Premierminister Naoto Kan: Wutanfall verhinderte Horrorszenario


Martin Fritz berichtet in der WELT, dass ein Zornesausbruch von Japans damaligem Premierminister (Spitzname „Der Zornige“) eine Katastrophe verhinderte. Vier Tage nach dem Megaerdbeben und dem Jahrhundert-Tsunami stürmte Naoto Kan um 5.35 Uhr in die Tepco-Konzernzentrale und brüllte:„Was zum Teufel geht hier vor?“ Tepco-Präsident Masataka Shimizu hatte zuvor angewiesen, das gesamte Personal aus der Atomanlage Fukushima Daiichi abzuziehen und die Rettungsarbeiten einzustellen. Der Premierminister stellte klar, dass ein Rückzug ausgeschlossen sei. „Japans Überleben steht auf dem Spiel“, rief Kan. Denn ohne Kühlung würden Tausende von abgebrannten Brennstäben voller in Brand geraten, eine „teuflischen“ Kette von ungekühlten Atommeilern entstünde mit der 40 bis 60fachen Radioaktivität wie beim Atomunfall in Tschernobyl. Die Evakuierung der 35 Millionen Bewohner von Tokio wäre unvermeidlich gewesen.
Das Desaster war das Resultat absichtlich ignorierter Risiken und keineswegs so unvorhersehbar, wie Tepco lange Zeit behauptete. Und die Anekdote des Wutanfalls zeigt einmal mehr, wie sehr menschliches Verantwortungsbewusstsein die Dinge bis zur Katastrophe verschlimmern oder wie in diesem Falle Katastrophen verhindern kann.
Kan trat im Sommer 2011 von seinen Ämtern zurück.



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