Abgerechnet wird am Schluss


Ein Junge wird geboren, blau angelaufen und mit der Nabelschnur um den Hals. Das Resultat ist wenige Monate später eine Epilepsie, deren Folgen das Kind durch sein ganzes späteres Leben begleiten sollen.Der Junge hieß Wolfgang und war überdurchschnittlich intelligent. Mit 5 kann er bereits lesen. Trotzdem kommt er mit 6 zunächst in eine Vorschulklasse. Dort erzählt der Lehrer Wolfgangs Mitschülern, dass Wolfgang Epilepsie hat. Das sei eine Krankheit am Kopf, erklärt er den Schülern auf Nachfrage.Die Konsequenz dieser unbedachten Aussage ist, dass Wolfgang vom selben Tag an dem gnadenlosen Mobbing seiner Mitschüler ausgesetzt ist, die ihn für dumm oder verrückt halten. Fast täglich wird er von nun an geschlagen und gedemütigt. Hilfe von den Lehrern gibt es nicht in dieser Situation. Die einzige Hilfe kommt von seinem Bruder Heinz, der ihn regelmäßig buchstäblich raushaut, und von seiner alleinerziehenden Mutter, die ihm immer wieder sagt, er solle zurückschlagen und sich nichts gefallen lassen.Es dauert lange, bis der aufgeweckte und sensible Junge auf den Rat seiner Mutter hört. Zu lange hatte er Angst jemandem wehzutun. Als er sich dann endlich wehrt, wird ihm das übel genommen und er fliegt in der 6. Klasse von der Schule. Das Schulamt verbietet jeder Schule in Frankfurt, ihn aufzunehmen, mit der Begründung, er sei eine Gefahr für seine Mitschüler, obwohl er nie wirklich einen Menschen verletzt hat. Aufgrund der Tatsache, dass Wolfgang noch schulpflichtig ist, bekommt er bis zum Abschluss der 7. Klasse Einzelunterricht. Dann werden die Lehrer anderweitig gebraucht und Wolfgang sitzt zuhause.Nach einem Jahr kommt er auf Betreiben des Jugendamtes in ein Internat, wo er zwar auch gemobbt, aber zumindest nicht geschlagen wird. Der Grund für das Mobbing ist indirekt wieder die Epilepsie. Als Epileptiker darf er nicht rauchen und keinen Alkohol trinken, was ihn zum Außenseiter stempelt. Doch allen Erwartungen des Jugendamtes zum Trotz entwickelt sich Wolfgang an dieser Schule zu einem selbstbewussten, gebildeten jungen Mann und macht sein Abitur.Nach dem Abitur meldet sich der Vater, der viele Jahre kein Interesse gezeigt hatte, und empfiehlt seinem Sohn, sich künftig sein Geld vom Sozialamt zu holen. Er würde sich dann mit denen einigen, wie viel er denen zu zahlen hat. Der Vater geht auch vor Gericht, um von der Unterhaltspflicht befreit zu werden, unterliegt dort aber. Gleichzeitig versucht das Jugendamt, Wolfgang zu betrügen, unterliegt aber ebenfalls vor Gericht.Wolfgang studierte dann Klassische Philologie, kam aber im Studium nicht wirklich gut voran, weil er sich erstens immer zu viel vornahm und zweitens sein Studium selber finanzierte. Im Jahr 1999 wechselte er in seinem Nebenjob von einem Bewachungsunternehmen zu UPS als Belader. Dort hatte er in 2000 einen schweren Arbeitsunfall, bei dem er sich mehrere Brüche am Kopf, der Wirbelsäule und der rechten Schulter zuzog. Mit diesen Verletzungen war das Studium erst einmal vorbei. Das lag nicht nur an den Stühlen in der Uni, sondern vor allem daran, dass Wolfgang durch die Kopfverletzung immer wieder Probleme damit hatte, auf Begriffe zu kommen, die er eigentlich kannte. Das ging teilweise so weit, dass ihm sein eigener Name nicht einfiel, wenn er danach gefragt wurde. Meist fielen ihm die entsprechenden Begriffe viele Stunden später wieder ein.Da solche Handicaps für ein sprachlich orientiertes Studium sehr hinderlich sind, brach Wolfgang das Studium also ab und machte eine Umschulung zum Steuerfachangestellten. Bei dieser Umschulung lernte er einen Kameruner kennen und durch diesen kam er in eine völlig neue Welt. Er lernte auch eine Kamerunerin kennen und lieben und heiratete sie im Dezember 2004 in Kamerun. Drei Monate später kam sie nach Deutschland.Damit bekam Wolfgang Probleme mit der Krankenversicherung. Als seine Frau nach Deutschland kam, meldete er sie natürlich sofort bei seiner Krankenversicherung ,der BKK Gesundheit, zur beitragsfreien Familienmitversicherung an. Nach einer Rückfrage bezüglich der gültigen Aufenthaltserlaubnis kam wenige Wochen später die Versicherungskarte für Wolfgangs Frau. Einen Tag später kam eine Vollstreckungsankündigung wegen angeblich rückständiger Beiträge.Wolfgang wusste, dass er keine Beitragsrückstände hatte, denn er war schließlich Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber führte die Beiträge ab, wie jeder andere Arbeitgeber in Deutschland auch. Aber der zeitliche Zusammenhang zeigte ihm schon, was der eigentliche Grund für diese Aktion war. Wolfgang schrieb also einen energischen Einspruch an die Krankenversicherung und machte darauf aufmerksam, dass aufgrund seines Arbeitsverhältnisses ein Beitragsrückstand faktisch ausgeschlossen ist. Anstatt einer Antwort folgte kurz darauf eine Kontopfändung, die allerdings erfolglos blieb, da das Konto im Minus war und der Dispo von der Bank sofort gekündigt wurde.Wolfgang reagierte sofort und schrieb einen verärgerten Brief an die BKK Gesundheit, in dem er dieses Verhalten heftig kritisierte und der Krankenversicherung zu Recht kriminelle Machenschaften vorwarf. Um von ihren eigenen Verfehlungen abzulenken, stellte die Krankenversicherung daraufhin Strafantrag gegen Wolfgang wegen Beleidigung. Da sowohl Staatsanwaltschaft als auch Richter nicht wirklich neutral waren, wurde Wolfgang daraufhin zu einer Geldstrafe von € 500,- und den Kosten des Verfahrens verurteilt. Natürlich legte Wolfgang gegen dieses Urteil, Berufung ein. Da aber der Richter in Darmstadt von Recht und Gerechtigkeit ebenso wenig hielt wie der Richter in Offenbach, wurde das Urteil dort bestätigt.Die Sache hatte damit allerdings noch kein Ende, da einerseits die BKK Gesundheit unbedingt das Geld eintreiben wollte und Wolfgang andererseits das Urteil nicht so einfach auf sich beruhen ließ. Schon damals beschloss Wolfgang ein Buch über solche Erlebnisse zu schreiben und plante, Deutschland zu verlassen. Es folgte noch jede Menge Ärger und eine Scheidung, weil die Frau letztlich Alkohol, Zigaretten und teure Telefongespräche mehr liebte als ihren Mann. Auch zwei weitere Verurteilungen kamen noch dazu, weil Wolfgang es sich nicht nehmen ließ, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Am Ende zog er 2011 auf die Philippinen, wo er jetzt ein Buch über alle diese und noch mehr Angelegenheiten geschrieben hat und inzwischen wieder glücklich verheiratet ist.Das Buch ist auf Amazon unter folgendem Link erhältlich:http://www.amazon.com/dp/B008317UKG



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