"Frankreich ist im Grunde ein sozialistisches Land."



"Frankreich ist im Grunde ein sozialistisches Land." Das sagt ein Linker. Der 39-jährige Benjamin Biolay, noch vor kurzem arroganter Pariser Dandy, der Mann von Catherine Deneuves Tochter, dem eine Affäre mit Carla Bruni nachgesagt wird, was er stets dementierte, der deren letztes Album produzierte, der für Francois Holland Wahlkampf machte, den er auch duzt, und der "Frankreichs schönste Lieder" zur Gitarre singt.

Das meint jedenfalls der Spiegel in Ausgabe 43/2012 auf Seite 136 f. Biolay ist verwirrt. Er "weiß, das sich etwas ändern muss. Er weiß nur nicht genau, was." schreibt Autor Mathieu von Rohr. Biolay weiß: Es sein nun einmal eine Tatsache, dass alle erfolgreichen Länder dieser Welt anders funktionieren. Eben nicht sozialistisch. Es wird ihm klar. Aber er weigert sich, die gewonnene Erkenntnis anzuerkennen. Die inneren Glaubenssätze über den Haufen zu werfen, sich innerlich richtig zu erneuern, das tut zu weh. Da kommt dem Chanconair seine Mentalität gerade recht: "Immer ein bisschen zu jammern."

Ein wenig Trostlosogkeit bleibt übrig, wenn man den Spiegel-Artikel liest. Das zieht sich durch bis zum Schluss: "Dann drückt er seinen Joint aus. Als hätte er etwas Wichtiges vergessen, sagt er zum Abschied: 'Nur damit das klar ist, ich bin gegen die Legalisierung von Marihuana.'"

Armer Benjamin, kann man da nur sagen. Lies doch mal Popper oder Hayek. Der Mensch ist frei. Auch Du kannst Dich entscheiden, Erkenntnisse anzuerkennen.

Frankreichs Zukunft hängt wie überall davon ab, dass es seine Vergangenheit hinter sich lässt. Benjamin Biolays Zukunft ebenso.



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