Blogs / 2012 / Mai

Öl ist offenbar reichlicher vorhanden - Plädoyer für eine freie und soziale Gesellschaft Nr. 4/35


Deutsche Urlauber wissen die heimatlichen Wälder zu schätzen und bei Wanderungen im Bayrischen Wald, im Thüringer Wald, im Spessart oder im Sauerland genießen sie eine Waldluft, wie es sie nach gewissen Prognosen gar nicht mehr geben dürfte. Beklagt wird in Deutschland ein Geburtenrückgang, kein Bevölkerungszuwachs und die Welt-bevölkerung wird ohne Hungersnöte zunehmen, wenn es den Menschen vergönnt sein wird, nicht in Simbabwe, Nordkorea, Kuba oder in einem afrikanischen Land mit einer korrupten Regierung zu leben. Qualitatives Wachstum ist die Grundvoraussetzung für die Existenz einer menschlichen Gesellschaft. Den Menschen in Afrika und Asien hilft der Abbau von Handelsschranken in Europa und den USA, damit sie ihre eigenen Agrarprodukte anbieten und verkaufen können. Kläranlagen, Toiletten, Trinkwasseranlagen sind in den Ländern der Dritten Welt die Hauptprobleme.

Öl ist offenbar reichlicher vorhanden

Immerhin sind inzwischen 35 Jahre vergangen und in der ganzen Welt, auch in China und Russland,  fahren Autos mit einem Antriebsstoff, den es nach diesen Wissenschaftlern schon seit Jahrzehnten gar nicht mehr geben sollte. Öl ist offenbar reichlicher vorhanden als prognostiziert, das nicht nur wegen der neu entdeckten Quellen, wovon etwa Kuwait, Katar, Russland und Norwegen profitieren, vielmehr auch deshalb, weil Öl im Erdinnern nicht wie immer angenommen, allein von toten Pflanzen und Tieren abstammt. Erdöl wird nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen auch mittels Hydrierung von gemeinen Gesteinen produziert, unter den Druck und Temperaturbedingungen, wie sie 100 Kilometer unter der Erdoberfläche herrschen. Geklärt wurde dieses Phänomen, weil sich Ölfelder wieder auffüllten. Es gibt also genügend Gründe dafür, warum sich alle irrten, die daran glaubten, die Welt werde bald nicht mehr über genügend Öl verfügen. Erinnert sei auch daran, dass eine sogenannte Ölkrise 1974 nichts mit einem Mangel an Öl zu tun hatte. Es ging den Multis um ein höheres Preisniveau, das sie weltweit auch durchsetzten.

Über das Ozonloch redet kein Mensch mehr

Eine künstlich erzeugte Energiekrise löste in den westlichen Staaten eine massive Angst vor einem Versiegen der fossilen Energiequellen schon in wenigen Jahrzehnten aus. Zutreffend ist zweifellos, fossile Energieträger wie Öl und Kohle sind nicht grenzenlos vorhanden, aber wesentlich reichlicher als angenommen. In Deutschland stammt das Erdöl aus britischen, niederländischen, norwegischen Quellen in der Nordsee und aus Russland. Über das Ozonloch redet heute kein Mensch mehr. Es wurde die Mär vom FCKW verbreitet, ein Verbot zur Nutzung in den Kühlschränken erlassen, aber in Wahrheit sind die Ozonwerte natürlichen Schwankungen unterworfen, abhängig von der Jahreszeit und der Sonnenaktivität. FCKW war am Ozonloch völlig unschuldig. Jahrelang galt FCKW als ein sicheres Kältemittel, jetzt werden in den Kühlschränken Kältemittel verwendet, die in Kombination mit Luft, etwa bei einem Leck, ein explosionsfähiges Gemisch bilden.

Deutschland ist der Geisterfahrer auf der Autobahn

Wenn es um CO² geht, spürt die Atomlobby Aufwind. Der Präsident des Münchners Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans Werner Sinn, fühlt sich von der Klimaschutzbewegung in seinen Thesen bestärkt und plädiert für ein Festhalten an der Nutzung der Kernenergie. Notwendig ist nach seiner Meinung nicht nur eine Verlängerung der Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke in Deutschland, erforderlich ist auch der Bau von neuen Atomkraftwerken. Atomstrom ist eine billige und „grüne Technologie“, weil kein CO²-Ausstoß entsteht. Er ist überzeugt: „Es gibt kein einziges Land auf der ganzen Erde, das noch aus der Atomkraft aussteigt. Deutschland ist der Geisterfahrer auf der Autobahn.“ Die Installierung von Kernkraftwerken war und ist immer eine politische, keine Marktentscheidung. Regierungen übernehmen eine Verantwortung, die Unternehmer nur übernehmen würden, wenn sich Versicherungen und Konsumenten am Risiko beteiligen. Allerdings, auch darauf muss verwiesen werden, die Weltbevölkerung wurde in ihrer Existenz durch die Nutzung der friedlichen Kernenergie existentiell nicht gefährdet und allein in Deutschland starben im Straßenverkehr von 1986 bis 2000 mehr Menschen als möglicherweise durch den Gau von Tschernobyl gemäß einer Hochrechnung bis zum Jahre 2065.

Weltweite Akzeptanz zum wirksamen Klimaschutz

Es lässt sich konstatieren, die Atomlobby konnte gewisse anvisierte Ziele erreichen, Kernkraftwerke fanden weltweit (Ausnahme Deutschland) Akzeptanz zum wirksamen Klimaschutz und zur Lösung der Energieprobleme. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sich für den Bau von neuen Kernkraftwerken ausgesprochen, dürfte sich kaum scheuen, argumentativ die ICPP-CO²-Thesen zu nutzen. In den USA gibt es 104 Kernkraftwerke, sie decken ein Fünftel des Energiebedarfs und wenn jetzt weitere Kernkraftwerke gebaut werden, dient der Klimawandel als Begründung. Schließlich steht doch in der Fibel der deutschen Umweltschützer, „Die Grenzen des Wachstums“, auch diese Überlegung: „Wenn der Gebrauch natürlicher Brennstoffe durch die Freisetzung von genügend Kernenergie ersetzt werden sollte, hört auch die Freisetzung von Kohlendioxid auf, vielleicht, wie man hofft, ehe es messbare ökologische und klimatische Wirkungen hinterlassen hat.“

Not in my backyard!

Das Problem mit der Endlagerung von abgebrannten Brennstäben hat auch die USA. Und auch da gibt es Bürger, die an sich nichts gegen Kernkraftwerke haben, aber sehr viel gegen eine Endlagerung vor ihrer Haustür. Prinzip: Not in my backyard! Längerfristig könnte sich hier eine andere Lösung abzeichnen. In den USA, in Japan, auch schon in anderen Ländern, forschen Kernphysiker an einem Verfahren („Transmutation“), womit sich in absehbarer Zeit Atommüll unschädlicher machen lässt. Es galt physikalisch als undurchführbar, hochradioaktiven Abfall von einer permanenten Strahlung zu befreien Aber jetzt besitzen Kernphysiker die Zuversicht für eine Entstrahlung und Reduzierung der Halbwertzeiten. Diese Alternative wird nach den Aussagen der Wissenschaftler in 20 Jahren Realität sein und in zehn Jahren soll es die erste Demonstrationsanlage geben. Nur was möglich ist, dürfte nicht immer machbar sein, und stets stellt sich die Frage der Finanzierung. Greenpeace ist von diesen Aussichten gar nicht begeistert, man möchte lieber bei der Endlagerung bleiben. Schließlich hat sich die Anti-Atom-Bewegung an die Demos gegen Castor Transporte gewöhnt. Darauf zu verzichten, dürfte den Aktivisten nicht leicht fallen.

Atomlobby für Klimaschutz

Neue Kernkraftwerke sind nach den Befürwortern der Kernenergie emissionsfrei, also umweltfreundlich und so verstehen sie sich als Klimaschützer. Für die Atomlobby besteht daher kein Grund für eine Infragestellung des Klimaschutzes, eher das Gegenteil. Für die Energieerzeugung besitzen Innovationen sowie alternative Technologien eine zunehmende Bedeutung, nur eine effiziente Energiegewinnung aus Wind-, Sonnen- und Biogasanlagen reicht in den nächsten Jahrzehnten nicht, um den gesamten Energiebedarf zu decken. Selbst wenn sich bis zum Jahre 2050 der Strombedarf weitgehend mit etwa 50 Prozent alternativen Technologien abdecken lässt, bleiben Wasserkraftwerke, Erdgas  und Kohlekraftwerke noch zwingend notwendig. Inwieweit die Kernfusion eine Alternative bietet, bleibt abzuwarten.

Kernschmelze ausgeschlossen

Es wird auch daran gearbeitet Mini-Reaktoren zu entwickeln, die billig und sicher sind. In denen eine Kernschmelze ausgeschlossen ist. Die US-Regierung will für die Kernforschung und Entwicklung von Kleinreaktoren im Jahre 2012 853 Millionen Dollar aufwenden. Kernphysiker haben die Nutzung der Kernenergie ohne die uns bedrohenden Gefahren ins Visier genommen. Angestrebt wird in Deutschland, unsere Energieprobleme unabhängig von der Kernenergie zu lösen, deren Abfallprodukte uns gegenwärtig noch für Jahrhunderte ein schwer lösbares Problem bescheren. Im Jahre 2009 wurden 16 Prozent des produzierten Stroms auf ökologische Weise erzeugt. Daran ist der Strom aus Windenenergie mit 40 %, Biomasse mit 33 % beteiligt. Wasserkraft kommt noch auf 20 %, und die Solarenergie auf 6 %. Es besteht die optimistische Erwartung, bis zum Jahre 2025 den Anteil dieser Stromerzeugung auf 35 Prozent zu steigern. Vielleicht ist eine Steigerung der Nutzung alternativer Technologien möglich. Aber niemand, auch nicht die Gut-menschen, kommt an der Tatsache vorbei, dass wir noch auf die Nutzung fossiler Brennstoffe angewiesen sind. Energieträger wie Kohle, Erdgas und Öl haben noch lange nicht ausgedient.http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/veroeffentlichung/uwe-timm-gegen-das-geschaeft-mit-dem-klimawandelhttp://www.espero-versand.net/index.htmBezugsmöglichkeit: espero-redaktion@web.de Zurück zu Teil 1Zurück zu Teil 2Zurück zu Teil 3Vor zu Teil 5



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