Unternehmensnachfolger gesucht...



Tausende von Familienbetrieben müssen jedes Jahr aufgeben, weil die Patriarchen die Nachfolgeregelung entweder zu spät, halbherzig, zu emotional oder gar nicht planen. Dabei gibt es professionelle Hilfe für Unternehmerfamilien beim Generationswechsel.

Schon als Kind erfuhr Stefan Mertens* im mittelständischen Produktionsunternehmen seiner Eltern, wie es sich anfühlt, selbständig zu sein. Vater und Mutter ließen nie einen Zweifel daran, dass er eines Tages den Betrieb übernehmen soll. Ob er wirklich dazu bereit und qualifiziert genug war, wurde nie bezweifelt. Und so war es nur konsequent, dass er in einem Kollegenbetrieb die Ausbildung zum Werkzeugmacher absolvierte. Einige Zeit später folgte das Studium zum Maschinenbau Ingenieur inkl. Abschluss. Auch wenn für ihn beruflich alles glatt lief, so spürte er mehr und mehr, dass ihn die Arbeit im elterlichen Betrieb letztlich nicht wirklich zum „Brennen“ brachte. Er träumte eher vom Beruf als Interior Designer, interessierte sich für kreatives Arbeiten, Inneneinrichtung, Mode, wollte Räume als Erlebniswelten gestalten. Seinen Eltern war sein gestalterisches Talent nie recht aufgefallen. Dafür blieb zuhause keine Zeit. Als sein Vater dann im Alter von 64 Jahren schwer erkrankte, war es keine Frage, dass Stefan den elterlichen Betrieb weiter führte. Er wollte seine Eltern nicht enttäuschen, fühlte sich verpflichtet. Plötzlich war er der „Herr im Hause“ – ob er wollte oder nicht. Wie halbherzig er die Rolle des Geschäftsführers als Vertreter seines Vaters ausfüllte, wurde allerdings schon nach einem Jahr deutlich, als „der Alte“ wieder genesen war. Der Betrieb stand inzwischen am Rande des Ruins. Zu hohe Kosten, viele Kunden waren abgewandert, weil sie die individuellen Lösungen des Hauses vermissten und auch das Personal kam mit dem Führungsstil des Juniors nicht klar. Die Banken hatten das Vertrauen verloren. Stefan's Eltern waren enttäuscht, ja verbittert und ratlos zugleich. Erst jetzt kamen ihnen beträchtliche Zweifel, ob ihr Sohn der geeignete Altersnachfolger für den Traditionsbetrieb sein würde. Stefan warf frustriert das Handtuch. Der elterliche Betrieb musste unter dem Druck der Banken krankheitsbedingt weit unter Wert veräußert werden.

„Das hätte mit sorgfältiger Vorbereitung vermieden werden können“, meint Albrecht v. Bonin, Geschäftsführender Gesellschafter der VON BONIN Personalberatung in Gelnhausen. Sein Unternehmen ist seit über 30 Jahren nicht nur auf die Suche und Auswahl von Führungskräften spezialisiert. Häufig berät sein Expertenteam darüber hinaus Mittelstandsbetriebe in der Nachfolgeregelung.

Das Schicksal der Familie Mertens ist nach seiner Erfahrung kein Einzelfall. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2015 etwa 75.000 familiengeführte Produktionsbetriebe einen Nachfolger suchen. Dadurch stehen jährlich etwa 200 bis 300 Tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel, wenn die Nachfolgeregelung scheitert. Das Hauptproblem vieler Familienunternehmen besteht darin, dass sie die Nachfolge nicht oder viel zu spät planen. Nur selten wird externer Expertenrat eingeholt. „Das regeln wir schon alleine“ oder „Das hat Zeit, darum kümmern wir uns irgendwann noch“, sind häufig die Aussagen.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind schwer zu durchschauen. Auch auf die Beziehungen innerhalb der Eigentümerfamilie hat die Nachfolgeregelung weit reichende Folgen. Viele Familien schieben die Entscheidung vor sich her, weil sie nicht den Mut haben, das Thema proaktiv anzugehen. Wenn die Seniorgeneration nicht die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übergang schafft, ist das Risiko des Scheiterns groß. Experten schätzen daher, dass in Deutschland fast jede zweite Nachfolgeregelung in Familienunternehmen scheitert. Wenn der Generationswechsel gelingen soll, ist daher eine rechtzeitige und systematische Vorbereitung unabdingbar.

“Spätestens mit 50 sollten Familienunternehmer die Nachfolgeplanung in Angriff nehmen“ empfiehlt Albrecht v. Bonin „Dann können alle Optionen in Ruhe geprüft und alle kritischen Hürden reibungslos genommen werden. Ein Unternehmer, der sich bereits in diesem Alter seiner eigenen Endlichkeit bewusst wird, geht entspannter an das Thema Übergabe und Loslassen heran“.

Speziell für Unternehmerfamilien hat die VON BONIN Personalberatung ein Programm entwickelt, das Fehler in der Nachfolgeregelung vermeiden hilft. Die Consultants verstehen sich als Coach für den Ausstieg des Seniors und Steigbügelhalter des Juniors bzw. externen Nachfolgers. Aus über 30-jähriger Beratungspraxis wissen sie, welche betriebswirtschaftlichen, steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Fallstricke beim Generationswechsel lauern können. Ihre Klienten sind größtenteils mittelständische – oft inhabergeführte – Betriebe. Daher wissen die Berater, dass der emotionale bzw. psychologische Aspekt beim „Stabwechsel“ häufig unterschätzt wird. Ohne professionelles Coaching ist dann oft das Scheitern der Übergabeverhandlungen vorprogrammiert.

Beratung und Service sind modular aufgebaut und orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Auftraggeber. Die Analysephase beleuchtet die aktuelle betriebswirtschaftliche Situation des Unternehmens, das familiäre Umfeld der Unternehmer, Produkte, Dienstleistungen und Zukunftsperspektiven. Eine umfangreiche Potentialermittlung gibt Aufschluss über Talente, Persönlichkeit, Qualifikationsstand und grundsätzliche Übernahmenbereitschaft des Familiennachwuchses (sofern vorhanden) sowie über seinen Entwicklungsbedarf.

Bei der familieninternen Nachfolge entsteht im zweiten Schritt die Strategie mit Maßnahmenplan zur Qualifizierung des Nachwuchses, ein Karriere- und Ablaufplan für die „Thronfolge“. Dabei wird sogar an das Risiko Management gedacht, falls unvorhersehbare Situationen die Nachfolgeplanung gefährden.

Nicht immer lässt sich in den Reihen der Familie ein Nachfolger finden. Wenn dann zu lange mit der Nachfolgeregelung gewartet wurde, müssen viele Betriebe oft in letzter Minute unter Wert verkauft oder gar geschlossen werden. Um das zu verhindern, erarbeiten die Berater zusammen mit der Unternehmerfamilie ein Konzept für die Suche nach einem externen „Übernehmer“. Dies reicht von der vertraulichen Käufer– bzw. Pächtersuche jenseits der bekannten „Unternehmerbörsen“ bis zu klassischen Methoden der Suche nach dem sogenannten „versteckten Unternehmerpotential“ in Führungskräften, die den Schritt in die Selbständigkeit planen.

Die Suche und Auswahl eines externen Nachfolgers wird auf Wunsch durch organisatorische, formelle, rechtliche und finanzielle Beratung unterstützt. Hier steht ein Experten-Team aus Anwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zur Verfügung. Wo erforderlich, begleiten die Berater auch die sensible Übergangsphase. Dabei berücksichtigen sie einerseits die emotionalen Faktoren beider Seiten und geben andererseits Tipps für die geeignete Form der Betriebsübergabe unter Einbeziehung der familiären und persönlichen Voraussetzungen.

Besonders vorteilhaft für die Unternehmerfamilie: Im Sinne ganzheitlicher Beratung stehen die Consultants Senior und Junior bzw. externen Nachfolger bei der Umsetzung der einzelnen Schritte in die Praxis mit regelmäßigen Feedbackgesprächen und Korrekturempfehlungen zur Verfügung. Dieses Coaching reicht von der Fortschrittsanalyse über konstruktive Kritikgespräche bis zur Mediation zwischen Senior und Nachfolger.


Fragen zum Thema Unternehmernachfolge beantwortet
Albrecht v. Bonin, VON BONIN Personalberatung,
63571 Gelnhausen, Tel. 06051/48 28 0
oder per e-mail info@von-bonin.de
Internet: www.von-bonin.de

*Name aus Diskretionsgründen von der Redaktion geändert

Keywords: Unternehmernachfolge Nachfolge Generationswechsel Generation Management Führung Übergabe Familienunternehmen Thronfolge Planung Nachfolgeplanung Unternehmerfamilien



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