Wirtschaftliche Folgen des Führungswechsels in China


Als die westlichen Volkswirtschaften 2008 in die Krise stürzten propagierten viele Mitglieder der chinesischen Führung ihr besseres Wirtschaftsmodell – eine nur ungenau definierte Kombination aus autoritärem Regierungssystem und staatlichem Kapitalismus. Aber jetzt, durch die politischen Turbulenzen rund um die Änderung der Führungsriege in der Kommunistischen Partei, wurden diese hohen Töne in Frage gestellt.Die Unsicherheiten sind groß im heutigen China: die neue Führung rund um Xi Jinping, dem neuen Generalsekretär der Partei, muss sich jetzt bewähren. Das Entscheidungsverfahren war lang und nicht ohne Skandale: man errinere an die Korruptionsskandale in den Familien von hohen Parteifunktionären; die Blamage eines Regeriungsoffiziers, in der sein Sohn, ein schnelles Auto und minder bekleidete Damen involviert waren; die Verurteilung von Gu Kailai, der Ehefrau des als Hus Nachfolger gehandelten Bo Xilai wegen Mordes an einem Briten; und am Ende der Rausschmiss Bos aus der Kommunistischen Partei.Diese Turbulenzen haben Chinas Politikwelt über Wochen bewegt und auch abgelenkt. Jetzt ist der Bedarf nach Stabilität groß. Die Wirtschaftspolitik wurde im innerparteilichen Gerangel ein bisschen vernachlässigt. Insbesondere das kritische Foreign Direct Investment ist Medienberichten zufolge in in den letzten neun von zehn Monaten gesunken. Die neue Regierung muss bald liefern. Aber was für eine Wirtschaftspolitik ist von ihr zu erwarten?Es wird spekuliert, dass sich die neue Führung an einer langsamen aber stetigen Öffnung und Liberalisierung Chinas versuchen wird. Der Balance Akt ist schwierig: Reformen müssen schnell genug angestrebt werden, bevor die Bevölkerung unruhig wird; gleichzeitig können zu schnelle Reformen zu Instabilität führen und damit eine Gefahr für den Machterhalt der Partei bedeuten. Deswegen ist ein all zu radikales Abweichen von der momentanen Wirtschaftspolitik nicht zu erwarten. Allerdings ist durchgesickert, dass China mehr auf seine eigenen Konsumenten setzen möchte um weniger von ausländischer Nachfrage abhängig zu sein.Welche Auswirkungen wird diese Entwicklung auf westliche Unternehmen in China haben? Viele dieser Unternehmen produzieren in China, da es dort günstig ist. Die Qualität überzeugt nicht immer, aber vor allem im Technologie Bereich entwickelt China sich durchaus zu einem Qualitätserzeuger, wo zum Beispiel Smartphones,NotebooksundTablets für westliche Unternehmen und Konsumenten hergestellt werden. Wenn es China wirklich gelingen sollte, die inländischen Konsumenten zu stärken, bestünden große Chancen für westliche Unternehmen sich an diesem eine Milliarde Menschen umfassenden Markt zu beteiligen. Auf der Kehrseite könnten die Gehaltsforderungen steigen – die Frage ist wie viel und wie schnell. Eine geringe Erhöhung der Löhne dürfte China immer noch als profitablen Produktionsstandort bestehen lassen und unsere Produkte nicht wesentlich verteuern. Der Führungswechsel kann für westliche Unternehmen also durchaus eine große Chance sein!Autorin: Louise MillerLouise Miller arbeitet als freie Journalistin in London. Sie studierte an der City University London und schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema “Soziale Medien und Unternehmen".miller.louise.2012@gmail.com



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen