Blogs / 2012 / Mai

Arbeitgeber sind für Sozialisten grundsätzlich Feinde - Plädoyer für eine freie und soziale Gesellschaft Nr. 16/35


Wer sich heute biologisch gesund ernähren will, dem steht nichts im Wege und dazu muss er keinen Kapitalismus überwinden. Aber, wird eingewendet, es gibt doch die Macht der Konzerne und diese versündi-gen sich an den natürlichen Lebengrundlagen. Eine monopolisierte Wirtschaft besitzt keinen freien Markt, aber da wären Sanktionen mög-lich und denkbar, und wer immer über ein Monopol verfügt, bleibt von den Konsumenten abhängig und wenn diese nicht mehr mitspielen, bestimmte Produkte und Dienstleistungen nicht in Anspruch nehmen, gar boykottieren, gerät selbst ein Monopolist in Schwierigkeiten. Solange ein wirtschaftliches Monopol, etwa beim Trinkwasser, bei der Bahn, Dienstleistungen vorbildlich erfüllt, Bedürfnisse der Konsumenten befriedigt, dürfte es Akzeptanz besitzen. Ist dies nicht der Fall, dreht sich der Wind und jedes Monopol gerät in stürmische Zeiten. Ein Ölkonzern wie BP verlor nicht nur Sympathien, er musste auch hohe Verluste hinnehmen, Milliarden für die Regulierung von Schäden aufwenden, und das ist der Preis für ein antimarktwirtschaftliches Verhalten. Wer den Kunden nicht dienlich ist, auch noch Schäden an der Umwelt durch sein Verhalten verursacht, wird abgestraft. Und das kann für ein Unternehmen sehr schmerzlich sein. Allein die Kosten für die Ölpest im Golf von Mexiko belaufen sich für den BP-Konzern auf 11,2 Milliarden Dollar.Zehntausende Geschädigte erhielten bereits 1,2 Milliarden Dollar Entschädigung. Ins Meer flossen 780 Millionen Liter Öl und sind damit für den Konzern verloren. Diese Erfahrung wird den Konzern zu mehr Sicherheit bei der Ölförderung zwingen. Auch Konsumenten werden verstärkt die vom Öl unabhängigen Alternativen nutzen. Allerdings, wovon die Öl produzierenden Konzerne immer wieder  profitieren, kürzlich im Golf von Mexiko, Mikroben sorgen wieder für ein sauberes Meer. Es wird auch generell keinen Verzicht auf Öl geben, zumal es für die Verbrennungsmotoren noch für die nächsten zwei Jahrzehnte gebraucht wird, weshalb Länder wie Norwegen und Grönland weiter auf eine Ölförderung setzen. Unumstritten vollzieht sich der Abschied vom fossilen Zeitalter. Eine Legende besagte, weil sie in ein ideologisches Weltbild passte, die USA führten den Irak Krieg, um an die Ölquellen zu kommen. Nur das stimmt nicht, und so besitzt die US-Armee keinen Zugriff auf die irakischen Ölvorkommen. Die Militärs müssen das teure Öl auf dem Weltmarkt kaufen. Kuwait überlässt den USA Öl zu einem Vorzugspreis, aber die teuren Benzinpreise sprengen alle Etats. Das Ziel des Pentagons ist heute, unabhängig davon, wer die USA regiert, vom Öl unabhängig zu werden. In der Forschung und Entwicklung setzt das Militär auf Grün, aber zur Zielsetzung gehört nicht der wenig sinnvolle Agrardiesel, sondern langlebige Brennstoffzellen. Die US-Armee ist der größte Kunde für Kleinbatterien auf der Erde. Da besteht eine Dringlichkeit für die Verfügbarkeit von einsetzbaren Kleinbatterien und Akkus. Dass sich das Militär bei der Forschung und Entwicklung auf Alternativen konzentriert, womit auch unsere Landwirtschaft für die Ernährung der Bevölkerung erhalten bleibt, dürfte auch den Beifall der Grünen finden.Das Thema Klimawandel, Klimakatastrophe, besitzt auch eine Ablenkungsfunktion von den wirklich wichtigeren Fragen wie etwa Schulden-krise/Finanzkrise, der fortschreitenden Entmündigung der Bürger. Dass sich das Volk so leicht betrügen lässt, zur Freude der Politiker aller Parteien, resultiert aus einer blinden Staatsgläubigkeit und dazu gehört dann auch ein ideologisch besonders gepflegtes Weltbild: der Markt hat versagt. Nur das stimmt nicht. Auf den Prüfstand gehört eigentlich der Staat mit seinen machtpolitischen Monopolen, Schuldenkrisen, seiner falschen Geldpolitik, den daraus resultierende verfallenden Währungen, Deflationen und Inflationen.Das Geldwesen ist ein staatlich regulierter Markt, und staatliche Zentralbanken sind verantwortlich für die Geldproduktion, die Geldschwemme und für die wankende Währungsstabilität. So vergibt der IWF (Internationaler Währungsfonds) Kredite an Regierungen, nicht an die Privatwirtschaft und fördert staatliche Planwirtschaft zur Realisierung machtpolitischer Ziele. Bei der sogenannten Griechenland-Hilfe nutzte der französische Präsident Sarkozy den IWF zur Rettung der französischen Banken, nicht zur Rettung des griechischen Volkes. Rechnungen werden dann stets vom Steuerzahler beglichen. Unbestreitbar sind in China die Menschenrechte gefährdet, werden missachtet. Aber dieser kommunistische Staat dominiert die Weltwirtschaft, erreicht eine weltweite Wirtschaftsleistung von 18 Prozent, gegenüber den USA von 24 Prozent und Deutschland von 5 Prozent, aber bei den wirtschaftlichen Freiheiten fehlt die politische Freiheit. Auf Dauer lässt sich diese auch in China nicht mehr unterdrücken, und die Kommunisten, immer stärker mit einer Demokratiebewegung konfrontiert, geraten immer mehr in die Isolation. In den diktatorischen Staaten, die wirtschaftliche Freiheiten zulassen, bleibt es nicht aus, längerfristig auch politische Freiheiten gewähren zu müssen. Das ist eine vielfach belegte Grundtendenz und auch die Ursache dafür, weshalb politische Machthaber auf Biegen und Brechen versuchen, nicht die Kontrolle über ihr „Volk“ zu verlieren. Kommunisten geht es immer um die Macht über Menschen und das erkennen immer mehr Menschen, schließen sich der Meinung von Liu Xiaobo an: „Seit die Kommunisten an der Macht sind, haben sie sich nur um deren Erhaltung gesorgt und am wenigsten um das Volk…“Im gesamten arabischen Raum begehren die Menschen auf, besonders die Jugend, und wenn islamische Extremisten ihre Vorstellungen von einem Gottesstaat, ähnlich wie im Iran, durchsetzen wollen, befinden sie sich im Konflikt mit aufgeklärten westlich orientierten Menschen, Gruppen und Parteien. In Europa zwang einmal die Aufklärung die christlichen Kirchen zur Toleranz und wenn der Islam eine Zukunft haben will, gewinnt er sie nur durch Toleranz. Atheisten müssen religiöse Menschen akzeptieren und umgekehrt. Die Chancen stehen da auch gut. Die Menschen in Ägypten.Tunesien, Marokko, Syrien, Libyen etc. wissen aus ihrem eigenen Leben: Ohne Tourismus besitzen ihre Länder keine Zukunft und sie müssen Reisende mit Respekt und Toleranz behandeln. Wer zu uns kommt, sagte mir ein Ägypter vor vielen Jahren, muss sich bei uns wohl fühlen. Mustafa verstand sich darauf. Ob wir uns da auf künftige Machthaber und Eliten verlassen können, bleibt freilich abzuwarten. Die Entmachtung des Schahs von Persien wurde auch von den Linken bejubelt, aber dann kamen die Mullahs, und der Iran gibt keinen Anlass zum Jubeln, eher zum Fürchten. Immerhin gab der Nationalrat von Libyen eine Erklärung ab, wonach es beim Aufbau in Libyen keine Alternative zum Aufbau einer freien und demokratischen Gesellschaft gibt. Das lässt wirklich hoffen!Und wo immer es einen starken Staat gibt, finden wir ein entsprechendes militärisches Potential. Unternehmen, die von staatlichen Aufträgen profitieren oder denen ein gewisser Handel gestattet wird, nutzen für sich wirtschaftliche Freiheiten, aber damit sind sie keine Protagonisten für eine freie Marktwirtschaft, denn diese ist untrennbar mit der Selbstbestimmung, der politischen Freiheit der Produzenten und Konsumenten verbunden. Es gab auch immer Unternehmer und Konzerne, die nicht für Marktfreiheit waren oder sind, sondern Erfüllungsgehilfen für die Machtpolitik von Regierungen. Immer waren es staatliche Interventionen, Maßnahmen der Regierungen, welche dazu führten, dass die Finanzmärkte ihre Leistungsfähigkeit einbüssten, der Markt ausgehebelt wurde.Man wunderte sich darüber, warum die Krise nicht schlimmer ausfiel. Manche sahen schon den Zusammenbruch des Kapitalismus. Aber darauf gibt es eine einfache Antwort: Es waren und sind Unternehmen mit ihren Belegschaften, ihren Betriebsräten, die mit ihren Produkten gefragt blieben, sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen am Markt behaupten. Solange eine partielle Marktwirtschaft, mehr haben wir noch nicht, existiert, halten aktive Menschen wirtschaftliche Aktivitäten am Leben. Die Zentralbanken erzeugten zwar eine hohe Liquidität, verursachten eine Geldschwemme, aber mit der Globalisierung konnten sich Märkte ausweiten, steigerte sich der Wettbewerb, gibt es mehr Angebote, und so kam es auf den Gütermärkten nicht zu einer Krise, wie sie erwartet wurde. Damit ist keineswegs die Gefahr einer Inflation gebannt. Nur solange Geld in Anlagen gebunden wird, in Aktien, Fonds, Edelmetalle und Sparbücher, überschwemmt diese Liquidität nicht den Warenmarkt. Forderungen nach Geldreformen, die ein Geld hervorbringen, das dem Austausch von Produkten und Dienstleistungen dient, nicht dem Wucher, bleiben aktuell. Ein zwischenzeitlicher Boom, eine Markterholung, sinkende Arbeitslosigkeit (da spielt auch die demografische Entwicklung eine Rolle) ist kein Verdienst der Regierung und der Parteien. Hier versteht man sich auf das Schmücken mit fremden Federn.Unternehmer, Arbeitgeber sind für Sozialisten grundsätzlich Feinde, Ausbeuter. Auch dieses ideologische Weltbild stimmt nicht mit der Realität überein. Rund 90 Prozent der Studierenden in Deutschland suchen nach ihrem Studium einen Arbeitgeber, sind nicht an einer Selbständigkeit interessiert. Aber die Arbeit schaffenden Unternehmer sind Feindbilder oder Ausbeuter, besitzen ein negatives Image. Nun sind die meisten Chefs darauf bedacht, motivierte Mitarbeiter zu haben, und entsprechend sind Führungskräfte darin geschult, die Motivation der Angestellten zu erhöhen. Es gibt da Ausnahmen, doch Fälle wie die Drogeriekette Schlecker zeigen: Wenn sich Arbeitgeber gegenüber ihren Belegschaften mies verhalten, ziehen sie am Ende den Kürzeren. Die Firma Rossmann, ebenfalls eine Drogeriekette, verhält sich da anders und entsprechend ist ihr Ansehen bei ihren „Leuten“.http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/veroeffentlichung/uwe-timm-gegen-das-geschaeft-mit-dem-klimawandelhttp://www.espero-versand.net/index.htmBezugsmöglichkeit: espero-redaktion@web.de Zurück zu Teil 1Zurück zu Teil 15Vor zu Teil 17



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen