Wie ein chinesischer Computerriese den amerikanischen Arbeitsmarkt erobern will


Dass Computer Hersteller gerne außerhalb des Heimatlandes Firmensitze erstellen ist bekannt. So hat zum Beispiel der Taiwanische Computer Hersteller Acer einen Sitz in Ahrensburg und auch Apple ist in München anzufinden. Nun hat Lenovo, der zweit-größte Computer Hersteller der Welt nach Hewlett-Packard, Medienberichten zufolge angekündigt eine Produktionsstelle in Whitsett, North Carolina, zu eröffnen. Die Produktionshalle ist bereits im Bau und soll Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen. Für North Carolina bedeutet das gerademal 115 neue Jobs. Trotzdem ist dieses vergleichsmäßig kleine Engagement laut Gouverneur Perdue  ein wirtschaftlicher Erfolg und ein erster Schritt auf dem Weg zu größeren Projekten.Das aus China stammende Unternehmen möchte mit der neuen Produktionshalle seine Präsenz im amerikanischen Markt verstärken.  Branchenexperte Steve Kleynhans von der Gartner Group meint, Lenovo greife damit ein langwährendes Problem an, namentlich dass es bei amerikanischen Kunden Vorbehalte gegen das Unternehmen gibt wegen einem Stigma gegenüber chinesischen Produkten. Indem die Computer in den USA produziert werden, sollen sie größere Akzeptanz bei den heimischen Kunden finden. Außerdem geht Lenovo davon aus, durch die Produktion in den USA besser und schneller auf individualisierte Bestellungen von Firmenkunden reagieren zu können.In North Carolina sollen ab nächstem Jahr Laptops, PCs und Tablets von Lenovo‘s Think Reihe hergestellt werden. Marktexperte Rob Enderle sieht Lenovo‘s größte Schwäche, so wie die vieler Konkurrenten in der Computerbranche, bei Tablet-Geräten. Wenige Firmen bieten Tablets an, die mit Apple‘s iPad mithalten können. Dabei gibt es eine große Kundenbasis, die sich für Tablet-Produkte interessiert. Lenovo hofft mit seinem Tablet 2, das diesen Monat auf den Markt kommen soll, einen größeren Anteil an den Einnahmen aus dem Tablet-Geschäft erwerben zu können. Neue Tablets sollen mit Windows 8 ausgestattet werden, so dass der Kunde beliebte Microsoft Office Software wie Word Produkte und Tabellenkalkulationen auch auf dem Tablet benutzen kann – eine Leistung, die Tablets bis jetzt noch nicht bieten. Desweiteren plant Lenovo Hybridprodukte anzubieten. Bei Lenovo‘s neuem ThinkPad Tablet 2 lässt sich zum Beispiel die Tastatur hinter den Bildschirm klappen, so dass der Nutzer ein Tablet-Gefühl bei der Bedienung bekommt. Dieses sogenannte Ultrabook ist also eine Kombination aus Tablet und ultraleichtem Laptop, das durch seine Flexibilität eine breite Kundenbasis ansprechen soll.Lenovo ist nicht der erste Computerriese, der seine Produktion in die USA verlagert. 2005 hatte Dell eine Produktionshalle in Winston-Salem, North Carolina, mit 1500 Beschäftigten eröffnet. Wegen schlechten Verkaufszahlen wurde der Posten nach vier Jahren allerdings wieder geschlossen. Roger Kay, Marktanalyst bei Endpoint Technologies Associates, geht allerdings davon aus, dass Lenovo‘s Werk erfolgreicher sein wird. Mit nur 115 Angestellten liegt die Produktionskapazität nicht in den Millionen sondern eher im Tausender-Bereich. Damit ist Whitsett weniger anfällig. Leider sind die Zeiten vorbei, in denen deutsche Computer Hersteller mit wirtschaftlichen Erfolgserlebnissen die Nachrichten schreiben.Autorin: Louise MillerLouise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema “Soziale Medien und Unternehmen".miller.louise.2012@gmail.com



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