Löw und Bierhoff wollen nicht Europameister werden!


Da viele Fußballbegeisterte unter den Usern von autohof.net sind und die Tippspiele ganze Scharen von Fußballexperten auf den Plan rufen, wird es zukünftig zum aktuellen Fußballgeschehen besondere Kommentare geben. Unser Kommentator „Alessandro“ erfrischt mit ungewöhnlichen, unabhängigen, visionären und alles andere als „mainstreamigen“ Gedanken. „BlumenWüste-FußBall“ steht für Schönheit und Ästhetik der Siegerteams und das Alleinsein der Verlierer, sowie dem Recht eines jeden Fans, völlig gegensätzliche Betrachtungen und Meinungen zum gleichen Thema vertreten zu können.Spanien ist das Maß aller DingeSpanien ist der amtierende Europameister und Weltmeister. Bei den Finalspielen in Österreich und der Schweiz und in Südafrika waren die Gegner ohne jede Chance, zweimal wurde dabei Deutschland und einmal Holland vorgeführt.Das deutsche Team um Schweinsteiger, Podolski und Klose kam 2008 trotz Rückstand in der letzten halben Stunde nicht einmal mehr in den Strafraum der Spanier, geschweige denn zu einer Torchance. In Südafrika 2010 wurde die deutsche Mannschaft im Mittelfeld von den Spaniern, wiederum mit Schweinsteiger, Podolski und Klose im Team, an die Wand gespielt.Die Kommentare der Medien waren damals: „Die Deutschen kamen gar nicht in die Nähe des Balles….“ und „Die Deutschen kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe, wenn sie angreifen wollten, war der Ball schon wieder bei der nächsten Station, Spanien spielt schnelle sichere Ballstafetten auf engstem Raum.“Die diesjährigen Halbfinalniederlagen der Champions League von Barcelona und Real Madrid haben den Spaniern Selbstvertrauen gekostet. Auch wiegt der Ausfall von einem der  wichtigsten Spieler Puyol schwer. Trotzdem bleibt der Titelverteidiger aufgrund seines spielerischen Niveaus der große EM-Titelfavorit 2012 und das Maß aller Dinge, ist aber angeschlagen!

Deutschland, die klare Nummer 2 in der Welt!Nach dem dritten Platz in Südafrika (Zweiter konnten wir nicht werden, da wir die Spanier schon im Halbfinale bekamen), der souveränen EM-Qualifikation, dem Zuwachs von international überdurchschnittlichen Spielern wie Götze, Reus, Schürrle und Hummels und allerspätestens nach den vernichtenden Siegen gegen Holland und Brasilien sind wir die klare Nummer 2 auf der Welt. Wenn nun mehr recht als schlecht mit Sicherheits-Fußball die „Titelverteidigung der zweiten und dritten Plätze“ angestrebt wird und dies als großartiger Erfolg verkauft wird, werden die echten Fußballfans am Nasenring herumgeführt.

Was macht Löw?Spielt er eine Mannschaft ein, die Spanien schlagen kann? Offensichtlich nicht! Schweinsteiger, Podolski und Klose, Spielsystem, Taktik und Spielerwechsel in den ersten Spielen bei der EM 2012 entsprechen exakt dem Schema von 2008 und 2010. Auf mehr Glück zu vertrauen oder dass der eine oder andere Spieler sich in den letzten zwei Jahren verbessert hat reicht nicht aus, um den Klassenunterschied zu Spanien zu schließen. Bei Deutschland spielte in den ersten Spielen gegen Portugal und Holland bei weitem nicht die Mannschaft mit dem größten technischen, spielerischen und läuferischen Potenzial, sondern die erfahrenste Mannschaft, also die Mannschaft, die die wenigsten eigenen Fehler erwarten lässt. Es wird genau die Platte aufgelegt mit der wir schon zweimal gegen Spanien untergegangen sind.Es ist definitiv aussichtslos, die Weltklassemannschaft von Spanien zu besiegen, mit einem Team, das in der Abwehr gegen maximal einen spanischen Stürmer mit einer Viererkette aufläuft, die der überragenden Laufbereitschaft und Passgenauigkeit der Spanier einen 90 Minuten lang kaum anspielbaren und nicht nach hinten arbeitenden Gomez, einen auf internationalem Weltklasseniveau maximal 20 Minuten gleichwertig mitlaufen könnenden Podolski und einem Schweinsteiger, der verletzungsbedingt das geforderte körperliche Niveau nicht über 90 Minuten ableisten kann, entgegenzusetzen.
Bei Podolski war es augenfällig, er hat anscheinend in unserer Mannschaft nur als linker Defensivmann seine Existenzberechtigung. „Er arbeitet gut nach hinten“ heißt es nach den Spielen gegen Portugal und Holland. Ein Sturmspiel fand in beiden zweiten Halbzeiten überhaupt nicht statt, kein Dribbling nach vorne, kein Torschuss, keine im Ansatz gefährliche Flanke und Zuspiel.

Götze, Reus und Schürrle auf der Auswechselbank weggesperrtDeutschland hat jedoch Waffen, um den Spaniern Paroli zu bieten. Wenn wir Europameister werden wollen, müssen wir risikofreudiger agieren und die junge Garde auflaufen lassen. Keine Mannschaft in Europa hat nur annähernd ein solches läuferisches, technisches und torgefährliches Trio auf der Auswechselbank wie Deutschland. Wer die Diamanten nicht einsetzt ist zum Schluss selber schuld.
Kritisieren kann jeder, um konstruktive Vorschläge drückt man sich gerne. Wir von autohof.net stellen das Championteam auf:Neuer
Hummels  Badstuber  Lahm
Kroos  Schweinsteiger  Khedira
Reus  Özil  Schürrle
Müller

 
  • Schweinsteiger ist der Kopf der Mannschaft. Er bleibt und ist dann aber auch notwendigerweise schon der einzige der läuferisch in der 2. Halbzeit von dem Team mitgetragen werden kann und muss.
  • Die Italiener haben es gegen Spanien im ersten Spiel vorgemacht. Hinten spielt nur eine Dreierkette. Bitte nachmachen!
  • Der Übermacht im Mittelfeld der Spanier kann durch den zusätzlichen Spieler Toni Kroos begegnet werden und sollte der Gegner mal offensiver spielen, dann ist dies auch kein Problem, Kroos muss auch bei Bayern regelmäßig im Spiel Defensivarbeit übernehmen.
  • Mit Lahm haben wir einen Verteidiger, der links oder rechts spielen kann, d.h. je nachdem wo der Gegner seine Stärken hat, spielt Lahm auf der entsprechenden Seite, damit ist die Dreierkette immer richtig ausgerichtet.
  • Der überragende Athlet und Torschützenkönig der WM in Südafrika Müller steht auf der Mittelstürmerposition, ist hier völlig anders anspielbar als ein Gomez oder Klose und kann ständig nach hinten mit zurückgreifen. Er fordert der Innenverteidigung mehr Laufarbeit ab. Durch diesen Verschleiß und durch das schnellere Tackling stört er den wichtigen Spielaufbau der Spanier über die Innenverteidigung massiv.
  • Mit Reus steht auf der rechten Seite dann ein Spieler, der auf dieser Position mindestens  das gleiche Niveau wie Müller hat und ebenfalls läuferisch unwahrscheinlich stark ist.
  • Links spielt Schürrle, genauso torgefährlich wie Podolski, aber technisch und läuferisch stärker als dieser. Damit haben wir in der 2. Halbzeit sogar einen Stürmer mehr!
  • Das Technik- und Laufensemble Schürrle, Müller und Reus stellen in der Vorwärtsbewegung die Abwehr der Spanier mindestens vor die gleichen Schwierigkeiten wie die Formation Podolski, Gomez (Klose), Müller, verschleißen und stören die spanischen Abwehrspieler in völlig anderer Weise.
  • Die Spanier haben uns in den letzten zwei Spielen nach 70 Minuten platt gemacht, mit dieser Aufstellung ist das nicht möglich, die Materialschlacht ist ausgeglichen. Es stellt überhaupt kein Problem dar, in der zweiten Halbzeit dann je nach Spielstand entweder einen echten Mittelstürmer (Gomez) zu bringen wenn wir Druck machen müssen oder wollen oder mit Götze einen weiteren Supertechniker im vorderen Bereich aufzubieten.
  • Gomez ist so torgefährlich wie nie zu vor, wird aber gegen die viel stärkeren Spanier in den ersten 60 Minuten kaum Wirkung zeigen können, da läuft die Materialschlacht.

Fanmeile, Public Viewing und SommermärchenLöw und Bierhoff sind erfolgreich, wenn die Party-Maschine zwei drei Wochen läuft. Für ihre Jobsicherheit ist es nicht entscheidend, ob wir den Titel gewinnen. Für Millionen „Deutschland-Fans“ geht es nur ums Abfeiern. So kann man bei den in die Länge gezogenen Dauer-Fernsehübertragungen mit guten Einschaltquoten und Werbeeinblendungen ständig jubelnde Fans präsentieren. Allein im zum Medienspektakel hoch geputschten und wohl über Wochen anhaltenden Streit von Kommentator Scholl und Gomez lassen sich heute mehr Werbeeinblendungen mit der Zielgruppe Tochter, Ehefrau und Schwiegermutter verkaufen als früher bei einem kompletten Fußballländerspiel. Solche „Szenarien“ werden geradezu von den Medien kreiert.
Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass diese Entwicklung, die Fußballspiele zu einem nationalen breiten Event zu machen, auch nur im Ansatz negativ gesehen wird. Im Gegenteil, auch der Autor liebt diese tolle gemeinschaftliche Entwicklung mit Public-Viewing und Fanmeilen und dem Wir-Gefühl. Aber dafür gibt es bereits ausgiebigste Mainstream-Berichterstattungen. In diesem Artikel sollen die Gedanken ausschließlich um das Faktum „Europameister werden“ kreisen.



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