Das NEUE Organspendegesetz und die offenen Fragen



Der Bundestag hat eine grundlegende Reform der Organspende beschlossen: Die sogenannte Entscheidungslösung.

Die Förderung der Bereitschaft zur Organspende ist nötig: 12.000 Menschen warten allein in Deutschland auf ein Spenderorgan, meist auf eine Niere. Täglich sterben drei Patienten bevor ein Spenderorgan gefunden werden konnte.

Künftig soll nun jeder über 16jährige Bürger in Deutschland regelmäßig von den gesetzlichen wie auch privaten Krankenkassen nach seiner Bereitschaft zur Organspende befragt werden.

Er muss sich aber nicht entscheiden. Er kann die Frage ignorieren. Er kann sie auch mit Ja oder Nein beantworten. Es gibt keine negativen Konsequenzen.

Nun erhebt sich folgende Frage:
Warum zum Teufel braucht man ein Gesetz, wenn es nur darum geht, dass die Krankenkassen Briefe schreiben sollen?

Was in aller Herrgotts Namen ist damit gewonnen? Hat der Gesetzgeber nichts anderes zu tun? Gesetze sollen etwas regeln. Sie verbieten etwas oder fordern etwas, sie geben dem Leben einen (Ordnungs)rahmen. Was trägt dieses Gesetz dazu bei? Nichts. Denn man kann die Frage ja ignorieren.

Aus meiner Sicht ergibt das Gesetz nur einen einzigen Sinn: Alle Fraktionen im Bundestag waren sich darin einig, dass "das Volk" öfter zu diesem Thema angesprochen werden soll. Das kostet Geld. Auf die Medien allein kann man sich nicht verlassen, nicht mal auf die öffentlich Rechtlichen. Also Informationen per Brief. Das kosten Geld. Jährlich zweistellige Millionenbeträge. Und die sollen - per Gesetz - die Krankenkassen tragen.

Per Gesetz hätte auch eine gesetzliche Spendepflicht beschlossen werden können. Das ist zwar Gott sei Dank vom Tisch. Aber nun regelt das Gesetz nur die Kostenübernahme einer Marketingaktion zur Förderung der Spendebereitschaft. Etwas mager für die teure Bundestagsarbeit.

Wollen die künftig auch Gesetze beschließen, in welchem Rhythmus Schulen die Eltern ihrer Schüler anschreiben und zu Elternversammlungen einladen? ...



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