Führen wie Steve Jobs



Genie und Wahnsinn liegen oft nah beieinander. Sagt der Volksmund. Bei großen Führern muss man das etwas differenzierter sehen. Es ist die Mischung aus Narzissmus und Charisma, Analytischem Denken und Intuition, Teamfähigkeit und Genialität, Klugheit und Selbstvertrauen und die Fähigkeit, Druck konsequent auszuüben um die Ziele jenseits aller Grenzen zu erreichen.

Den Mann den ich hier beschreibe gab es. Er hieß Steve Jobs und er ist tot. Seine Biographie ist von ihm autorisiert, es lohnt sich wieder mal auf die Schulbank zu gehen. Und es gibt wieder einen unbequemen Lehrer mehr. Die Biographie von Walter Isaacson ist grausam und liebevoll zugleich. Steve das Genie, der einsamste Mensch der Welt, Steve das Arschloch und der Narzisst, Steve der Führungslehrling, der sich niemals zum Azubi machte sondern mit seinem "abnormen Bedeutungserleben" (psychiatr. Fachbegriff) mentale Stärke demonstrierte und der mit dem Starrsinn seiner falschen Ernährung sein Leben unnötig verkürzte.

Wer dieses Buch nicht liest, ist selber schuld. Was im Strafrecht als unterlassene Hilfeleistung streng bestraft wird (kann einen ins Gefängnis bringen) ist im Bereich von Wissen und Verstehen, wie Führung funktioniert und was Führung bewirken kann, die Bildungsverweigerung der Lektüre dieser Biographie. Steve Jobs wusste in den letzten 10 Jahren seines Lebens wirklich ganz genau, wann ein "Führer" (es ist an der Zeit, dieses Wort mit neuer Bedeutung neu auferstehen zu lassen) sein Team die Entscheidung fällen lässt, und wann einsame Einzelentscheidungen gefragt sind.

Er wusste am Ende ganz genau, wie, wann und welchen Druck es braucht, um Unmögliches möglich zu machen, und wann es Verführung braucht. Er wusste wann man mit Magic Moments, mit Magic Words und wann man mit Magischen Bildern arbeiten muss. Seine Präsentationen haben Kultstatus, genauso wie seine Art die Journalisten und die Medien FÜR sich arbeiten zu lassen.

Wer seine Produkte einmal in die Hand nimmt, hat verspielt. Egal ob iPod, iPhone oder iPad. Das Erlebnis des Benutzers wird zum Erlebnis des nutzen DÜRFENS, des nicht mehr darauf verzichten Wollens. Ich als erbitterter Steve Job Feind habe es selber erlebt. Man nimmt dieses iPad einmal in die Hand und ist verloren. Die Funktion von Design, im Leben eines Menschen und bei der Gestaltung von Produkten, man versteht sie plötzlich. Auch und gerade als Laie. Aber wenn man sie einmal verstanden hat, leidet man plötzlich. Unter der menschenfeindlichen Designlosigkeit von Nicht-Apple-Produkten. Auch das habe ich vorher noch nie erlebt. Aber durch dieses Buch verstanden. Und da ist nichts weiter beschrieben, als die Geschichte des Ein- und Ausschaltknopfes vom iPhone und der Entstehung des Designs der AppleStores. Was mich am meisten beeindruckt ist, dass Apple jetzt das erfolgreichste Unternehmen der Welt ist. MERKE: sofort kaufen. 7 Sterne. Bei Amazon bestellen

Und auch hier gilt wieder: Hörbuch schlägt Lesebuch. Warum? Weil man beim Lesen leichter tilgen kann. Was einem zu neu oder zu seltsam ist, wird ruck zuck ausgeblendet, getilgt, intellektuell gar nicht erst auf dem inneren Bildschirm erzeugt. Beim Zuhören in einer Vorlesung oder bei einem vorgelesenen Buch, einem Hörbuch, liegt die Geschwindigkeit beim Vorlesenden. Man hat Zeit zum Zuhören. Man erzeugt viel mehr Bilder und Assoziationen als beim Lesen. Dazu kommt alles das, was der Vorleser an Gefühlen durch die Art des LESENS hineinpackt. Das sind noch mal 10, 20 oder 300% mehr. So passiert im Zuhörer viel mehr als hören, denken und assoziieren. Wenn irgendetwas neues an Erkenntnissen, Verstehen, Widersprüchen zu bisherigen Wissenseinheiten entsteht, kann man das Hörbuch anhalten und darüber nachdenken, darüber reden, noch mal zurück springen und es sich wieder und wieder anhören.

Mit anderen Worten, ein Hörbuch bildet und bewirkt mehr als ein Lesebuch. Und dieses Buch, formal gesehen eine "Biographie", wird sehr viele solcher Widersprüche (der psychologische Fachbegriff lautet: kognitive Dissonanz) hervorrufen. Gut so. Es gilt Grenzen zu überschreiten. Von so einem widersprüchlichen Menschen wie Steve Jobs lernen zu wollen bedeutet, sich nicht nur auf seine inneren Widersprüche einzulassen, und auf die Widersprüche, die er mit an deren Menschen und mit Produkten hatte, sondern auch auf die Widersprüche die er in unsereinem, in mir als Leser (Pardon Hörbuch-Schüler) auslöst. Wer das will und wer das kann (und wer es nicht kann, wird es hier lernen können), der lässt sich auf etwas ein was man in einem anderen Zusammenhang Persönlichkeitsentwicklung nennt. Aus und an Widersprüchen wachsen. Super, oder? Und das für nur ca. 30 €. Oder 28 Stunden hören. Grenzen zu überschreiten kann auch einfach sein. Willkommen im Club. Ach so, wer diese Biographie an und in sich aufgenommen hat, wird verstehen können, warum mein Führungstraining ab sofort den Untertitel "Führen wie Steve Jobs" hat.



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