Blogs / 2012 / Mai

Kapitalismus ist ein völlig unklarer Begriff - Plädoyer für eine freie und soziale Gesellschaft Nr. 15/35


Mehr oder weniger sind wir alle Nutznießer unserer eigenen Leistungen und denen unserer Mitmenschen. Dass aber Geld nicht alles ist, wissen auch nicht wenige Menschen, die zwar reich wurden, aber ihr Vermögen für wohltätige und soziale Zwecke einsetzen. In Hollenstedt, einem kleinen Dorf in Niedersachsen, lebte das Sportidol Max Schmeling und diese Gemeinde hat ihm sehr viel zu verdanken. Er stellte seiner Gemeinde Kapital (Geld) für soziale Projekte zur Verfügung.Kapitalismus ist daher ein schwammiger und völlig unklarer Begriff. Silvio Gesell brachte das auf den Punkt: „Entweder Eigen- oder Staatswirtschaft – ein Drittes gibt es nicht. Man kann, wenn man weder die eine noch die andere will, für die gesuchte Ordnung noch so anheimelnde und vertrauenerweckende Namen ersinnen: Genossenschaften, Gemeinwesen, Vergesellschaftung usw. – sie können die Tatsache nicht verschleiern, dass es sich im Grunde immer um den selben Schrecken, um den Tod der persönlichen Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung, d.h. um Behördenherrschaft handelt…“   Es gibt tatsächlich immer nur eine Lösung, wie sie Roland Baader etwas drastisch formulierte: „Markt oder Befehl“. Sozialisten verstehen gerne unter dem Scheitern des Kommunismus „Staatskapitalismus“, doch das ist eine sehr unpräzise Definierung. Es handelt sich immer, wie heute noch in Kuba und Nord-Korea, um ein System der staatlichen Planwirtschaft. Diese kommunistische Staatswirtschaft mehrte und nutzte kein Kapital, sie vernichtete Kapital, bis hin zu dem Tage, an dem es nichts mehr zu vernichten gab. Es lässt sich auch sagen, die Kommunisten herrschten solange bis die Ressourcen verbraucht waren. Und der Gegensatz zur staatlichen Planwirtschaft heißt Marktwirtschaft.Marktwirtschaft bietet unternehmerische Freiheit, schafft also Unternehmer, die Arbeitnehmer beschäftigen und sie bietet die Alternative für verschiedene Organisationsformen, sei es eine OHG, eine GmbH, AG oder auch eine genossenschaftliche Vereinigung. Auch das ist Planwirtschaft, denn effizientes Wirtschaften erfordert stets exakte Planung. Diese Wirtschaftsform ermöglicht die Nutzung und Bildung von Kapital. Wohlstand für alle erfordert Kapitalbildung für alle.Für die größte Kapitalvernichtung sorgten im 20. Jahrhundert Kriege und der damit verbundene Militarismus. Hinweise wie: der Krieg sei der Vater aller Dinge, gemeint hinsichtlich der Erfindungen, auch des Internets, sind immer verlogen. Man muss keinen Krieg führen, um sinnvolle Entdeckungen oder Erfindungen zu machen.
Eine soziale, friedliche Existenz der Menschheit erfordert eine permanente wissenschaftliche und technologische Evolution. Armut gefährdet die Umwelt, nicht Wohlstand. In den westlichen Industriestaaten leben die Menschen wesentlich gesünder, besitzen auch eine höhere Lebenserwartung als ihre Vorfahren. Selbst Menschen, die wir heute zu den Benachteiligten rechnen, verfügen über sanitäre Einrichtungen, Lebensbedingungen, wovon vor 100 Jahren nicht einmal Bessergestellte zu träumen wagten. Die Menschen nehmen Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen, Flugzeuge, Schiffe oder auch Kliniken in Anspruch, haben sich völlig daran gewöhnt, selbstverständlich ihre Bedürfnisse zu befriedigen, was sie sich vor einigen Jahren noch nicht leisten konnten. Einem einfachen Arbeiter war im Jahre 1964 eine Flugreise nach New York kaum möglich, auch konnte er kein Ferngespräch mit den damals hohen Gebühren bezahlen. Heute bereist seine Enkelin die fernsten Länder der Welt, schickt ihren Freundinnen SMS und telefoniert stundenlang mit ihrem Handy. Als der berühmteste Italienreisende Wolfgang von Goethe im Frühjahr 1787 Sizilien bereiste, mussten er und seine Gefährten nach ihren beschwerlichen Tagesreisen sich mit primitiven Ruhestätten aus Holzplanken und Strohsäcken begnügen. Wem würde man das heute noch zumuten?Gegenwärtig fahren Busse mit Wasserstoffantrieb, Bahnen wurden immer umweltfreundlicher, Flugzeuge reduzierten den Kerosinverbrauch, nicht mehr fern die Zeit, da lässt sich auch für den Luftverkehr die Sonnenenergie nutzen, und beim Bau neuer Kreuzfahrtschiffe wird sehr darauf geachtet, Ressourcen und die Umwelt zu schonen.Es wird auch Sonnenkraftwerke in der Wüste geben, immer mehr Solaranlagen in den Städten und Dörfern. Solaranlagen beanspruchen große Naturflächen, weshalb auch an Solarinseln auf dem Meer gedacht wird. Entwicklungen brauchen Zeit. Das erste Solarhaus der Welt gab es 1973 in den USA. Es wurde von der Universität Delaware nach Plänen von K.W. Boer gebaut. An sonnigen Tagen sammelten Dachkollektoren in den elektrischen und thermischen Batterien Vorräte an, um das Haus zu beheizen. Schon 1983 ging auf der Insel Pellworm ein Solarkraftwerk in Betrieb. Siliziumzellen wurden unmittelbar in Elektrizität umgewandelt. Allerdings konnte mit dieser Anlage, sie lieferte maximal 300 kW, nicht bewiesen werden, dass sich Solarenergie in unseren Breitengraden wirtschaftlich nutzen lässt. Windkraftwerke besitzen auch eine Zukunft, obwohl sie – denken wir an die Vogelwelt – nicht immer umweltfreundlich sind. In der Planung befinden sich 67 Windparks in der Ostsee, Leistung 25 000 Mega-Watt Strom. Aber durch diese Anlagen entstehen erhebliche Risiken für die Schiffe und die Fischerei. Proteste der Naturschützer gegen weitere Windparks sind schon an der Tagesordnung. Dennoch könnte, vorsichtig geschätzt, Windkraft bis zum Jahre 2050 ausreichen, um einen größeren Anteil der regenerativen Stromproduktion abzudecken. Aber zu große Erwartungen sind nicht angebracht.Die Windkraft wurde in den letzten zehn Jahren mit 21 Mrd. € subventioniert, aber abgedeckt wurden damit lediglich 6,3 Prozent des Strombedarfs. Es sind aber bei den Windrädern konstruktive Entwicklungen zu erwarten, wodurch sich die Leistung einzelner Windräder erhöht, also für einen Windpark eine kleinere Bodenfläche ausreicht.In den USA wird von den Zukunftstechnologien eine wirtschaftliche Belebung erhofft und bei der Nutzung von Windkraft soll bis 2030 ein Fünftel des Strombedarfs aus Windkraft gewonnen werden. In Kalifornien besitzt die Nutzung der Sonnenergie eine nahe Zukunft. Völlig abwegig ist die These „Sonne und Wind gibt es umsonst“, wie sie etwa von Franz Alt propagiert wird. Ob wir Sonne, Wind, Öl, Erdgas, Kohle usw. nutzen, ohne Kosten, Arbeit, Einsatz von Materialien lässt sich keine Energie erzeugen. Eine einzige Windeinheit erfordert zehnmal soviel Eisen und Kupfer wie etwa eine Einheit Atom. Energie lässt sich nicht erneuern, Energie wird immer verbraucht und muss neu erzeugt werden. Vergegenwärtigen wir uns: Die Subventionierung von Photovoltaikanlagen übersteigt die Förderung bei der Steinkohle noch bei weitem, es wurden mehr als 10 Mrd. € Subventionen aufgewendet, aber das Ergebnis ist noch äußerst mager: Damit wurden bisher weniger als 1 Prozent des hiesigen Stromverbrauchs abgedeckt. Fortschritte wird es bei Solarkraftwerken geben. Im Oktober 2011 ist eine derartige Anlage in Gemasolar bei Sevilla (Spanien) in Betrieb gegangen, die erstmals einen vollen Tag, also auch nachts, Elektrizität ins Netz einspeisen kann.Eine Zukunft besitzen Passivhäuser, sie sind unabhängig von Öl und Gas, aber um die Erdwärme zu nutzen, ist eine Wärmepumpe erforderlich. Lässt sich dieser Stromverbrauch reduzieren, dürften sich die Energiekosten gegenüber den noch fossilen Anlagen rechnen. Bei älteren Häusern sorgen eine bessere Wärmedämmung und die Verwendung von sparsamen Gas-Brennwertheizungen für einen geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen sowie für eine erhebliche Reduzierung von schädlichen Emissionen. Plusenergiehäuser könnten die Möglichkeit bieten, für sich mehr Strom als benötigt zu erzeugen. In den nächsten Jahr-zehnten besitzt auch Bio-Erdgas eine Zukunft und diese Nutzung auch in Verbindung mit Solaranlagen. Für Elektrofahrzeuge der Zukunft werden die Autobauer auf Stahl und Aluminium verzichten, stattdessen verwenden sie Karbonfasern, womit sich auch der Verbrauch an Energie erheblich reduziert. Entwickelt werden auch leistungsfähige Batterien unter Verwendung von Lithium-Schwefel. Entscheiden sich Konsumenten für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, werden sie in einer funktionierenden Marktwirtschaft auch verstärkt angeboten. Dass die Produzenten und Vertriebe in ihrer Werbung auf den Klimawandel, die Erderwärmung verweisen, versteht sich von selbst. Das wird ihnen von der Politik und den Medien aufgezwungen.http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/veroeffentlichung/uwe-timm-gegen-das-geschaeft-mit-dem-klimawandelhttp://www.espero-versand.net/index.htmBezugsmöglichkeit: espero-redaktion@web.de Zurück zu Teil 1Zurück zu Teil 14Vor zu Teil 16



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