knüpfen und Filme nur dann zu fördern, wenn wenigstens eine Endfassung des Films mit deutscher Audiodeskription oder deutschen Untertiteln vorliegen wird. Es geht um barrierefreie Zugänge zu Kultur-, Medien- und Informationsangeboten, aber auch um die aktive Teilhabe von Menschen mit Behinderungen als Künstlerinnen und Künstler.

„Die Übersetzung unseres Antrags in Leichte Sprache ist ein Pilotprojekt. Wir möchten, dass sich alle Fraktionen im Deutschen Bundestag darauf einigen, in Zukunft barrierefreie Zugänge zu den wesentlichen Entscheidungen und Debatten des Deutschen Bundestages bereitzustellen“, sagt Brigitte Zypries.

Der SPD-Antrag mit Übersetzung in Leichte Sprache ist verfügbar unter: www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,15641,00.pdf.
Details zur Leichten Sprache liefert www.leichtesprache.org.



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