Menschen wollen in Freiheit leben - Plädoyer für eine freie und soziale Gesellschaft Nr. 35/35


Freiheitsfreunde setzen sich intensiv für Chancengleichheit ein und werden sich stets dafür einsetzen, dass allen Menschen die Alternative der Entwicklung und Umsetzung ihrer Talente und Fähigkeiten geboten wird. Ungleiche Bezahlung, niedrige oder höhere Löhne und Gehälter sind nicht vermeidbar. Eine technische Zeichnerin wird ein höheres Gehalt als eine Floristin beziehen, aber entscheidet sich die Floristin für eine Selbständigkeit, dürfte auch sie über ein höheres Einkommen verfügen. So genannte Autonome fackeln Autos ab, und auch da spielt der Sozialneid eine primäre Rolle. Sie mögen sich als Loser verstehen und daran glauben, einem reichen Schnösel einen Schaden zuzufügen, nur einfache Arbeitnehmer können sich kein neues Auto leisten und werden mit höheren Versicherungsbeiträgen zur Kasse gebeten. Intern, heimlich, nicht offen, genießen diese Aktionen der Gewalt gegen Sachen bei vielen eine gewisse Sympathie, beruhend auf den verbindenden Hass auf den Kapitalismus. Freiheitsfreunde können hier nur auf Aufklärung setzen, darauf, dass auch die Eltern diesen Jugendlichen eine stärkere Motivation für ein eigenverantwortliches Leben vermitteln.
Wir haben es auch bei der jungen Generation mit einem gewissen An-spruchsdenken zu tun. Vielen fällt die Entscheidung für eine berufsbezogene und wirtschaftlich nachgefragte Ausbildung schwer. Das ist zwar verständlich, aber Politologen sind weniger nachgefragt als Ingenieure. Mich stimmte eine Finnin nachdenklich. Denn als ich die PISA-Ergebnisse in Finnland lobte, meinte sie, Bildung schön und gut, aber damit kann man keine Maschinen, Häuser und Straßen bauen. Freiheitsfreunde sollten die Bereitschaft für nachgefragte Tätigkeiten aufbringen, auch ohne zu murren ein Taxi steuern.
Betrachten wir das Wirken der Parteien, auch Gewerkschaften, fällt immer wieder auf: Menschen die uns regieren, ein Regierungsamt anstreben, sind nicht immer gerade die Klügsten, und auch im Bundestag sind die produktiven Schichten des Volkes kaum vertreten. Von einem Bürger wird erwartet, dass er vernünftig wirtschaftet und nur die Schul-den macht, die er auch bezahlen kann. Von jedem Unternehmer wird als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, dass er eine Bilanz lesen und verstehen kann und mit einer Gewinn- und Verlustrechnung vertraut ist. Verschuldet sich ein Unternehmer, kann er einen Kredit nicht zurückzahlen, dürfte er mit seiner Bank Probleme bekommen. Wirft man einen Blick auf die Berufsstruktur unserer Volksvertreter im Bundestag, von der Qualität unserer Regierung wollen wir lieber erst gar nicht reden, dominiert der Beamtenstand, gefolgt von den Angestellten im Öffentlichem Dienst, dann von Mitgliedern von Parteien und Gewerkschaften. Es gibt auch noch 6 Abgeordnete aus dem Bereich der Banken und Versicherungen. Es ist verständlich, wenn Juristen, Soziologen und an-dere Geisteswissenschaftler eine staatliche Karriere anstreben, sich um ein Mandat bemühen. Nur, wenn sie geradewegs von der Universität kommen, verfügen sie kaum über Erfahrungen, wie man sie nur bei professionellen Tätigkeiten in der Wirtschaft macht. Vielleicht wäre es besser, eine öffentliche Verwaltung, z.B. in den Gemeinden, insoweit sie in einer freien Marktwirtschaft überhaupt noch erforderlich ist, in Form von Treuhandgesellschaften professionellen Fachleuten anzuvertrauen.
Es werden an jedem Tag Gesetze verabschiedet und verständlicherweise ist die Mehrheit der Bevölkerung auch davon überzeugt, dass Gesetze und Regeln notwendig seien. Eine Regierung ist für die meisten Menschen eine notwendige Institution. Es befindet sich gerade immer eine falsche Partei am Ruder. Aber wenn dann wieder Wahlen stattfinden, erweist sich auch die neu gewählte Regierungspartei als eine unfähige Partei. Bürger sind nie so richtig zufrieden mit ihrer Regierung. David Friedman bezeichnete sich als Anarchisten, weil er davon überzeugt war, keine Regierung besitze eine legitime Funktion. Er ist auch der Meinung, durchaus wichtige fundamentale Aufgaben einer Regierung können von zivilen Institutionen übernommen werden. Dazu gehört auch der Schutz der Bürger vor Kriminalität, ebenso Gerichte und eine Landesverteidigung. Wenn er aber, so lauteten Einwände, Institutionen für notwendig halte, könne er, David Friedman, kein Anarchist sein. Dazu schrieb er: „Sie werden unrecht haben. Ein Anarchist ist keiner, der das Chaos befürwortete, außer in der Propaganda seiner Gegner. Anarchisten, wie andere Menschen auch, möchten vor Dieben und Mördern geschützt werden. Sie wollen eine friedliche Möglichkeit, Meinungsverschiedenheiten zu lösen. Sie möchten, vielleicht noch mehr als andere Leute, in der Lage sein, sich vor fremder Invasion zu schützen.“ 
Es würde nach Friedman keinen Sinn machen, eine Regierung durch eine andere zu ersetzen, sondern Anarchisten wollen nicht, dass Dienste wie Polizei, Gerichte, Armee von einer Institution geleitet wird, die Regierung ist. Nach David Friedman ist jede Regierung eine Agentur legitimierten Zwangs, und von kriminellen Banden unterscheidet sich die Regierung nur dadurch, dass sie legitimiert sei. Mit dieser Definition steht David Friedman in der Tradition von Lysander Spooner und B.R. Tucker.
Das Antirauchergesetz dient ebenfalls vielen Politikern zur Profilierung, um sich als Gesundheitsfreunde anzubiedern, wofür sie vom Volk eine gebührende Anerkennung für ihre Verdienste erwarten. Ein völlig un-sinniges Gesetz. Rauchen dient nicht der Gesundheit, das lässt sich belegen, aber ob jemand raucht oder nicht raucht, muss er schon selbst entscheiden. Wenn ein Gastwirt nur Nichtraucher in seinen Räumen wünscht, kann er das veranlassen. Betreiber von öffentlichen Verkehrsbetrieben können für ihre Kunden, die eine Bahn, einen Bus zur Beförderung benutzen, Verhaltensregeln erlassen und dazu kann gehören, in den Verkehrsmitteln wird nicht geraucht, und es werden auch keine alkoholischen Getränke genossen. Wo war oder ist da eigentlich ein Problem? Nein, wieder einmal musste der Gesetzgeber aktiv werden, um seine Bürger vor Schaden zu bewahren? – Der Genuss von Fleisch im Übermaß ist nicht der Gesundheit dienlich. Müssen hier demnächst Ärzte eine Kontrolle vornehmen, ihre Patienten untersuchen, auf die Waage stellen? Autofahren kann lebensgefährlich sein. Unfallzahlen sprechen da immer noch eine deutliche Sprache.
B. R. Tucker besaß diese Hoffnung: „Denn Freiheit ist das Heilmittel für alle sozialen Übel, und für eine dauernde Garantie der sozialen Ordnung wird sich die Welt doch am Ende an den Anarchismus wenden…“
Und es gibt Fortschritte, Menschen wollen in Freiheit leben und keine Sklaven mehr sein, nicht mehr für Diktaturen und auch nicht mehr für Regierungen, die längst keine Legitimation mehr besitzen. Wachsende Kritik allein genügt nicht, Menschen müssen ihre eigenen Interessen, ihre Bedürfnisse wahrnehmen, ohne sich selbst und andere zu schädigen.
Nach Kant sollte der Mensch nicht zu seinem Glück gezwungen werden. Freiheit bedeutet auch Risiko. Es gibt kein Leben ohne Risiko.
Quellen

Bjorn Lomborg: Cool it. Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten. DVA; München, 2008
Sonja Margolina: Die Macht der Meteorologen. DIE WELT, 28.2.10
Ulli Kulke: Die verlorene Unschuld der Klimaforscher. DIE WELT, 20.2.10
Ulrich Rothe: Climagate. P.T. Magazin, Ausgabe 1, 2010
Ulrich Rothe: Die Legende von Peak Oel, P.T. Magazin, Ausgabe 3, 2009
Uwe Timm: Für die Vernunft gegen Hysterie. espero Nr. 57, Sept. 2008
Christian Pautle: Wenn die Welt zu Eis erstarrt. In: Focus Nr. 2, Jan. 2010
Paul K. Driessen: Öko-Imperialismus. TuR Medienverlag, 2006
Jutta Ditfurth: Das waren die Grünen. Abschied von einer Hoffnung. Econ, 1996
Denis Meadows u.a.: Die Grenzen des Wachstums. Rowohlt 1973
Hoimar von Ditfurth: So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Es ist soweit. Büchergilde Gutenberg 1986
Rainer Grießhammer: Der Ökoknigge. 1985 Rowohlt
Thorsten Mann: Rote Lügen im grünen Gewand. 2009 Kopp Verlag
David Friedman: Räderwerk der Freiheit. 2003 Lichtschlag Medien
Eigentümlich frei: Wenn der Verstand schmilzt. April 20007, Nr. 71
Hartmut Bachmann: Die Lüge der Klimakatastrophe. 2010 Frieling Verlag Berlin
Günter Ederer. Die große Luftnummer. In: DIE WELT am 5.07.2011
Sonja Margolina: Ausstieg aus der Realität. In: DIE WELT am 27.07.2011
http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/veroeffentlichung/uwe-timm-gegen-das-geschaeft-mit-dem-klimawandel
http://www.espero-versand.net/index.htm
Bezugsmöglichkeit: espero-redaktion@web.de
 
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