Wetterwirklichkeit feiert weltweiten Sieg über Klimaträumereien



Ostern bot in diesem Jahr wie selten eine gute Gelegenheit für alle Medienschaffenden, sich am Wetter auszutoben und den Frust von der Seele zu schreiben. Am 27. März 2013 bediente sich die Süddeutsche Zeitung der Überschriften „Väterchen Frust“ und „Weißes Chaos in Europa“. Die Wetterkapriolen waren mithin kein „germanisches“, sondern ein globales Problem. Am 1. April 2013 meldete Moskau eine Schneehöhe von 65 Zentimetern, die den bisherigen Rekord von 1895 sowie 1942 noch übertraf. Auch in der Ukraine sprach man von einer „Schneehölle“. Dümmer kann man diese keineswegs so seltenen Wetterereignisse nicht kommentieren wie Friedrich-Wilhelm Gerstengabe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Seine Antwort: „Das Auftreten von Extremwetterlagen ist typisch für ein instabiles Klima!“ Nein, das Wetter richtet sich nicht nach dem Klima, das Wetter bestimmt das Klima!

Ostern ohne „Frühlingswetter“ war die Stunde der großen Ausflüchte und Rechtfertigungen seitens der „Klimaexperten“, die wahrlich die Kunst beherrschen, mit der Unwissenheit der Öffentlichkeit zu spielen und die Journalisten an der Nase herumzuführen. Extremwetterlagen gibt es seit Urzeiten, weil errechnete Mittelwerte keine „Norm“ für die Natur sind. Und das „Klima“ kann nicht instabil sein, weil in ihm als „mittlerem Wettergeschehen“ einer 30jährigen Periode die Extreme schon eingerechnet sind. Jeder Klimawert ist ein berechneter, ein historischer Wert, der bis in alle Ewigkeit unverändert gilt. Wo ist der freidenkende Journalist, der die „Klimaexperten“ auf solche Ungereimtheiten hinweist?

„Klimapetition – Schweizer Klima als Weltnaturerbe“

Dies ist kein Aprilscherz, auch keine Schnapsidee pubertierender Jugendlicher. Die Klimapetition an Frau Bundesrätin Leuthard stammt von den „Jungen Grünen Schweiz“. Sie fordern vom Bundesrat sich dafür einzusetzen, dass das „Schweizer Klima“ in die Liste der „UNESCO Weltnaturerben“ aufgenommen wird. Ihre Argumentation: „Unser Klima ist schützenswert und unsere Kinder sollen in einer intakten Umwelt leben können. Es ist noch nicht zu spät, um den Klimawandel aufzuhalten und den Grundstein für die Umwelt der nächsten Jahrtausende zu legen.“

Es gibt sie in der Tat, die „UNESCO-Liste des Welterbes“. Sie umfasste Mitte 2012 insgesamt 962 Denkmäler in 157 Ländern, davon 745 als Kulturdenkmäler und 188 als Naturdenkmäler. Die „Welterbekonvention“ trat am 17. Dezember 1975 in Kraft. Leitidee ist die „Erwägung, dass Teile des Kultur- und Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen.“ Der Begriff des „kulturellen Erbes“ geht auf Henri-Baptiste Grégoire (1750-1831) zurück und wurde in der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten vom 14. Mai 1954 kodifiziert.: „Jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volk es gehört, bedeutet eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet.“

So abwegig die Idee der „Jungen Grünen“ auf den ersten Blick auch scheinen mag, irgendwie ist sie grandios, um die immerwährende Neutralität der Schweiz zu sichern. Zuerst aber müssten die Grünlinge beweisen, welchen Beitrag das Schweizer Klima zum „Klima der Welt“ leistet. Vorher wäre noch das Besondere und kulturell Einzigartige des Schweizer Wetters am „Wetter der Welt“ zu zeigen. Gelänge dies, könnte jedes Land der Welt dieses auch behaupten und einen Antrag um Aufnahme in die „Welterbekonvention“ stellen. Damit wäre auf einen Schlag die Kriegsgefahr auf der Erde gebannt, denn bei kriegerischen Auseinandersetzungen wird besonders viel des „Klimagases CO2“ emittiert. Jeder Angriff könnte als „Klimakrieg“ gewertet werden und damit als Anschlag auf das „kulturelle Erbe des ganzen Menschheit“. Über die UNESCO müssten die Vereinten Nationen sofort eingreifen, um entweder das „Naturgut Wetter“ oder das „Kulturgut Klima“ zu schützen, zum Wohle der gesamten Menschheit.

Doch dies wird ein utopischer Wunsch bleiben, zumal kein Land der Erde nachweisen kann, welchen Beitrag es speziell zum Wetter des eigenen oder eines fremden Landes beiträgt. Welchen Beitrag leistet das Wetter Deutschlands zum Wetter Grönlands? Wenn „ja“, könnte man „D“ für „schlechtes Wetter“ regresspflichtig machen, ob im Ausland oder Inland und seinen Frust beim Staat abladen. Aber zum Klima könnten die Schweizer durchaus einen kulturellen Betrag leisten. Sie müssten ihren eigenen Wetterdienst anweisen, die Tagesmitteltemperaturberechnungen den internationalen „Mannheimer Stunden“ -7, 14, 21 Uhr- anzupassen und den bequemen Weg zu verlassen mit 7, 13 und 19 Uhr. Auf einen Schlag wäre man die „Klimaerwärmung“ los. Es gäbe eine Abkühlung, denn zwischen 19 und 21 Uhr am Abend sinken die Temperaturen besonders rasch und keine „Gegenstrahlung“ hindert sie daran, speziell bei wolkenlosem Himmel.

Was lehrt uns dies alles? Das Wetter müssen wir so hinnehmen, wie es kommt und nicht, wie es vorhergesagt wird. Das Klima können wir jedoch jederzeit rechnerisch verändern. Man braucht dazu nur die Uhrzeiten wie die Messstationen zu variieren und die Berechnungsmethoden zu variieren.

„Bosch knipst die Sonne aus“ oder ist es der „Schweinezyklus“?

Nach der Erschaffung von Himmel und Erde war es der erste Befehl: „Es werde Licht!“ Das Leben funktioniert gut damit, doch nun kommt der Stuttgarter Technikkonzern Boch, zieht die Reißleine und „knipst die Sonne aus“. Nein, keine Angst, es wird nicht finster auf Erden. Die Rhein Main Presse schreibt am 25. März 2013: „Als Bosch 2009 in das Geschäft mit der Sonnenenergie investierte, lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Einstieg noch als „Lichtblick“ - und das Großprojekt am Hauptstandort Arnstadt als „wirkliche Zukunftsinvestition“. Seine Zukunft sollte nur 5 Jahre währen.
Anfang 2014 beendet Bosch seinen verlustreichen Ausflug in die Solartechnik.

Liegt das etwa an dem Schwächeln der Sonnenaktivität? Liegt es am Wetter, an Wolken, Wind, Regen und Schnee? Solcherlei Ursachen kann man wohl mit Fug und Recht ausschließen. Nicht die Schwankungen der wärmenden Sonnenstrahlen sind ausschlagebend, dann schon eher die Schwankungen der Sonnenflecken. Diese hatte Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) entdeckt und akribisch darüber Buch geführt. Herschel hatte bei seinen Vergleichen zwischen den Sonnenflecken und den landwirtschaftlichen Erträgen gewisse Ähnlichkeiten festgestellt. Aufgrund der Korrelation zwischen den guten und den schlechten Jahren in der Landwirtschaft entwarf der die These vom „Schweinezyklus“.

Hierbei erinnern wir uns an eine ähnliche These in der Genesis 41 mit den sieben fetten und den sieben mageren Jahren. Die Wendung entstammt der biblischen Geschichte, in der Joseph den Traum des Pharaos von den sieben fetten und den sieben mageren Kühen so auslegt, dass nun sieben ertragreiche Jahre und dann sieben Jahre mit Hungersnot folgen werden. Diese und ähnliche Gedanken beflügeln derzeit wieder verstärkt die Gehirne von „Klimaexperten“, worauf am 24. März 2013 Ulli Kulke in der Zeitung DIE WELT berichtet: „Forscher warnen vor dem eisigen „Schweinezyklus“.
Zwei russische „Biogeochemiker“ W. Baschkin und R. Galiulin hätten, so Kulke, festgestellt: „Es gibt deutlich parallele Verläufe zwischen den Änderungen der Sonnenaktivität und, einige Jahre oder Jahrzehnte später, der globalen Temperatur – jedenfalls soweit diese rückwirkend feststellbar ist, wozu die Forscher aber immer besser in der Lage sind.“ Überträgt man diese Aussage in das Alltagsleben, so können Ärzte „rückwirkend“ den Tod eines Menschen immer besser feststellen, soweit dies feststellbar ist, aber keine Aussage machen, ob dieser Mensch noch „einige Jahre oder Jahrzehnte“ leben wird. Doch im Grunde haben die beiden russischen Forscher nichts Neues ans Tageslicht befördert.

Schon Friedrich Wilhelm Gustav Spörer (1822-1895) hatte in der Zeit von 1420 bis 1570 eine Periode verminderter Fleckenaktivität gefunden, das nach ihm benannte „Spörer Minimum“. Darauf fand Edward Walter Maunder (1851-1928) eine weitere Periode zwischen 1645 und 1715, das nach ihm benannte „Maunder Minimum“. Und dann gibt es noch das nach John Dalton (1766-1844) benannte „Dalton Minimum“ von 1790 bis 1830. Mit diesen drei Minima „erklärt“ man die „Kleine Eiszeit“, die von etwa 1350 bis 1850 dauerte.

Doch die Wetterwirklichkeit sieht weitaus komplizierter aus und lässt sich nicht allein anhand der Sonnenfleckenzyklen erklären. Zurzeit befindet sich die Sonne in einer ähnlichen „Tiefschlafphase“ ohne sonderliche Aktivitäten, wie um 1800. Der aktuelle Sonnenfleckenzyklus Nr. 24 ähnele dem des „Dalton Minimums“ vor 210 Jahren. Und die Tendenz? „Für die kommenden Jahre können wir jedenfalls relativ sicher davon ausgehen, dass die Sonnenaktivität schwach bleibt.“ Was sagt die amerikanische Weltraumbehörde NASA dazu? Derzeit ereigne sich „etwas Unvorhergesehenes auf der Sonne“. Eine treffsichere Aussage! Aber auch hier auf der Erde ist es nicht anders. Auch das Wetter beschert uns Jahr für Jahr „etwas Unvorhergesehenes“. Zum Ausgleich für dieses Unwissen wissen wir dafür umso exakter, wie 2099 das „Globalklima“ sein wird. Damit wissen wir aber immer noch nicht, wie es mit der regionalen und lokalen Klimavielfalt der Erde aussieht!

Klimaprophezeiungen sind nichts als ein Spiel mit Neigungen

Wer am 4. April 2013 den Hessischen Rundfunk sah, konnte „Liebesgrüße aus der Arktis“ empfangen, einen „Winter-Thriller“ sehen. Die Werbung? „Die Kraniche rasten ausnahmsweise am Rhein… Die Lämmer bleiben im Stall, die Krokusse im Boden. Ostern fiel optisch mit Weihnachten zusammen in diesem Jahr. Und der Winter will und will und will nicht weichen.“ Das ist so richtig herzerweichend. Doch woher weiß der HR, dass „in diesem Jahr“, 2013, Ostern und Weihnachten zusammenfallen? Hat er Geheiminformationen vom Deutschen Wetterdienst, wie Weihnachten das Wetter sein wird? Doch zur Erinnerung: Weihnachten 2012 war erheblich wärmer als Ostern 2013 nach der Bauernregel: „Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee!“

Apropos Wetterdienst. Er bekommt zunehmend Konkurrenz. Das Land Nordrhein-Westfalen bietet für knapp 2.000 € einen zertifizierten Internet-Lehrgang zum kommunalen Klima- und Flächen-Manager an. Damit sollen künftig die „Klimaschutzziele“ besser umgesetzt werden. Man bedient sich dabei des „Blended-Learning-Ansatzes“. Hat das was mit Blendwerk zu tun? Jedenfalls ist die „Krombacher Brauerei“ weit voraus beim flächenhaften Klimaschutz. Sie verspricht pro Flasche Bier einen Quadratmeter Klimaschutz. Wenn nur 50 Prozent der 7 Milliarden Erdbewohner dies beherzigen und tatkräftig umsetzen, dann sind Null-Komma-Nichts die Klimasorgen der Menschen verflogen. Bier hilft auch, das jeweilige Wetter besser zu ertragen.

Oppenheim, den 6. April 2013 Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne



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