Die Krankenversicherung der Rentner


Die Altersvorsorge ist ein heiß diskutiertes Thema. Mit der Lebensleistungsrente oder der Solidarrente kursieren unterschiedliche Konzepte gegen Altersarmut durch die politische Diskussion. Das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz ändert die Vorgaben für die staatlich geförderte Altersvorsorge. Begriffe wie Reduction in Yield oder Chance-Risiko-Profile sind im Gespräch. Der DIA-Themendienst erläutert in loser Folge gesetzliche Regelungen und Zusam­menhänge, die für das Verständnis der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Alters­vorsorge erforderlich sind. Heute: Die Krankenversicherung der Rentner.Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) wird von den gesetzlichen Krankenkassen durchgeführt. Dort kann Mitglied werden, wer eine Rente in der gesetzlichen Rentenversicherung beantragt, einen Rentenanspruch besitzt und eine Vorversicherungszeit erfüllt hat. Dazu muss der Rentner innerhalb der Zeitspanne zwischen dem Eintritt ins Erwerbsleben und dem Zeitpunkt der Rentenantragstellung mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte dieses Zeitraums in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert oder freiwillig versichert gewesen sein.Das trifft auf die meisten Rentner zu. Dennoch sind manche Personen von der KVdR zunächst ausgeschlossen, so zum Beispielo   Rentner, die einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, Bezieher von Arbeits­losengeld und Arbeitslosengeld II (Hartz IV), selbständige Landwirteo   hauptberuflich Selbständigeo   Beamte und Beschäftigte mit einem Entgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (47.250 Euro im Jahr 2013).Wenn diese Umstände wegfallen, besteht von diesem Zeitpunkt an Versicherungspflicht in der KVdR. Wer privat krankenversichert ist, kann sich auf Antrag von der KVdR befreien lassen. Der Antrag muss aber innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht in der KVdR gestellt werden, ansonsten ist eine Befreiung nicht mehr möglich. Wer die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, vor Rentenbeginn aber gesetzlich krankenversichert war, kann auf Antrag freiwillig der KVdR beitreten. Das betrifft auch freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, zum Beispiel Selbständige oder Angestellte mit Verdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (52.200 Euro 2013).Wer erst nach Vollendung des 55. Lebensjahres krankenversicherungspflichtig geworden ist und fünf Jahre vor Eintritt der Versicherungspflicht keine gesetzliche Krankenversicherung besaß, ist auf Dauer von der KVdR ausgeschlossen. Das gilt für Selbständige oder besser verdienende Angestellte, die vor dem 55. Geburtstag privat krankenversichert waren, dann aber – entweder wegen Aufgabe der Selbständigkeit oder, als Angestellte, wegen Sinken des Einkommens unter die Versicherungspflichtgrenze – wieder zu Pflichtversicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung geworden sind.Höhe des Beitrags und ZuschüsseFür versicherungspflichtige Rentner gilt der allgemeine Beitragssatz, der für alle Krankenkassen aktuell 15,5 Prozent beträgt. Davon zahlen Rentner 8,2 Prozent, den Rest die Kasse. Der Beitrag wird erhoben auf Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, Versorgungsbezüge und eventuell Einkommen aus selbständiger Tätigkeit. Der Rentenversicherungsträger behält die Beiträge von der Bruttorente ein und leitet sie an die Krankenversicherung weiter. Freiwillig versicherte Rentner zahlen Beiträge auf ihre Bruttorente sowie auf sonstige Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen, und zwar in voller Höhe.Für privat krankenversicherte Rentner gelten die Beiträge der jeweiligen privaten Krankenversicherung, die in voller Höhe selbst zu zahlen sind. Aber: Freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung und privat Krankenversicherte können auf Antrag einen Zuschuss vom Rentenversicherungsträger erhalten. Der Zuschuss beträgt 7,3 Prozent der Rente, bei privat Krankenversicherten höchstens die Hälfte der tatsächlichen Beiträge. Wer als Rentner krankenversicherungspflichtig ist, muss auch in die Pflegeversicherung einzahlen und zwar in voller Höhe von 2,05 Prozent (kinderlose Rentner 2,30 Prozent).Insbesondere Selbständige und Angestellte mit Einkommen oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze in der Krankenversicherung stehen während des Erwerbslebens vor der Frage, ob sie sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern sollen. Mit Blick auf die spätere Krankenversicherung im Rentenalter gilt es, die Konsequenzen zu bedenken, denn die Entscheidung ist in der Regel endgültig. Vor allem die Flucht vor hohen Altersbeiträgen von der privaten Krankenversicherung in die KVdR ist ausgeschlossen.Die Krankenversicherung der Rentner im Überblick <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0">
<tbody>
<tr>
<td style="width:239px;"><p> </p></td>
<td style="width:239px;"><p><strong>pflichtversicherte Rentner in der KVdR</strong><sup>1</sup></p></td>
<td style="width:239px;"><p><strong>freiwillig versicherte Rentner in der KVdR</strong></p></td>
<td style="width:239px;"><p><strong>privat krankenversicherte Rentner</strong></p></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:239px;"><p>versicherter Personenkreis</p></td>
<td style="width:239px;"><p>Personen mit Rentenanspruch aus der GRV<sup>2</sup> nach Erfüllung der Vorversicherungszeit<sup>3</sup></p></td>
<td style="width:239px;"><p>- freiwillig Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung</p><p>- gesetzlich Krankenversicherte, die die Vorversicherungszeit nicht erfüllen, auf Antrag</p></td>
<td style="width:239px;"><p>Versicherte mit einer privaten Krankenversicherung (Beamte, Selbständige, Angestellte mit Einkommen oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze)</p></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:239px;"><p>Einkünfte, auf die Beiträge erhoben werden</p></td>
<td style="width:239px;"><p>- Renten der GRV</p><p>- gesetzliche Rente aus dem Ausland</p><p>- Versorgungsbezüge<sup>4</sup></p><p>- Einkommen aus selbständiger Tätigkeit</p></td>
<td style="width:239px;"><p>- Renten der GRV<sup>2</sup></p><p>- gesetzliche Rente aus dem Ausland</p><p>- Versorgungsbezüge<sup>4</sup></p><p>- Einkommen aus selbständiger Tätig­keit</p><p>- Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung</p><p>- Einkünfte aus Kapitalvermögen</p></td>
<td rowspan="2" style="width:239px;"><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p><p> </p><p>Der Beitrag zur privaten Krankenversicherung ist unabhängig von den Alterseinkünften und richtet sich nach dem jeweiligen Tarif.</p></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:239px;"><p>Höhe des Beitrags</p></td>
<td style="width:239px;"><p>15,5 % der Rente</p></td>
<td style="width:239px;"><p>- 15,5 % auf Renten, Versorgungsbezüge und Einkommen aus Selbständigkeit</p><p>- 8,2 % für Renten aus dem Ausland</p><p>- 14,9 % für sonstige Einnahmen</p></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:239px;"><p>Eigenbeitrag</p></td>
<td style="width:239px;"><p>8,2 % der Rente</p></td>
<td style="width:239px;"><p>voll</p></td>
<td style="width:239px;"><p>voll</p></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:239px;"><p>Beitragsanteil des Rentenversicherungsträgers</p></td>
<td style="width:239px;"><p>7,3 % der Rente</p></td>
<td style="width:239px;"><p>keiner</p></td>
<td style="width:239px;"><p>keiner</p></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:239px;"><p>Beitragszuschuss vom Rentenver­sicherungsträger</p></td>
<td style="width:239px;"><p>entfällt</p></td>
<td style="width:239px;"><p>7,3 % der Rente</p></td>
<td style="width:239px;"><p>7,3 % der Rente, maximal die Hälfte des Beitrags</p></td>
</tr>
</tbody>
</table>1)      Krankenversicherung der Rentner2)      Gesetzliche Rentenversicherung3)      Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung während neun Zehnteln der zweiten Hälfte der Rahmenfrist zwischen erstmaliger Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und RentenantragstellungRenten aus betrieblicher Altersversorgung, Versorgungseinrichtungen für Berufsgruppen, Beamtenversorgung, Alterssicherung der Landwirte, Kapitalleistungen, die der Alters- oder Hinterbliebenenvorsorge oder Versorgung bei verminderter Erwerbstätigkeit dienen



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