Verlässlichkeit - Zu "Gewonnene Jahre" vom 12.Juni - In DIE WELT am 14.06.2012



Eine steigende Lebenserwartung finden wir vornehmlich in den Industriestaatten, und das ist ein Indiz für positiv veränderte Lebens - und Wohnbedingungen. Sicher auch ein Verdienst der Medizin, der Forschung, aber in erster Linie verdanken wir diese Entwicklung einer Marktwirtschaft, die zu einem höheren Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten führte. Gewonnene Jahre können auch glückliche Jahre sein, wenn die Voraussetzungen für einen sinnvollen Ruhestand, für viel auch Unruhestand, bestehen. Renten beruhen auf Versicherungsleistungen, und diese basieren auf den Beiträgen der Versicherten, woran kein Weg vorbeiführt. Jeder sollte da selbst entscheiden können, wann und zu welchem Zeitpunkt er seine Versicherung für seine Rente in Anspruch nimmt. Diese Rente wird aber nicht reichen, aber auch das ist kein Problem, wenn Alternativen für eine private Vorsorge bestehen. Das kann die Bildung von Wohneigentum sein, auch eine Betriebsrente, aber auch eine private Kapitalbildung. Doch das setzt eine verlässliche Währung voraus, also Sparen ohne Sorge um die Zukunft. Diese Verlässlichkeit auf Ersparnisse, die annähernd ihren Wert behalten, besteht zurzeit nicht, und das ist das relevante Problem, nicht, in welchem Alter Menschen in Rente gehen.
Uwe Timm, Neu Wulmstorf

"Die Geldwertstabilität ist eine sozialpolitische Maxime, weil die Masse der Bevölkerung regelmäßig zum Opfer der Inflation wird, während die Cleveren Vermögensminderung zu meiden wissen. Nur stabiles Geld ist also ein soziales Geld..."
Nationalökonom Herbert Giersch (1921 - 2010)



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen