Rückkehr nach Krankheit mit dem Hamburger Modell - ein Erfahrungsbericht



Wiedereingliederung

Ein Unfall, eine lange Krankheit, ein Krankenhausaufenthalt. Wenn man nach einem solchen Erlebnis wieder in den Job zurückkehrt fallen viele Dinge schwer, von der Kommunikation mit Geschäftspartnern und Kunden, dem Umgang mit Kollegen bis zur Anforderung an die Schnelligkeit.
Eine Mitarbeiterin des Transgourmet Contact Centers beschreibt es bei einem Gespräch über ihre Wiedereingliederung so: „Es ist ja ein schnelles Geschäft“ - man möchte den Kunden denselben Service, dieselbe Freundlichkeit und dasselbe Fachwissen bieten, wie vor der Krankheit.
Gerade bei dem Job im TGC kommt es auf diese Fertigkeiten an, die meisten unserer Kunden wollen schnell ihre Bestellung aufgeben oder Auskünfte auf Fachfragen bekommen und erwarten zu recht erfahrenen Mitarbeiter am Telefon.
Wenn man sich aber voll darauf konzentriert wieder gesund zu werden, rutschen diese Erfahrungen „ganz nach hinten in eine Schublade“, so die besagte Mitarbeiterin.
Um das vorhanden Wissen wieder aus der Schublade heraus zu holen, ohne dabei die körperliche und seelische Gesundheit aufs Spiel zu setzten, wurde unsere Mitarbeiterin nach ihrer Krankheit über das Hamburger Modell wieder eingegliedert.
Der Vorschlag kam von ihrem betreuenden Arzt. Da auch während der Krankheit immer enger telefonischer Kontakt zwischen ihr und der Teamleitung des TGC bestand, war das weitere Vorgehen kein Problem.
Der behandelnde Arzt bespricht mit dem Arbeitnehmer den Ablauf und die Einzelheiten der Wiedereingliederung, also wie viele Stunden pro Tag können gearbeitet werden, bei welchen Anforderungen. Dies trägt der Arzt in ein Formular ein, welches von ihm und vom Arbeitnehmer unterschrieben und dann dem Arbeitgeber zur Unterzeichnung vorgelegt wird. Dann muss dem Vertrag noch die Krankenkasse zustimmen.
Haben Arbeitgeber und Krankenkasse zugestimmt kann das Programm beginnen.
Die Mitarbeiterin des TGC durchlief, in Begleitung ihres Arztes und nach weiteren Absprachen mit der Teamleitung und der Personaleinsatzplanung des TGC, das Hamburger Modell: in der ersten Woche arbeitete Sie 3 Stunden am Tag – wobei Sie nicht sofort wieder am Telefon eingesetzt wurde, sondern anfänglich bei Kollegen mithörte.
Auch dies gehört zum Hamburger Modell – die Reduktion der Arbeitsanforderungen um diese dann langsam und angepasst an die Möglichkeiten und die Genesung wieder zu steigern.
Unsere Mitarbeiterin bat dann bald darum Bestellungen, die per Fax eingingen, eingeben zu können, um sich wieder an die Abläufe einer Bestellungseingabe ins PC-System zu gewöhnen, die gelernten Tricks und Kniffe waren schnell wieder da.
In der zweiten Woche arbeitete Sie 4 Stunden pro Tag und nach 4 Wochen ist sie jetzt wieder auf den 6 Vertragsstunden angelangt.
Empfindet der Arbeitnehmer die Anforderungen allerdings als zu hoch, kann er die Stundenanzahl oder auch die Art der Tätigkeit wieder verringern und erneut anpassen.
Durch ihr eigenes Engagement, die ständige Rücksprache mit Arzt und Teamleitung und ausdrücklich auch durch die Hilfsbereitschaft und Unterstützung ihrer Kollegen ist unsere Mitarbeiterin jetzt wieder völlig integriert und steht unseren Kunden mit voller Kraft und Erfahrung zur Verfügung.
Das ist auch ihrer Offenheit und Ehrlichkeit, sowie der Bereitschaft über ihre Krankheit, sowie die Wiedereingliederung zu sprechen, zu verdanken.
Dass ihre Krankheit zeitlich mit ihrer Vertragsverlängerung zusammenfiel, und sie in der Reha, trotz fortwährendem Kontakt den Gedanken nicht verlängert zu werden nicht ganz abschütteln konnte, verrät sie mir noch im Gespräch – aber auch dort stand der Genesung nichts im Weg – noch während ihrer Krankschreibung wurde mit ihr das Vertragsverlängerungsgespräch geführt und ihr somit sicher auch eine Sorge genommen.

Weitere wichtige Informationen zum Hamburger Modell:
Die Dauer der Eingliederung ist abhängig von der Schwere der Krankheit. Bis zu 6 Monate kann das Hamburger Modell laufen.
Rechtliche Grundlage: Sozialgesetzbuch IX §84
Anspruch auf das Hamburger Modell hat man nach 6 Wochen Krankheit (zusammenhängend oder wiederholt wegen derselben Krankheit)
Während der Teilnahme am Hamburger Modell ist der Arbeitnehmer weiter krankgeschrieben.
Nach Abschluss des vereinbarten Modells erhält der Arbeitnehmer wieder sein volles Gehalt.



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