Mediale systemische Reflexion zum Sexismus-Vorwurf einer "Stern"-Reporterin gegen Rainer Brüderle


Mediale systemische Reflexion zum Sexismus-Vorwurf der "Stern"-Reporterin gegen Herrn Brüderle Ende Januar 2013 bezogen auf eine Aussage ein Jahr zuvor

Folgende Stichworte kommen mit intuitiv gewählten Gegenständen (sog. Surrogaten) auf die "Spielfläche"/Projektionsfläche/in die Aufstellung (siehe auch Fotos)
  • Rainer Brüderle, der Privatmensch (Plüschtier Robbe)
  • Rainer Brüderle, FDP-Fraktionsvorsitzender (Zebra)
  • Rainer Brüderle offizieller Spitzenkandidat der FDP für die Bundestagswahl (Pferd mit Wagen)
  • Stern (blau-weiße Unterlage)
  • Journalistin Laura Himmelreich (Plüsch-Schweinchen)
  • Interview (kleine grüne Plastikunterlage)
  • Artikel „Der Herrenwitz“ (liegende Tür)
  • Vorwurf der Journalistin, Brüderle sei ihr ein Jahr zuvor verbal zu nahe getreten (gelbes Auto)
  • Was geschah wirklich? (Plüsch-Pinguin)
  • breite Sexismus-Debatte in der deutschen Öffentlichkeit (rosa Täschchen)
  • Vorwurf anderer Journalistinnen Brüderle sei sexuell aufdringlich gewesen (rosa Igel aus Gummi)
  • Wer hat welche Interessen? (schwarzes mit bunten Perlen besetztes Täschchen)
  • Wer hat welche Motivation? (grüne Unterlage)
  • Kampagne gegen Brüderle? (Kassentisch)
  • Brüderles Schweigen (rotes Plastikschwein)
  • Machtaspekte (gelber Zaun)
  • Deutsche Medien (grünes Auto)
  • Mut (roter Hydrant)
  • Werte (blaue Brücke, Holzbaustein)
  • Werteverfall (Behälter mit Rohrzuckerstückchen)
  • Wertewandel (blaue Tonne)
  • Anerkennung (gelber rechteckiger Holzbaustein)
  • Geltungsbedürfnis (Fernseher)
  • Kampf um Auflage /Geld (Korken)
  • Polarisierung (gelb-roter Sonnenschirm)
  • Ambivalenz/Zwiespalt (Stressball mit verschiedenen Schafsgesichtern)
  • Interessenkonflikt (Sitzender Plüschbär) 
  • Gesellschaft (bunte Holzperlenkette) 
  • Wähler (brauner Hasenstall) 
  • Sternleser (lachender Schlumpf)
  • Deutsche Bürger  (braunes Plüschpony)
  • Bereitschaft sich seine eigene Meinung bilden und verschiedene Blickpunkte zuzulassen (Wildparkschild)
  • Verantwortung Dinge zu hinterfragen und auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen (Tipi-Zelt)
  • Unabhängigkeit (weißes, gezäumtes Pferd)



Inhaltliche Aussagen, die sich aus der Aufstellung ergeben:

Der Privatmensch Brüderle, die Robbe, sagt "Ich bedaure. Ich hatte mich nicht genügend im Zaum. Ich war mir der Gefahr nicht bewusst, in die ich mich begab, weil ich mich in einem Zustand einer Mischung aus kindlicher Naivität und gebauchpinseltem männlichen Ego befand."

Brüderle als ein enttäuschter Mensch, der (mal wieder) von einem Menschen enttäuscht ist, den er anders eingeschätzt hatte. Brüderles menschliche Reaktion auf solche Enttäuschungen und zwischenmenschlichen Angriffe ist die Strategie "Rückzug und Schweigen". Sein Schweigen ist nicht als Schmollen zu interpretieren, sondern eher als sich falsch verstanden fühlen und sich über sich selbst ärgern, einer jungen Journalistin auf den Leim gegangen zu sein.

Sein urtümlicher Humor, der ihn auch ausmacht, hat ihn zu der vorgeworfenen scherzhaften Flapsigkeit verleiten lassen.

Wo unsere Stärken sind, sind auch unsere Schwächen. Deshalb ist Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst, unserer Worte, Gedanken, Taten so wichtig und auch im Umgang mit anderen. Es gilt dabei täglich immer wieder neu Maß nehmen und sich selbst reflektieren.

Unsere Stärken geben uns im Alltag Sicherheit und schenken uns Raum, um dort unsere Unsicherheiten zu verstecken. Wer in diesem Raum nicht in regelmäßigen Abständen aufräumt, Selbsthygiene betreibt und sich selbst hinterfragt, schafft sich trotz seiner Stärken einen sicheren Raum voller Unsicherheiten, an dem er irgendwann zu ersticken droht.

Aus Brüderles Sicht ist alles gesagt und dem ist seines Erachtens nichts mehr hinzuzufügen. Diese Reaktion entspricht seinem Charakter, seinem Wesen. Diese Reaktion auf den Sexismus-Vorwurf ist keine strategisch klug ausgedachte PR-Strategie für die Öffentlichkeit, sondern Brüderles klare Entscheidung aus seinem Selbstverständnis heraus. Er ist so und das macht ihn authentisch. Und in Authentizität sind wir stark und nahezu unangreifbar.

Exkurs:

Wer will mir vorschreiben wie ich zu sein habe? Die Presse kann zwar Druck auf Menschen ausüben und versuchen sie zu Aussagen zu zwingen, aber sie hat keine Macht darüber, ob die Person letztlich eine Aussage macht. Es hängt von der Standfestigkeit, dem Selbstbewusstsein, der Selbstsicherheit und der Authentizität einer Person im wahren Sinne von "Persönlichkeit" ab, ob Menschen, Institutionen oder Systeme es schaffen, die Glaubwürdigkeit einer Person und deren Sichtweise zu brechen. Einem solchen Druck stand zu halten, braucht Größe.

Was nicht die Regel ableiten lässt, dass Aussitzen grundsätzlich eine sinnhafte Form der Lösung sei.

Diese Überlebensstrategie hat beispielswiese Kohl gelebt. Nicht, weil ihm dazu von PR-Beratern geraten wurde, sondern weil das sein Wesen war, seine Haltung wiederspiegelte und seine Art war mit Konflikten umzugehen.

Der Umgang mit Konflikt ist situativ und individuell zu lösen

Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, müssen mit Angriffen umgehen, ohne es je gelernt zu haben. Sie sehen sich dem Sticheln und Reizen durch Parteigegner oder die Presse gegenüber, die sich im Notfall auch der Strategie der Übertreibung bedienen oder dem Weglassen von wichtiger Information, um zu manipulieren bis hin zu Unwahrheiten erfinden. Wo ist da vorgelebte Fairness? Ethik? Das Bemühen um Wertschätzung für den Menschen und eine Lösung im Win-Win?

Was nicht vorbildhaft vorgelebt wird, kann auch nicht nachgeahmt werden. "Der Fisch stinkt am Kopf", heißt ein Sprichwort. Veränderung in der Masse der Gesellschaft wird es dann geben, wenn die Menschen bereit sind, in Bewusstheit zu leben - in der Selbstverantwortung ihrer Gedanken, Worte, Taten.

Der Umgang mit Konflikt ist daher ganz individuell und auch nur individuell zu lösen - frei nach dem Motto Gandhis "Sei du selbst die Veränderung, die du dir von dieser Welt wünschst."

Den Umgang mit Konflikten lernen wir nicht bei den Eltern, weder in der Schule noch beim Pfarrer. So reagieren wir mit den in uns unterbewusst verankerten Reaktionsweisen auf uns bedrohlich wirkende, überraschende Situationen, die uns in die Defensive bringen und uns hilflos machen.

Welche Reaktionsmodelle leben in uns?

1. Archaische: Fluchtverhalten, Starre, sich tot stellen, (Überlebens-) Kampf, im Notfall auch unter Anwendung von Aggression und Gewalt, beißen/totbeißen, verteidigen
2. Sozialisierte: Verhaltensweisen, die wir in unserem Umfeld gesehen haben. Reaktionen der Eltern, Geschwister, Freunde in ähnlichen Situationen. Dazu zählen auch jene, die wir in gespielten illusionären Fernsehwelten sehen und diese als Möglichkeitsrepertoire für Verhalten bewusst oder unterbewusst in uns gespeichert haben.
3. Bewusste, auf die Situation und Umstände angepasste Reaktionen und Verhaltensweisen

Diese Form ist die Königsdisziplin unter den Verhaltensweisen. Sie setzt Bewusstheit voraus: den Eigenanspruch, sich selbst seiner Gedanken, Worte, Handlungen stets bewusst zu sein, in (Selbst-) Verantwortung und (Selbst-) Wertschätzung zu leben und stets bereit zu sein gewaltfreie (Konflikt-) Lösungen zu finden, die Win-Win zulassen und keine Verlierer produziert. Mensch sein und Menschlichkeit auf Augenhöhe mit allem Leben. Ein Dasein auf dem Niveau von Selbstverständlichkeit mit hohen ethischen Werten, was unseren geistigen Möglichkeiten als Mensch in der heutigen Zeit entspricht.

Diese letztere Verhaltensweise fordert, dass wir uns ERST der Situation und unserer eigenen Gefühle als Reaktion auf die Situation bewusst werden. Bevor wie diese Reaktion unreflektiert raus lassen, überprüfen wir mit einer Art Beobachterzustand von außen, wie sinnhaft diese Lösung aus dem im Inneren gespeicherten Reaktionsrepertoire ist (meist eine aus 1. kombiniert mit 2.), um dann zu erkennen, dass wir in eine Art Täter-Opfer-Spiel mit Siegern und Verlierern eintreten würden, was zu keiner optimalen Lösung für alle Beteiligten führt.

Diese bewusste Denke will trainiert werden und fordert Selbstdisziplin und Eigenanspruch, Bereitschaft sich selbst zu hinterfragen und den Willen innerlich wachsen zu wollen.

Brüderles Verhalten im Interview

Brüderle hatte Spaß an dem Interview mit Frau Himmelreich. So wie ein alternder Mann eben Spaß hat sich nochmal jung zu fühlen, wenn eine attraktive junge Frau vermeintlich Interesse an ihm zeigt.

Exkurs

Hier liegt unsere menschliche Schwäche unter den verschiedenen Rollen unterscheiden zu können. Dort liegt auch das Drama vieler anderer Konfliktthemen.
  • Eltern,  Lehrer, Priester, Vorgesetzte, die sich ihrer Rolle als Vertrauter gegenüber Schutzbefohlenen nicht bewusst sind und in Momenten der menschlichen Schwäche und eigener traumatischer Umstände Grenzen überschreiten
  • Fehlendes Unterscheidungsvermögen, wann ein Mensch mich als Mensch sieht oder als begehrenswertes Idol (Problem vieler Stars und Sternchen sowie prominenter Persönlichkeiten). Wann gilt die Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die Liebe und Zuneigung mir als Privatperson und wann einer meiner vielen Rollen, die ich im Leben spiele? Ist das überhaupt zu trennen?


In der zu analysierenden Situation befand sich Brüderle mit der ehrgeizigen Journalistin Himmelreich, die die Gelegenheit bekommen hatte, einen bekannten Politiker mal ganz hautnah zu interviewen. Brüderle konnte ihren ambitionierten Ehrgeiz und ihre unterdrückte Aufgeregtheit empathisch spüren. Das läuft bei uns Menschen unterbewusst ab. Es funktioniert wie das archaische Abchecken des Gegenübers "Kann ich Dich riechen? Bist Du Freund oder Feind?"

Da der Vertrauens- und Sympathie-Funke unter den beiden Interviewpartnern aus den o.g. unterschiedlichen Motivationsgründen übergesprungen war, fielen gewisse Schranken der Distanz und Vorsicht. Dieser Umstand gab der Journalistin Gelegenheit Brüderle näher zu kommen als es ein Kollege vermutlich vermocht hätte. Insofern schlich sich ganz archaisch der Aspekt der sexuellen Anziehungskraft zwischen Mann und Frau subtil mit ein.
Vermutlich hatte die Journalistin zu keiner Zeit sexuelle Absichten gegenüber Brüderle, aber sie nutzte die Gunst der Stunde (bewusst oder unbewusst), um mit dieser verliehenen Macht zu spielen. Also jener Vorwurf, der umgekehrt Brüderle gemacht wurde. Es gibt 2 Beteiligte im Interview und damit auch 2 Beteiligte, die Ursachen setzen. Jedoch wurden nur Brüderles Worte gemessen. Es wurde nicht der Gesamtzusammenhang betrachtet und beurteilt.

Diese Vorgehensweise ist in unserer westlichen Gesellschaft und in der Darstellungsweise der Medien üblich. Politiker geben hierbei auch kein vorbildhaftes Beispiel. Sie führen Debatten, die genau darauf abzielen, den Parteigegner zu verunglimpfen, als Mensch mit seinen Werten und Qualitäten zu schwächen, um ihn unglaubhaft zu machen und damit unwählbar. Der Fokus liegt nicht auf Win-Win und Wertschätzung des Gegenübers, sondern im Finden von Worten und Sätzen, die aus einem Gesamtzusammenhang gerissen vermeintliche Fehler aufdecken und im Worst-case eine Karriere beenden.

Solange dieses Modell des Umgangs miteinander als ein gesellschaftlich anerkanntes gelebt wird, solange werden wir diese Verhaltensweisen weiter vorfinden und brauchen uns nicht über die Verhaltensweisen von Jugendlichen und Kindern abfällig äußern.

Nur wer den Aufbruchsgeist hat und erkennt, dass eine eigene Meinung, ein eigenes Profil, eigene Stärke, eigene Persönlichkeit die einzige Lösung ist, um Probleme und Konflikte nachhaltig und auch respektvoll mit allen Beteiligten zu lösen, der wird sich nicht von Muskelspielen der Gegner in seiner Standhaftigkeit, seinem Selbstwert und seiner Authentizität beeindrucken lassen.

Wir alle sind nicht perfekt und haben unsere Schwächen. Die große Frage ist: WIE gehen wir damit um? Gehen wir in den Selbstschutz und verheimlichen wir unsere Schwächen? Zeigen wir mit dem Finger auf andere und sagen "Die sind schuld?"

Oder lösen wir uns von unseren Ausreden, beginnen bei uns selbst aufzuräumen und lernen mit den Unzulänglichkeiten dieser Welt tolerant umzugehen und unseren Teil dazu beizutragen, dass wir (und damit unsere Gesellschaft) friedliebender werden, aus der Täter-Opfer-Falle mutig und entschlossen heraustreten und uns in unabhängige, selbstbestimmende, mitfühlende, wertschätzende Wesen wandeln.

Brüderles Verhalten

Die Begegnung mit der Journalistin Himmelreich (nomen est omen) hat Brüderle für Augenblicke auf Wolke 7 gebracht, was für ihn genussvoll war. Ihn hat die Situation "väterlich amüsiert", denn ihm war natürlich bewusst wie unbewusst klar, dass die Dame nicht wirklich was von ihm will. Und ich unterstelle ihm auch nicht, dass er tatsächlich etwas von ihr wollte.

Alles spielte sich im Kopf ab. Ein reines Mentalspiel. Deshalb ist diese Sexismusdebatte so ungreifbar und so vielschichtig.

Wir reden über das menschliche Sein, menschliche Verhaltensweisen. Wann beginnt Flirten? Wie will man den geistreichen Austausch zwischen zwei Menschen, bei dem es knistert und Freude auslöst, kontrollieren? Wollen wir dafür auch noch Regeln erfinden und Gesetze erlassen?

Der Prozess steht in Zusammenhang mit Gefühlen. Wie wollen wir diese unterbinden? Unsere Gesellschaft fordert Sachlichkeit, dabei laufen in uns in jeder Sekunde Gefühle ab, die unsere Umwelt abscannen und einordnen, um immer wieder ganz archaisch zu checken "Bin ich sicher? Muss ich flüchten? Muss ich beißen? Kann ich vertrauen?"

Die Unterdrückung unserer natürlich vorhandenen Gefühle, die uns unsere innerste Kraft und Authentizität verleihen und uns stärken, unterdrücken wir bis wir verlernt haben mit ihnen umzugehen und ihre hilfreiche Sprache im Umgang mit dem Leben nicht mehr verstehen.

Das Aufstauen der ungelebten Gefühle führt uns nach Jahren und Jahrzehnten in Lebenskrisen, Burnouts, Depressionen, Sinnkrisen, in denen uns dann die angestauten Gefühle förmlich überschwemmen.

Was läuft tatsächlich ab, wenn Menschen sich begegnen? Und noch komplexer: Was läuft tatsächlich ab, wenn Mann und Frau sich begegnen? Können wir wirklich unterscheiden zwischen Businessanlass und Privatanlass? Begegnen wir uns nicht IMMER als Mensch? Und sollten wir diesen Aspekt nicht besser trainieren statt ihn künstlich auszublenden, obwohl er immer mitläuft?

Wir sind niemals nur Privatmensch oder nur Businessmensch. Wir begleiten niemals nur eine Rolle. Wir sind gleichzeitig Mutter, Ehefrau, Tochter, Schwester, Chef, Mitarbeiterin, Nachbarin, Freundin, Opfer von Gewalttaten, selbst Täter in bestimmten Situationen, in denen wir nicht anders zu handeln wissen etc etc. All diese Rollen tragen wir täglich mit uns. Und wenn ein Notanruf aus dem Kindergarten kommt, springt die Rolle der Mutter an. Situationen im Außen geben Stimmulanz auf unsere Rollenidentifikationen. Diese können sich in Windeseile abwechseln und unterschiedliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen aufzeigen.

Ein Vorstand kann eine Entscheidung ganz bewusst und in der Verantwortung seiner Rolle als erfahrender Geschäftsmann und verantwortlicher Vorstand treffen. Wenn eine Frage aus der Runde zu der Sinnhaftigkeit seiner Entscheidung gestellt wird, die ihn verunsichert und ihn in die Rolle des Kindes versetzt, das sich vom Vater abgefragt, ausgeschimpft und gemindert fühlt, kann der eben noch selbstbewusste Vorstand in die verteidigende Rolle des Kindes oder in die Machtrolle einer Autorität rutschen, die sich nichts sagen und gefallen lässt und keine Kritik erträgt.

Brüderles Verhalten

Brüderles Männer-Ego fühlte sich zeitweise gebauchpinselt. Er, der alternde Politiker, der scheinbar noch eine Wirkung auf "das junge Ding" ausübte oder auszuüben schien. Alles menschliche Züge und Gefühle. Wer kennt sie nicht?

Dieser Umstand, der ein alltäglicher unter der Begegnung von Menschen ist, ist nur EINE Reaktion von vielen möglichen, die zu jener Gesprächsatmosphäre und dem "Beziehungsverhältnis" im Interview geführt hat.

Brüderle hat sich in meiner Wahrnehmung im Interview wertschätzend dieser jungen Frau gegenüber verhalten und begegnete ihr auf Augenhöhe. Erst als sein männliches Ego mit ihm durchbrannte, wagte er im Übermut den so oft kritisierten, schelmischen Satz zu sagen, der - wenn es nach Parteigegnern ginge - ihn sein Amt gekostet hätte.

Wer ist frei von Ego? Wer frei vom Bedürfnis nach Anerkennung? (, der werfe den ersten Stein.)

Wo setzen wir Grenzen und wo den Maßstab an?

Meines Erachtens sollten wir nicht mit Debatten der Verunglimpfung und einseitigen Darstellungsweisen agieren. Der goldene Weg ist das Bewusstwerden von Mustern, Verhaltensweisen und dem Spiegel, der uns aufgrund von Ereignissen gezeigt wird.

Wir alle haben eine Selbstbeteiligung an den Umständen, die uns wiederfahren. Ob es uns gefällt oder nicht. Ob es uns bewusst ist oder nicht. Dies herauszufinden und sich bewusst zu machen und selbst Ursache zu setzen, um in der eigenen Wirkung zu leben statt in der von anderen, das ist für mich die Herausforderung und die Chance des Lebens, die uns meines Erachtens wirklich zu glücklichen und freien, selbstbestimmenden Menschen macht.

Die genannten Aspekte im Falle Brüderle, auch Machtaspekte auf beiden Seiten, haben die Situation zu der gemacht, die sie war. Macht und Attraktivität, die Brüderle aufgrund seiner Persönlichkeit und seiner Funktion mitbringt und ihn und seine Aura umgeben. Und auf der anderen Seite die Macht, die er durch seine Offenheit, Menschlichkeit und seiner Freude an der (in der Motivation der Journalistin falsch verstandenen) Anerkennung der Journalistin geschenkt und an sie abgegeben hat und ihr somit Macht über ihn verliehen hat, von der sie zeitversetzt auch Gebrauch gemacht hat.

Somit hat sie aus Brüderles Sicht Vertraulichkeit missachtet und Grenzen überschritten und eine persönliche Atmosphäre in einen Businesszusammenhang gebracht. Dort liegt aber auch sein eigener Stolperstein, weil es nie diese von ihm gedachte vertrauliche, persönliche Atmosphäre wirklich gab, sondern ein gefälliges Verhalten seines Gegenübers, das in ihm die väterlichen Gefühle auslöste mit gleichzeitig vorteilnehmender Schläue des durchtriebenen Vamps.

Keiner ist frei von diesen Wesenszügen. Wer in der Minderwertigkeit lebt, benutzt solche Verhaltensweisen, um vorwärts zu kommen statt seine Bewusstheit einzusetzen. Unser Raubtierkapitalismus wie er noch immer in unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem lebt, ist genau von solcher vorteilnehmenden archaischen Qualität des Siegen-müssens. Dazu zählen auch die Medien und Medienvertreter, die vorteilnehmend und manipulativ mit Information umgehen.

Brüderle hat in der Situation der vermeintlichen Wertschätzung und Anerkennung für seine Person die Welt der Medien mit all ihrer Macht vergessen lassen. Ihm war nicht mehr bewusst, dass er sich einer Vertreterin einer Gilde gegenübersieht, die erbarmungslos aus dem Rückhalt zuschlägt, wenn sie es für angemessen hält.

Im besagten Aufeinandertreffen zwischen Brüdele und Himmelreich, die sich durchaus ihrer weiblichen Reize bewusst war, lag ein Knistern in der Luft, das beide wahrnahmen und mit dem beide spielerisch- intellektuell als auch grenzgängerisch mit umgingen. Es darf nicht vergessen werden, dass das Ego der Journalistin sich ebenso gebauchpinselt fühlte, dass sie einen so Großen wie Herrn Brüderle in den Bann zieht und mit ihren Reizen in der Lage ist, ihn auf einer intellektuellen Ebene mit emotionalen Wortspielen zu erreichen. Und in einem solchen Gefecht fiel dann der besagte Satz, der durch die Medien ging.

Wer hat welche Interessen?

Brüderle war ein wenig naiv. Na und? Wo bleibt die Menschlichkeit? In Deutschland herrscht frohes Politikerjagen. Die eigentlich wichtigen Fragen werden nicht gestellt. Die Presse jagt auflagestarken Zitaten aus Politikermündern nach, um Stimmung anzuheizen, den Bürger zu amüsieren und in seiner Welt des in-die-Umstände-der-Welt-Ausgeliefertseins Illusionswelten zu erschaffen, die den Leser in seinem gerechtfertigten Ärger über "die da oben" abholen wollen, um für Gesprächsstoff an den Kiosken und in den Kneipen und Stammtischen zu sorgen. Welcher Bürger kann denn in der heutigen Zeit bei den komplizierten Zusammenhängen dieser Welt noch mithalten? Klimakatastrophe, Rettungsschirme, Finanzkrise, Gesetze...

Die Welt wird immer komplexer. Keiner steigt mehr durch und hat auch nicht das Interesse in die Tiefe zu gehen. Insofern eine harte Zeit für die Medien, die stets ihre weißen Blätter füllen müssen und gleichzeitig die Chance, schreiben zu können, was sie wollen, weil es keiner mehr auf Wahrheitsgehalt überprüft. Füllen der Blätter mit Inhalt, Qualität ist dabei Nebensache.

Was interessiert den Bürger?

Er will nichts mehr hören von den belastenden Themen, die er selbst zuhause hat: kein Geld, keine Liebe, keine Wertschätzung, keine Lösung für die Probleme, keine Idee und keine Motivation, um etwas zu verändern, was vermeintlich so unabänderlich scheint.

Folglich bedient sich die Presse jener menschlichen Themen, die den Normalbürger betreffen, umtreiben, in seinen Emotionen erreicht und ihn als Fachmann/-frau mitreden lassen. Da bekommt er wieder Selbstwert im Vergleich mit "denen da oben". Sind sie doch nicht besser als Unsereiner. Sie schreiben auch ab, sie kochen auch nur mit Wasser, sie haben auch Fehltritte, machen Fehler, sind menschlich, verlieben sich, irren sich, verschätzen sich. Da keimt dann das Ego des Kleinbürgers auf mit der Macht der Besserwisserei mit der Norm zu wissen, was richtig und "ordentlich" ist. Da kann man sich schon mal als kleiner Mann über "die da oben" stellen und fühlt sich mächtig und stark.


Wer als Leser solcher Geschichten wie "Der Herrenwitz" sich Wert gibt, um sich selbst zu überhöhen, der sollte mal über sich selbst und sein Verhalten nachdenken. Ich könnte mir vorstellen, dass dem lachenden Schlumpf (Sternleser in der Aufstellung) das Lachen im Halse stecken bleibt und eigene Betroffenheit und Scham zurückbleibt.

Und auch der Kampf um Auflage und Geld (Korken in der Aufstellung) kann langfristig zum Rohrkrepierer der Deutschen Medien werden, weil Wachstum nicht mehr mit grenzenloser Vorteilnahme erreicht werden kann. Die Zeiten sind vorbei. Der Markt ist abgeschöpft und geschröpft. Es braucht neue Lösungen mit langfristigem strategischem Handeln und Denken mit Nachhaltigkeit und Win-Win-Ethik, die meines Erachtens nur mit Bewusstheit und Selbstreflektion - also einem Paradigmen-Wechsel - zu erreichen sind.


Blickpunkte zur Journalistin Himmelreich

Brüderles naiv-treuer Robbenblick mit großen aufgerissenen Kinderaugen aufgrund des faszinierenden Anblicks des engelsgleichen Wesens , ließ in Himmelreich nicht nur Machtgefühle, sondern auch Siegesgefühle hochkommen. Aus der Sicherheit dieser Situation heraus wusste sie um ihr Glück (Glücksschwein). Während sich Brüderle von ihrer Sexismus-Attacke oder besser -Offensive hat blenden lassen, verfolgte sie ihre Interessen. Ihr Mediencredo heißt Polarisierung (gelb-roter Schirm in der Aufstellung), das hat sie gelernt. Somit braucht es Mut (roter Hydrant in der Aufstellung) gepaart mit der Eigenschaft Vertrauen beim Gegenüber zu gewinnen, um an wertvolle Informationen zu kommen, die brauchbar und ausschlachtbar, also attraktiv und Geld wert sind.

Der Vorwurf des berechtigt kritisierten Fehlverhaltens gehört zur Toolbox und Methode des Massenjournalismus: wendig, schnell, flexibel, kaum einholbar, weil stets auf der Überholspur und selbst auf der Flucht vor den Regeln und Gesetzen, die sie bei anderen als unmoralisch und überschritten anprangern und täglich mit ihrem eigenen Handeln überschreiten (gelbes Auto in der Aufstellung).

Es ist kein Zufall, dass die Deutschen Medien in der Aufstellung auch ein solches Auto darstellen. (Diese Wahl war rein intuitiv und nicht beabsichtigt - wie alle Teile in der Aufstellung.)

Die breite Sexismus-Debatte, an der das "gemeine Volk" gefallen findet, ist die moderne "Brot und Spiele"-Beschäftigung, die die Medien auflagenstark und mit hohen Einschaltquoten verkaufen. Diese Themen sind so normal wie der Alltag der Bevölkerung, so dass selbst solche Vorwürfe schnell im Normalen untergehen können (siehe rosa Beutel auf rosa Untergrund in der Aufstellung). Der ganze Nährboden, die ganze Gesellschaft, ist mit Unbewusstheit verseucht und vegetiert in dieser Haltung vor sich hin (rosa Untergrund in der Aufstellung).


Da braucht es einen schweren Motivationstreiber für die Medien, der die Brüderle-Diskussion immer wieder anheizt, damit sie nicht versickert.  In der Aufstellung das Kassenband, dass das Thema mit einer sich wiederholenden Kampagne gegen Brüderle immer wieder nach oben befördert. Die Kassier-Mentalität hat Strategie. Bleibt man nur lange genug dran und fördert Altes zu Tage und wühlt in Interviews und Sätzen vergangener Zeiten, dann findest sich am Ende etwas Brauchbares. Es prüft ja ohnehin keiner mehr. Wichtig ist ein wenn auch haltloser Aspekt von Wahrheitsgehalt und nicht der Gesamtzusammenhang in solchen vorteilnehmenden Vorgehensweisen.

Wer da nicht wach und bewusst genug ist, sich seine eigene Meinung zu bilden, der gerät geistig in die Maschinerie der Verleumdungskampagnen und mutiert zurück zum Affen statt zum bewussten Menschen (Schild Tiergehege in der Aufstellung). Der rattert weiter im Hamsterkäfig und schwimmt mit der Masse und hat den nächsten Schritt der Evolution noch nicht vollzogen.

Die Wähler sind gefangen im Hasenstall ihrer Erziehung und Prägung (siehe Surrogat Hasenstall in der Aufstellung). Den Normen wie man sich als guter Deutscher zu verhalten hat, was sich gehört und nicht gehört. Diese "Werte und Regeln", die früher von der Kirche vermittelt wurden, werden heute über das Fernsehen (Surrogat) in die Haushalte gebracht. Diese von Konzernen bezahlten Medieninhalte, die Illusionswelten aufbauen und mittels Werbung Bedürfnisse wecken, die nur Surrogat-Lösungen für die wahren menschlichen Bedürfnisse der Menschen sind. Wo Wertschätzung und Anerkennungsbedürfnis mit Geltungsbedürfnis und Macht erkauft werden. Wo innere Werte durch äußere ersetzt werden. Diese Dauerbeschallung und Dauermanipulation und -Penetration hat die deutsche Gesellschaft nun jahrzehntelang über sich freiwillig ergehen lassen und ist so ge-brain-washed, dass der Pinguin (Was geschah wirklich?) keine Antwort geben kann, weil er zwar groß geworden ist, aber nicht erwachsen und auch nicht selbstbestimmt ist.


Er ist nicht mit sich selbst geerdet, sondern mit der Frage "Wer hat welche Motivation?" Er weiß es nicht, denn er ist ge-brain-washed und traumatisiert und hat in seinem Zuhause (Zelt - "Verantwortung Dinge zu hinterfragen und auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen") nicht gelernt. Er ist ein naives Riesenbaby, das übergewichtig und ohne selbst gemachte Erfahrung mit künstlichem Selbstbewusstsein durch die Welt watschelt und in seiner Komfortzone des "Wer hat welche Motivation" darauf wartet, dass sich etwas im Außen verändert, damit sich für ihn etwas verändert. Frei nach dem Motto "Sollen doch erst mal die anderen. Ich kann nichts dafür, ich habe nichts gemacht. Ich allein kann sowieso nichts verändern."!

Der Pinguin, der wie ein Teil der heutigen Jugend und Menschheit darauf wartet, bedient zu werden und einen Job zugewiesen zu bekommen. Visionen von einem Leben, das in Fernsehserien die vermeintliche Norm von Erfolg und Wert, etwas in der Gesellschaft zu gelten, vermittelt.

Die Gesellschaft, die am Zaun der Macht machtlos hängt und gezähmt wie die Perlen auf der Schnur sich ihre Kreativität und Selbstbestimmung haben nehmen lassen. Der freie Geist wurde am Zaun abgegeben zugunsten eines vermeintlich sicheren Lebens des Wohlstands und der Anerkennung. Das nimmt ihnen den Raum der Gestaltungsfreiheit . Statt mit ihrer roten Mut-Energie Neues auszuprobieren, sinken sie in die Sattheit des roten fetten Schweins des Schweigens.

Die Unabhängigkeit (weißes Pferd) ist in Wahrheit nur ein gezähmtes Pferd, das gar nicht mehr weiß, was ein freies Leben heißt und wie man in Freiheit (über-) lebt.


Der Artikel "Herrenwitz" von Himmelreich hat ihr ein Törchen zur Sichtbarkeit in der Medienwelt und beim Publikum geöffnet und ihr so zur erwünschten Publicity und Öffentlichkeitswirksamkeit verholfen. Für Brüderle war es eine Falltüre, die er aber nicht geöffnet hat und diesmal mit Bewusstheit und Klarheit keinen Anlass mehr für neuen Stoff bot. Er hat seine Lektion gelernt und schließt daraus seine Lehren, dass die Menschen mehr als nur ein Gesicht haben und dass Gefälligkeit, Liebreiz und Verschlagenheit ambivalent in einem Menschen gleichzeitig leben können.

Vorwürfe anderer Journalisten, Brüderle habe sich sexuell aufdringlich verhalten, geht förmlich unter im rosa Gesellschaftsgetöse (rosa Unterlage). Die Einmaligkeit der Idee und die Gunst der vorteilnehmenden Stunde hat Frau Himmelreich genutzt. Jeder Trittbrettfahrer hat das Nachsehen mit seiner Story und ist nur noch ein Abklatsch mit einer Mee-too-Geschichte, die keine durchschlagende Wirkung des gesehen, gehört und gelesen werdens hervorruft, egal wie lang die Stacheln sind, die ausgefahren werden. Sie sind nur Gummi (siehe aufgestellter rosa Gummi-Igel).


Interessenkonflikte gibt es in dieser Welt nicht, weil jeder aus seiner Sicht glaubt Recht zu haben und nichts Böses getan zu haben. Das Bärchen mit der Aufschrift "Wunschkind" symbolisiert die Sorte Mensch, die nie erwachsen wurde, die regressiv im verwöhnten, rechthabenden, ego-gesteuerten Kind verharrt und sich auf seine Rechte (= seine Werte) beruft und stützt. Die Werte werden noch von unserer Gesellschaft getragen. Der Werteverfall ist jedoch bereits sichtbar, wird aber noch nicht von der Gesellschaft verstanden. Vordenker, Strategen und Freigeister wissen das, was die Medien und Politiker aber nicht aussprechen wollen, um keine Massenpanik auszulösen.

Der Umbruch hat längst begonnen. Der Wertewandel gewinnt an Kraft und wächst. Aus dem Granulat des Wertverfalls (siehe Foto) entsteht etwas Neues im Kreislauf des Entstehens und Vergehens.

Letztlich trägt der Deutsche Bürger die Bürde und die Kosten für den Wandel und zieht die Karre und nicht die Politik. Wer auf das richtige Pferd setzt und sich aufmacht, kann sich vom Zucker des Wertewandels ernähren, damit Kraft für das Neue aufbringen, sich fortbewegen und in Freiheit zur Tat schreiten.

Die Alternative ist, am Alten weiter festzuhalten, sich in der Scheinsicherheit der Komfortzone, des Nichtstuns und im Anspruchstellens halten, andere für ihr Tun und ihre Erfahrungen (mögliche Fehler) zu verurteilen - und anderen den Raum der Gestaltungsmöglichkeit zu überlassen.

Wir haben jeden Tag neu die Wahl, wofür wir aufstehen und mit welchem Handeln und welchen Entscheidungen wir den Tag verbringen und unser



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