Zeitarbeit: Münchner Unternehmen geht neue Wege



„90 Prozent der Mitarbeiter kommen in eine Festanstellung“

Equal Pay und zeitnahe Bezahlung vor Tarif

München. „90 Prozent unserer Bewerber schaffen den Sprung in eine Festanstellung“, sagt Marcus Staudacher. Ein stolzer Wert, bedenkt man, dass die Erfolgsquote im bundesweiten Durchschnitt bei etwa 30 Prozent liegt. Was Staudacher, der als Berater für die Formel Zeitarbeit GmbH tätig ist, anders macht als die anderen? „Motivation und Wertschätzung der Bewerber“, so die Antwort des 40-Jährigen. Sie erhalten zwei Wochen früher als im Tarif vorgeschrieben ihren Lohn – zudem setzt er bei vielen Qualifikationen auf Equal Pay, gewährt den Arbeitnehmern die im Betrieb des Kunden geltenden Arbeits- und Entgeltbedingungen. Dies hat sich auch in der Branche herumgesprochen: Namhafte Kliniken, aber auch Krankenkassen und Global Player zählen heute zum Kundenstamm.

„Natürlich gibt es bei der Zeitarbeit etliche schwarze Schafe“, weiß Staudacher. Hier setzt er auf Aufklärung, ist regelmäßig zu Informationsveranstaltungen an Schulen unterwegs, um den Absolventen die Möglichkeiten der Zeitarbeit vorzustellen. „Die Bewerber müssen bei uns nicht auf dem Papier glänzen. Gute Noten hin oder her, der persönliche Eindruck und die Bereitschaft zur Arbeit sind entscheidend“, betont er und verweist auf einen weiteren Vorteil der Zeitarbeit: „Vor allem junge Leute und Berufseinsteiger können in einem sicheren Rahmen testen, ob es ihnen in einem Unternehmen gefällt oder nicht. Nach einer gewissen Probezeit gibt es bei Nichtgefallen die Möglichkeit, problemlos in eine andere Firma zu wechseln.“

Besserer Verdienst als bei Festanstellung

„Häufig genießen unsere Mitarbeiter einen besseren Verdienst als in einer Festanstellung“, betont er. „Eine Arzthelferin mit einem Einstiegs-Bruttogehalt von 1.700 Euro, bekommt durch eine geringere Abgabenbelastung der Zeitarbeitsfirma netto mehr raus“, sagt Staudacher, dessen Bewerber sich keiner bestimmten Zielgruppe zuordnen lassen: Er vermittelt Berufseinsteiger ebenso wie erfahrene 60-Jährige. Vor allem für die Generation 50plus sieht er gute Chancen. „Ein hochqualifizierter Mitarbeiter bekam auf seine Bewerbungen nur Absagen. Vermutlich ist er durch die im Betrieb geltende Vorauswahl nach Altersstruktur gefallen.“ Durch eine Vermittlung der Zeitarbeitsfirma sei es dann jedoch sofort zu einer Anstellung gekommen. Im Umgang mit den Bewerbern setzt Staudacher auf Ehrlichkeit, leere Versprechungen werden nicht gemacht. Für ihn die Basis für langfristige Empfehlungen – eine Art zweiter Vertriebsweg. Ein Konzept, das aufgeht: So ist vor kurzem ein weiteres international tätiges Unternehmen auf der Suche nach Zeitarbeitern von selbst auf ihn zugekommen.

Zeitarbeit als Barometer der Wirtschaft

„Die Zeitarbeit spiegelt den Arbeitskräftebedarf der Wirtschaft unmittelbar wider“, betont Staudacher. Wenn bei Kundenunternehmen mangels Aufträgen die Arbeit ausgeht, wird der Kontrakt mit dem Zeitarbeitsunternehmen nicht verlängert – lange bevor eigene Mitarbeiter entlassen werden. „Insofern spüren wir sofort, wenn die Wirtschaft nicht mehr rund läuft.“ Im Aufschwung ordern Betriebe gerne erst einmal Zeitpersonal. Verfestigt sich die Lage, wird auf Dauer eingestellt.




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