Deutschland hat zwei Billionen Euro Schulden. Aber niemand weiß bei wem und keiner fragt nach Alternativen.



Bund, Länder, Städte und Gemeinden haben kürzlich die Marke von zwei Billionen Euro Schulden überschritten. Vor zehn Jahren, 2002, waren es erst 1,2 Billionen Euro. Jedes Jahr hat Deutschland seitdem durchschnittlich 80 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Das sind nur die offiziellen Zahlen. Hinzu kommen mehrere Billionen verdeckte Schulden vor allem durch Pensionsverpflichtungen, die in keiner Zahlungsbilanz stehen und für die der Staat daher keine Rücklagen gebildet hat.

In Berlin kann jeder Passant einen Blick auf die Schuldenuhr am Haus des Bundes der Steuerzahler werfen. Seit acht Jahren, seit dem 16. Juni 2004, ist sie eine tägliche Mahnung an die Politik. Dem Finanzsystem der Bundesrepublik fehlt es jedoch an Transparenz. Niemand weiß genau, wer die Gläubiger sind, denen der Staat die zwei Billionen schuldet. http://www.pt-magazin.de/newsartikel/archive/2012/june/27/article/wem-gehoert-deutschland.html

Mitunter wird gefragt: Na und, ist doch egal, wer der Gläubiger ist, Schulden müssen so uns so zurückgezahlt werden. Das ist nicht ganz richtig. Zwei einfache Beispiele zum Verständnis:

1) Bank A kündigt Unternehmer B bei geringfügigem Anlass den Kredit, und verwertet die als Sicherheit gewährte Hypothek auf Grundstück und Betriebsvermögen. B hat einen Konkurrenten C, der A gut kennt. C löst die Sicherheit bei A aus, und hat damit B ausgeschaltet. A hat kurzfristig wesentlich mehr Ertrag als wenn B weiterhin Zins und Tilgung beglichen hätte. Beide, A und C, machen Reibach auf Kosten von B. Passiert doch immer wieder. "Alltag" im Geschäftsleben.

2) 1992: Die englische Pfundkrise:
George Soros und andere Investoren waren der Meinung, dass das britische Pfund überbewertet sei und dass Großbritannien entweder das Pfund abwerten oder das EWS verlassen würde. Soros und andere setzten daher große Geldsummen zur Schwächung des Pfunds ein. Zuerst versuchte die britische Notenbank noch, durch Stützungskäufe ihre Währung zu stabilisieren. Als das aber wenig Wirkung zeigte, gab sie am 16. September 1992 eine Zinserhöhung von zuerst 10 % auf 12 % bekannt, um die Attraktivität des Pfundes zu steigern und Investoren anzuziehen. Nur wenige Stunden später stellte die Notenbank eine Erhöhung des Zinssatzes auf 15 % in Aussicht. Die Spekulanten ignorierten aber diese Aussage und setzten weiterhin hohe Summen gegen das britische Pfund, so dass gegen 19 Uhr Ortszeit der Schatzkanzler (Chancellor of the Exchequer), Norman Lamont, bekannt gab, dass Großbritannien das EWS verlassen wird und die Zinsen wieder auf das alte Niveau von 10 % gesenkt werden. In der Folge fiel das britische Pfund in den nächsten fünf Wochen um fast 15 % gegenüber der deutschen Mark und um 25 % gegenüber dem US-Dollar. Diese Spekulation brachte Soros einen Milliardengewinn und den Beinamen „The man who broke the Bank of England“ ein. http://de.wikipedia.org/wiki/Pfundkrise



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen