Ein Stern ist erloschen



Das ist wie ein Donnerschlag. Die große Whitney Houston ist im Alter von nur 48 Jahren gestorben. Tot im Hotelzimmer in Beverly Hills aufgefunden. Wahrscheinlich einsam und verlassen in ihren letzten Stunden. Ihr letzter großer Hit liegt 20 Jahre zurück. Sie wollte Gast der Grammy-Verleihung am nächsten Tag sein, den sie selbst sechsmal gewann: 1986, 1988, 1994 gleich dreimal und im Jahr 2000. In Deutschland gewann sie im Jahr 1999 den Bambi, dessen Integrationspreis an den Rapper Bushido im November 2011 von vielen Seiten stark kritisiert wurde und letztlich zur Trennung der musikalischen Zusammenarbeit von Peter Maffay und Bushido führte.

Whitney war die kommerziell erfolgreichste Soulsängerin der letzten Jahrzehnte. R&B Mainstream ist nicht vorstellbar ohne ihre Hits und ihre Stimme. Der Absturz kam unaufhaltsam: Alkohol- und Drogenprobleme, Entziehungskuren, eine gescheiterte katastrophale Ehe, Ausgebranntsein. Sie erlitt jede Phase des Absturzes aus dem Olymp der Hörer- und Mediengunst.

Das 3-Oktaven-Stimmwunder Whitney war im positiven Sinne erblich vorbelastet . Ihre Mutter sang im Background bei Elves Presley, Ihre Cousine war Dionne Warwick, ihre Patentante Aretha Franklin. Auch den Liebhabern anderr Musikstile wurde sie durch den Film "Bodyguard" mit Kevin Costner bekannt. Wieder im besten Sinne eines Entertainers.

Einst sagte sie: „Hier bin ich auf einmal, mit der richtigen Hautfarbe, der richtigen Stimme, dem richtigen Stil, dem richtigen Was-auch-immer. Ein kleines Girl überschreitet einfach die Geschmacksgrenzen und - wusch! - ist es auch einmal ein bisschen einfacher für die anderen.“ Es war aber, um einen ihrer ganz großen Hits zu zitieren, mehr als „One Moment in Time“, schreibt Edo Reents in der FAZ.

Ihre letzte Welttournee nach 10jähriger Pause startete im Dezember 2009 im Olimpijski-Stadion in Moskau. Ihre Stimme war brüchig und versagte mehrfach. Die Kritiken waren teils vernichtend. In der O2-Arena in Berlin bekam sie Buh-Rufe und Gelächter. Die Presse schrieb zum größten Teil negativ. Schon vorab wurden Kritiken ins Netz gestellt oder mitten im Konzert veröffentlicht. Auf Wikipedia und auf www.famwh.com sind die Links noch zu finden.

Als Reaktion auf die anhaltend und weltweit schlechte Kritik starteten Fans der Sängerin die Kampagne F.A.M. (Fight agains the Media, http://www.famwh.com und http://www.facebook.com/FAMWH?v=info), die sich mit fragwürdigen Methoden der Medien beschäftigt und eine andere Sicht als in den meisten Massenmedien darstellt. Hier ein Auszug:

"Wir sind auf vorgeschriebene Artikel und Kritiken gestoßen (Eine Überschrift einer Berlinkritik wurde schon Wochen vor dem eigentlichen Konzert veröffentlicht, vgl. Yahoo! Deutschland). Wir haben Kritiken gesehen, die 60 Minuten nach Beginn des Konzertes veröffentlicht wurden, obwohl die Diva noch eine weitere Stunde auf der Bühne stand (vgl. Tagesanzeiger, Zürich). Und wir haben, in den meisten Fällen, Artikel gefunden, die schlichtweg auf falschen Informationen basierten (Behauptungen, die während der Konzerte niemals passierten (vgl. Stimme, Südwesten), schlechte Recherche (falsche Schreibweise der Namen von Whitney Houstons Vorgruppe Azaryah Davidson und Mutter Cissy Houston (vgl. Frankfurter Neue Presse, Frankfurt) und sich wiederholende monotone Argumentationen.). Die Meinungen einiger enttäuschten Zuschauer wurden fast ausschließlich zitiert und so dargestellt, als seien es die aller, wobei die große Mehrheit der Konzertgänger es in Wirklichkeit sehr genoss, jubelte und klatschte.

In den meisten Fällen versuchte keiner der Autoren zu verstehen, worum es heute bei Whitney Houston geht, sondern es drehte sich wiederholend alles um das eine (und oft einzige) Argument, dass sie stimmlich nicht mehr die Gleiche sei. Wir als Fans fragen uns “im Gegensatz zu wann?”. Seitdem sie mit ihrem sensationellen Debut herauskam, hat sich ihre Stimme kontinuierlich entwickelt; sie reifte, ging in Reichweite und Kraft seit der Bodyguard-Ära jedoch ebenfalls zurück. Aber der Hauptpunkt ist, dass sie tatsächlich reifte. Die meisten Kritiker sehen diesen Punkt nicht oder ignorieren ihn. Ein Popstar darf sich offensichtlich nicht ändern und altern. Auf der einen Seite bemängeln die Medien immer die Akteure, die jeden erdenklichen Weg gehen, um ihr jugendliches Image (und Aussehen) zu bewahren, auf der anderen Seite greifen sie Whitney Houston dafür an, dass sie nicht mehr die Gleiche wie vor 20 Jahren ist. Erkennt noch jemand die Heuchelei hier?

Natürlich klingt Whitney Houston nicht mehr wie 1992, aber das ist an sich kein Kriterium for Kritik. Ihre heutige Stimme ist voluminöser und voll in den tieferen Tonlagen. Sie hat angefangen, Jazzelemente in ihre Shows einzubauen (prüft einfach eine der vielen fantastischen Interpretationen von „I Learned From The Best” während der Tour) und ihre Gospellieder kommenaus der Tiefe einer Seele, die einen großen Teil dunkler Tage gesehen hat und sie hat keine Angst davor genau dies zu zeigen.

Wir als Fans könnten es den Medien verzeihen, dass sie die Kunst nicht verstehen, wenn nicht die Lügen wären, die verbreitet wurden und nichts mit der Kunst zu tun haben."

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Bild: Superstar Whitney im Jahr 2010. Wikimedia Commons, Egghead06, Creative Commons



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