Hidden Champions - Hidden Laurels


Vor ein paar Jahren erfand Prof. Hermann Simon im deutschen Sprachraum das Wort von den "Hidden Champions", den versteckten Champions. Das sind Weltmarktführer, die man in der Öffentlichkeit nicht kennt, die - scheinbar versteckt sind.Dabei gibt es viele Tatsachen, die solchen Weltmarktführern beim Bekanntwerden helfen würden. Leider sind die oft ebenso "versteckt". Dazu gehören auch Auszeichnungen. Man könnte das Phänomen in Anlehnung an Simon "Hidden Laurels" nennen, "versteckte Lorbeeren". Zum Beispiel wurde die vierfache Mutter Gabi Grützner  2004 als Finalist und 2006 als "Unternehmerin des Jahres" im Wettbewerb "Großer Preis des Mittelstandes" ausgezeichnet. Anschließend wurde sie in Berlin Vorsitzende des Mittelstandsbeirats von Senator Harald Wolf, sie wurde als Qualitätspreisträger eine der beiden "Qualitätsbotschafter" der Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg, und sie wurde vielfach interviewt. Der Tagesspiegel schrieb kürzlich wieder unter der Rubrik "HEIK AFHELDT trifft …" über Gabi Grützner. Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegel.  Leider wieder ohne Bezugnahme auf die große Auszeichnung aus dem Jahr 2006, die einer der Meilensteine auf dem Weg der Spitzenfrau und Spitzenunternehmerin Berlins war.Dieses Versteckspiel ist schade. Denn es hilft den "Hidden Champions" nichts. Und es ist unnütz. Denn es hilft auch sonst niemandem.Warum also sind Benchmarks, Auszeichnungen und andere Alleinstellungsmerkmale manchmal "Hidden Laurels"? Es gibt zwei Akteure dieses Informations- und Kommunikationsprozesses, die beide denselben Schwächen unterliegen: Der Champion selbst und die Medien als institutionalisierte Öffentlichkeit.Mitunter sorgt Oberflächlichkeit, andermal Überforderung dafür, dass Informationen untergehen, die eigentlich wichtig und wertvoll genug wären, erinnert zu werden. Die Fülle relevanter Informationen ist ja häufig genug unüberschaubar geworden. Die Zeit, die zu ihrer Verarbeitung zur Verfügung steht, wird immer knapper.Mitunter ist das Verstecken von Informationen auch Absicht. Denn auch institutionalisierte Medien unterliegen dem 4-Ohren-Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun. Es ist eine Illusion, zu glauben, Medien würden allein der Informationsverbreitung, der Sachebene dienen. Sie müssen ebenso eine Beziehungsfunktion, eine Appellfunktion und eine Selbstkundgabefunktion erfüllen. Und mindestens eine dieser drei Kommunikationsebenen widerspricht häufig der Sachebene.Man kann Informationen ignorieren. Man kann sich auch dafür entscheiden, sie nicht zu ignorieren. Aber es gibt keine Möglichkeit, Information als solche zu negieren, wenn sie einmal in der Welt sind. Das wäre ebenso unmöglich wie der Versuch, nicht nicht zu kommunizieren.



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