Ist IKEA böse? DDR-Häftlinge als Hilfstischler



Die Neue Osnabrücker Zeitung kommentiert: Osnabrück (ots) - Wenn's besonders günstig ist

Die freundliche Ikea-Welt, die einst Millionen Deutschen einen Ausweg aus dem düsteren Eiche-rustikal-Dasein zeigte: Wie passt dazu das Eingeständnis, DDR-Häftlinge für die Produktion beschäftigt zu haben? Auf den ersten Blick natürlich gar nicht. Das ist auch dem Konzern klar, der sich öffentlichkeitswirksam um Aufklärung bemüht und sein Bedauern über diesen unrühmlichen Teil seiner Vergangenheit ausdrückt.

Wenn man sich aber erst einmal an den Gedanken gewöhnt hat, dass Zwangsarbeit nicht nur zur deutschen NS-, sondern auch zur DDR-Vergangenheit gehörte, darf die Enthüllung nicht mehr zu sehr überraschen. Was ein Unternehmen nach außen darstellt und wie es seine Ziele im Inneren erreicht - das sind oft zwei unterschiedliche Bereiche. Im Fall Ikea waren offenbar die Konditionen der DDR-Betriebe besonders günstig - dass der Konzern die Gelegenheit nutzte, kann nur besonders gutgläubige Menschen wundern.

In der Aufregung über dieses Kapitel der Industriegeschichte sollte aber nicht vergessen werden, dass die Frage nach den Arbeitsbedingungen immer wieder gestellt werden muss - und zwar allen Unternehmen. Denn das Problem bleibt bestehen, wie zuletzt sichtbar geworden beim Apple-Zulieferer Foxconn.

Den größten Einfluss auf die Produktionsumstände könnten theoretisch die Kunden haben. Die wollen aber meist ebenso gerne sparen wie die Unternehmen - und dann bleibt es bei der Theorie.



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