Japan verdoppelt Mehrwertsteuer - auf 10 Prozent



Der Verzehr von Walfleisch ist in Japan seit Jahren rückläufig. Dieser Tendenz könnte sich verstärken. Denn mit einer drastischen Erhöhung der Mehrwertsteuer will Japan seine astronomische Staatsverschuldung abbauen. Mit einer Verschuldung in der doppelten Höhe des Bruttoinlandsprodukts hat Japan einen weltweiten Negativhöchststand erreicht.

Gegenwärtig beträgt die japanische Mehrwertsteuer mit nur fünf Prozent. Aus deutscher Sicht ist das lächerlich niedrig. Hier zahlen die Bürger für jedes Konsumgut 19 (bzw. sieben) Prozent. Das japanische Unterhaus hat nun einer schrittweisen Verdopplung der Mehrwertsteuer auf zehn Prozent bis 2015 zugestimmt. Obwohl die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda mit 363 von 459 Stimmen im Unterhaus eine komfortable Mehrheit für den Beschluss erhielt, ist eine Regierungskrise nicht ausgeschlossen: 57 Abgeordnete von Nodas eigener Partei, der Demokratischen Partei Japans, stimmten gegen die Steuererhöhung, weil sie nicht dem Wahlprogramm entspricht. Das Oberhaus muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen.

Japan schröpft damit zum einen die eigene Bevölkerung. Jeder hat künftig mehrere Prozent seines EInkommens nicht mehr zur Lebensführung oder für die persönliche Zukunftsplanung zur Verfügung, sondern muss per Mehrwertsteuererhöhung zwangsweise die aausgeuferte Staatsentschuldung finanzieren. Auch die Touristen trifft es natürlich. Tokio ist jetzt schon für Ausländer die teuerste Stadt der Welt. Künftig werden es noch ein paar umgerechnete Euro mehr, die jeder Besuch in Tokio oder anderen japanischen Reisezielen kostet.



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