Blogs / 2012 / Mai

Kernschmelze nicht möglich - Plädoyer für eine freie und soziale Gesellschaft Nr. 6/35


Ein besonders ehrgeiziges Ausbau-Programm für Atomkraft besitzt China. Der Vize-Umweltminister Zhang Lijun erklärte: „An unserer Entschlossenheit, Atomkraftprojekte zu entwickeln, wird sich nichts ändern…“ Das sagte der Minister nach dem Reaktor-Unglück in Japan und setzt offenbar auf die Sicherheit der chinesischen Kraftwerke. Immerhin soll es in China bis zum Jahre 2015 28 neue Atomanlagen mit Dutzenden von Reaktoren geben. Kritische Stimmen erheben sich auch in China. Schließlich liegt Japan in der Nähe, aber wenn man auch den Bau von neuen Kernkraftwerken überdenkt, einen überstürzten Ausstieg wie in Deutschland wird es kaum geben.

Kernschmelze nicht möglich

Zudem sind in China zwei Kugelhaufenreaktoren geplant und diese sind angeblich so konstruiert, dass eine Kernschmelze nicht möglich ist. In den gegenwärtigen Kernkraftwerken befindet sich der Brennstoff in langen Stäben. Diese Stäbe bilden gemeinsam den Reaktorkern, in dem die Kernspaltung und Energiegewinnung stattfindet. Bei einem Kugelhaufenreaktor wird der Kernbrennstoff auf viele kleine Kugeln verteilt und jede Kugel ist für sich mit einer extrem harten Mantelschicht versiegelt. Auch bei sehr hohen Temperaturen bleiben das Uran und seine Spaltproduktion in diesen Kugeln sicher eingeschlossen. Der Kugelhaufenreaktor ist so dimensioniert, dass nach dem Abschalten des Reaktors nur soviel Wärme entsteht wie sich problemlos über die Außenwände abgeben lässt. Damit ist eine Kernschmelze nach den Aussagen der Kernphysiker auch beim Ausfall der Kühlsysteme nicht möglich.

Größere Sicherheit erreichbar

Entwickelt wurde diese Konstruktion in Deutschland, in Dresden, von den dort forschenden Kernphysikern. Allerdings wurde die Entwicklung von Kugelhaufenreaktoren in Deutschland aus politisch-ideologischen Gründen eingestellt. Aber diese Technologie wurde von Ländern wie Südafrika, Japan und China gefördert und in diesen wie auch in anderen Ländern lässt sich eine Renaissance der Kernenergie nicht ausschließen. Von den Experten wird auch der Einsatz von Druckwasserreaktoren sowie Hochdruckreaktoren gefordert, als Alternative zum Schnellen Brüter und anderen Reaktorarten. Eine größere Sicherheit ließe sich also bei Kernkraftwerken erreichen. Aber die ganze Problematik der anfallenden Abfälle und des aufwendigen Betriebes bleibt bestehen.Auch wenn die Wahrscheinlichkeit als äußerst gering einzuschätzen ist, lässt sich ein Super-GAU nie ganz ausschließen. Dass auch in China kritische Stimmen mehr Gehör finden, lässt sich dem chinesischen Parteiblatt „Global Times“ entnehmen: „Wir glauben heute keinem, der uns bei unseren Atomkraftwerke verspricht, das da niemals etwas passieren kann.“ Beim ehrgeizigen Atomprogramm der Chinesen stellt sich auch die Frage, ob China über das geschulte Personal verfügt, um einen sicheren Betrieb seiner Kernkraftwerke zu gewährleisten. Zweifelhaft dürfte auch sein, ob Frankreich mit seinen 59 Kernkraftwerken, ein weiteres ist geplant, auf die Nutzung der Kernenergie verzichtet, schließlich decken diese fast den gesamten Strombedarf, nämlich rund 80 Prozent der benötigten Strommenge. Auch wenn in Frankreich Forderungen nach einem Atomausstieg laut werden, ist eine Umstellung in wenigen Jahren ohne die Nutzung von konventionellen Kraftwerken nicht realistisch. Gleiches gilt für Länder wie Russland, Ukraine, Schweden, den USA oder Kanada. Es ist sogar fraglich, ob es weltweit überhaupt einen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie geben wird. Die Kernphysiker blieben nicht untätig und sind bei den Reaktoren der vierten Generation davon überzeugt, diese werden sicherer, wirtschaftlicher, nutzen die Kernbrennstoffe effizienter und man kann den strahlenden Atommüll gut entsorgen.

Vernichten von radioaktivem Müll

Es soll sich bei den neuen Kraftwerken um eine nachhaltige Reaktortechnologie handeln, womit sich die begrenzte Ressource Uran effizienter als bisher nutzen lässt. Bedingt durch eine neue Konstruktion lässt sich eine Kernschmelze ausschließen. Prof. Bruno Thoauske von der RWTH Aachen ist überzeugt: „Schnelle Reaktoren können auch zum Vernichten von radioaktiven Müll genutzt werden...“ Selbst wenn es in Deutschland keine Kernkraftwerke mehr gibt, könnte eine Transmutation, also Entstrahlung, für unseren vorhandenen Atommüll eine relevante Bedeutung besitzen. Selbst verkürzte, reduzierte Halbwertzeiten wären schon ein Fortschritt. Nach den erfolgreichen Machbarkeitsstudien soll es eine Versuchsanlage für Transmutation in Belgien (Myrrha) geben. Bei dem Material, das in den abgebrannten Brennstäben enthalten ist, handelt es sich um extrem hochwertige Rohstoffe. Für die Energiegewinnung lassen sich viele Spaltprodukte umformen, so z.B. durch Brüten.

Dem CO²-Dogma verpflichtet

Eine Genehmigung für längere Laufzeiten von alten Kernkraftwerken besitzt in Deutschland bei einer Mehrheit der Bevölkerung keine Sympathie, nach dem Reaktor-Unglück in Japan noch weniger. Nur das wird problematisch, wenn den Marktteilnehmern zwar grüner Strom aus der Nutzung von alternativen Technologien angeboten wird, dieser sich aber nicht mehr als bezahlbar erweist. Werden die Stromkunden für die Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien in den nächsten Jahren zur Kasse gebeten, dürften sich die Strompreise in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Es könnte passieren, dass sich allen Gruppen, besonders wenn sie sich einem CO²-Dogma verpflichtet fühlen, die Frage nach einer Alternative stellt. Windparks, die ja weite Flächen einnehmen, auch die Landschaft verschandeln, genießen bei den Menschen in den Dörfern und Kleinstädten nicht immer Sympathie. Es gibt auch Bürgerproteste gegen neue Stromtrassen. So werden Demonstrationen von Bürgerinitiativen, übrigens auch von den GRÜNEN, organisiert, um notwendige Öko-Stromleitungen zu verhindern. Unerwünscht sind besonders Oberleitungen, wobei übersehen wird, dass der Bau von unterirdischen Stromleitungen wesentlich höhere Kosten erfordert. In Deutschland fehlen 3000 Kilometer Stromleitungen und das führt jetzt schon dazu, dass aus bei einem kräftigen Wind der Strom aus einem Windpark in Nordfriesland nicht weiter geleitet werden kann und die Windräder abgeschaltet werden müssen.http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/veroeffentlichung/uwe-timm-gegen-das-geschaeft-mit-dem-klimawandelhttp://www.espero-versand.net/index.htmBezugsmöglichkeit: espero-redaktion@web.de Zurück zu Teil 1Zurück zu Teil 5Vor zu Teil 7



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