Social Media im US Wahlkampf - Der neue Trend im Wahlkampf


Soziale Medien sind schon lange als effektives Marketing Tool bekannt – in der Wirtschaft und inzwischen auch in der Politik. Das neueste Beispiel ist der amerikanische Wahlkampf. Vor vier Jahren schrieb Senator Barack Obama Geschichte, als seine Kampagne sich mit der Hilfe von sozialen Netzwerken auf Grassroots-Bewegungen stützte und damit 650 Millionen Dollar für den Wahlkampf eintrieb. Seitdem gelten neue Standards im Wahlkampf: dieses Mal zeigen auch die Republikaner stärker Präsenz im digitalen Wettbewerb um Wählerstimmen.Barack ObamaObama hat die neue Tradition des digitalen Wahlkampfes nicht nur in das politische Leben der USA eingeführt, sondern baut sie auch weiter aus. Auf seiner Obama for AmericaWahlkampf Homepage findet man Links zu mehreren sozialen Netzwerken, sowie Youtube, Flickr und Google+. Auf Youtube führt der Suchbegriff „Barack Obama“ zu 235.000 Treffern und auf Facebook „gefällt“ der aktuelle Präsident 30 Millionen Menschen. Seine Facebook Seite hat Links, die einen zum Einkaufen von Fanmaterial weiterleiten und Spenden ermöglichen. Auf Facebook fällt außerdem eine Seite mit dem Namen „Truth Team“ auf. Von der Obama Kampagne gegründet hat sich dieses Grassroots-Network nach eigenen Angaben nach zum Ziel gesetzt, die „Mythen“ der Republikaner über den Präsidenten aus der Welt zu schaffen.Mitt RomneyRomney ist digital weit besser aufgestellt als sein Vorgänger John McCain es 2008 war. Romney‘s Facebook Seite gefällt knapp acht Millionen Menschen und auf Youtube hat der Republikaner fast 80.000 Videos, die seinen Namen tragen. Was außerdem ins Auge fällt ist eine App, die von Mitt‘s Wahlkampfteam auf Facebook beworben wird. Mit dieser App kann man schnell und einfach vom Smartphone oder Tablet aus Fanmaterial kaufen. Der Wahlkampf findet 2012 also auch auf mobilen Gadgets wie Tablets und Smartphones statt, und mit 200 monatlichen Nutzern scheint Mitt zumindest in der Welt der Gadgets vor Obama zu liegen – dieser hat auf einer ähnlichen App nur 100 Nutzer im Monat. Diese Strategie ist interessant, da sie sich fundamental von Obama‘s unterscheidet: Romney nutzt seine Online-Kampagne, um Werbematerial in der „realen Welt“ zu verbreiten, während Obama ein breites digitales  Angebot an Werbung, Spendemöglichkeiten und „Get Involved“-Aktionen bietet.Der VergleichEin direkter Vergleich lässt sich natürlich nicht ausgewogen darstellen, da Obama als Amtsinhaber vier Jahre Zeit hatte, seine Youtube-Treffer und Facebook-Likes anzusammeln. Trotzdem scheint, wie die Zahlen belegen, der demokratische Wahlkampf stärker auf digitale Unterstützung zu bauen als der der Republikaner. Das mag teilweise an der jüngeren und technisch informierteren Wählerschaft der Demokraten liegen. Nach mehreren Tagen der Bemühung für diesen Artikel legt sich inzwischen aber auch die Vermutung nahe, dass eine gewisse technische Begabung (oder Mangel derselbigen) beim republikanischen Wahlkampfteam eventuell auch eine Rolle spielen könnte. Laut Medienberichten hat Obama‘s Wahlkampfseite mehr Besucher als die von Mitt Romney. Dennoch ist Romney‘s Homepage schon seit Tagen so überlastet, dass man sie nicht lange genug anschauen kann, um die Links zu anderen sozialen Netzwerken aufzuspüren – ein bisschen enttäuschend für eine nationale Kampagne.Autorin: Louise MillerLouise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema “Soziale Medien und Unternehmen".miller.louise.2012@gmail.com



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