Aua! Sportberichterstattung und Deutsch als Fremdsprache



Benutzt ein Reporter Fremdworte, mag das unheimlich intellektuell klingen, geht aber auch schon mal voll in die Hose!

Vor langer Zeit verwechselten 'mal Sportreporter (es war in der ARD) beim Skispringen Stundenkilometer mit Kilometerstunden. Die letzte Zeit verwechselt der Bundesumweltminister Kohlendioxid mit Kohlenstoff, die Agrarministerin verwechselt genfrei mit gentechnikfrei.

Gestern früh verwechselte der Reporter sogar Männlein mit Weiblein, sagte er doch über das im Zielraum postierte Führungstrio, dort stehe das "Triumvirat". Man lernt zwar nie aus, doch die Bildungsrepublik rückt angesichts solch wohlfeil öffentlich rechtlich ventilierter Dummheiten immer mehr in die Ferne.

Und keine führenden Politiker kritisieren das, sondern fast alle, Kanzlerin und Bildungsministerin vorneweg, machen mit. Die Kritiker dessen werden als Spielverderber im Wettbewerb der Beliebigkeiten
zwischen Gesagtem und Gemeintem ausgemacht. Nicht umsonst fehlt z.B. im letztjährig beschlossenen Bildungsprogramm der CDU das Thema "Bildungslücken der Erwachsenen", wozu auch die meisten politischen Mandatsträger altersmäßig gehören, fast komplett. Denn es schlüge folgerichtig im nächstgelegenen Ziel, sprich in den eigenen Reihen, als gut gestreuter Schrotschuss ein.

Was im konkreten Fall zu fragen bleibt, ist, ob ich weniger einen globalen Klimawandel als den journalistisch unverfrorenen Geschlechterwandel, heute gleich im Dreierpack, zu befürchten habe?

Schließlich dachte ich zeitweise, Journalisten trügen für das, was sie sagen, eine Verantwortung auch hinsichtlich der Folgen und nähmen diese Verantwortung im Gegensatz zu besagten Politikern auch wahr. Die angesprohenen Folgen liegen auch darin, daß viele Leute das "quasi" Gesagte mangels Insider-Wissens und hinreichenden Allgemeinwissens nicht dem Gemeinten zuordnen können. Geben diese Leute dann aber dies Worte und nicht das mit den Worten Gemeinte an Dritte weiter, haben wir wieder einige kaum hilfreiche Zauberlehrling-Effekte, so wie es sie in Sachen Kohlendioxid und Gentechnik (s.o.) gibt, mehr.




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