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Kommentar zu Deutschlandradio Kultur - 18.05.13, 9:05 - "Der wahre Preis der Billig-Kleidung"



Am Sa., 18.05.13, 9.05 Uhr konnte ich Mithörer „Der wahre Preis der Billig-Kleidung“ sein.

Für mich war die Sendung sehr ernüchternd – erschreckend!
Wieso nehmen sich Menschen, die direkt keine Verbindung zu dem Problem – der Materie – dem Industriezweig haben, das Recht heraus solche dort bekannt gegebenen Erkenntnisse, Einschätzungen, persönliche Meinungen – als fundamentierte Kenntnisse zu veröffentlichen!? Als betroffener Arbeitgeber in der Textilindustrie könnte ich Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung stehen und die tatsächlichen Umstände, die zu dieser sehr drastischen und tragischen Situation auf der Welt – in Deutschland – geführt haben darstellen, erläutern. Nicht aus emotionalen, sondern fundamentierten nachweisbaren wirtschaftlichen Verhältnissen.

Dies betrifft nicht nur die Textilindustrie, sondern viele andere Industriezweige was sich in absehbarer Zukunft sehr negativ darstellen wird. Auch die spezielle Betrachtungsweise von Frau Gisela Burkhardt „Kampagne für Saubere Kleidung“ ist grundlegend falsch! Auch hier sehe ich eine große Gefahr, denn die Zuhörer sind der Meinung das solche Personen tiefgründig von dieser Problematik informiert sind, was ich hier nicht erkennen konnte und somit schädlich für die gesamte Wirtschaftspolitik ist.

Mehrfach habe ich in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen, dass die Devise „in Deutschland produzieren ist zu teuer“ nicht stimmt, nicht fundamentiert ist.

An Einzelbeispielen kann ich Ihnen nachweisen, dass eine Bekleidung oder ein anderes Produkt, welches bestimmte wertige bis hochwertige Ansprüche in sich birgt, in Deutschland hergestellt, nicht teurer ist als in Billiglohnländern. Einziges Unterscheidungsmerkmal hierbei ist, dass wenige – sehr wenige – Einzelpersonen hiervon profitieren. Verlierer sind hier zwei, einmal diejenigen, die unter unmenschlichen Bedingungen produzieren müssen, dafür keine Entlohnung bekommen – denn was ist 1 Cent Entlohnung für einen Tag – die zweiten Verlierer sind die Kunden (Endverbraucher) welche einen für dieses Produkt viel zu hohen Preis bezahlen. Der Hauptverlierer wird in dem System der Staat sein, gleich in welchem Erdteil er sich befindet!

Auch Sie von den Medien, gleich welcher Kategorie, können nur Leben, wenn in dem Staat das Wirtschaftssystem funktioniert, also Steuern gezahlt werden. Leider ist es so, dass Sie von den Medien erst am Ende der Fahnenstange betroffen sind und somit bis dahin von der tatsächlichen Situation wenig bis nichts zu spüren, sondern nur zu hören bekommen!

Betrachten wir sehr viele Waren, Produkte die sehr wertig und somit auch hochpreisig sind! Dem jeweiligen Produkt entsprechend gibt es auch den entsprechenden Handelspreis. Der Herstellungsort dieser Ware ist im Preis nicht berücksichtigt, nicht erkennbar. Der Unterschied zu einer in Deutschland hergestellten Ware besteht lediglich darin, dass für einzelne Personen der überdurchschnittlich hohe Erlös (Gewinn) bei einer Herstellung in "Billiglohnländern" sehr groß ist. Dieser Personenkreis ist am tatsächlichen Produktionsprozess und Werktschöpfungsprozess nicht beteiligt. Hier zählt lediglich die Geschäftsverbindung zu den Billigproduzenten, die sich diese Personen sehr, sehr gut bezahlen lassen. Wird dieser Personenkreis "ausgeschaltet" so können in Deutschland Produzenten gut leben, der Handel hat keine Einbuße, der Endverbraucher bekommt ein hochwertiges Produkt was unter sozialen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde ohne nur einen Cent mehr dafür zu bezahlen. Folge daraus ist, dass die Infrastrukturen - Kommunen - funktionieren, Steuern gezahlt werden, der Kreislauf der Produkte, des Geldes wieder in Ordnung kommt!! Dieses gilt nicht nur für Bekleidung hier gibt es eine große Warengruppe, die diese Problematik betrifft. Immer stärker wird der Ruf nach "Sauberer Bekleidung", nachhaltiger Wertschöpfung, sozialen Arbeitsplätzen.


Es ist in diesem Prozess schon sehr viel falsch gemacht worden in negativer Richtung schon sehr weit vorangeschritten, aber nicht hoffnungslos! Jeder kranke Mensch beginnt auch in einer fortgeschrittenen Phase seiner Krankheit noch eine Therapie und kann somit sein Leben lebenswert gestalten und die Lebenszeit verlängern trotz der Krankheit. Das bessere Rezept wäre gewesen die Krankheit im Anfangsstadium zu bekämpfen um 100 % gesund zu werden. Das ist in diesem Fall Wirtschaft nicht mehr möglich, dafür ist diese Gesamtproblematik zu weit vorangeschritten. Aber wie eben schon erwähnt, nicht hoffnungslos.

Solange es noch Menschen gibt, die in Organisationen, Verbänden usw. mit dieser schlimmen Situation Geld verdienen bedarf es einiger Menschen mit viel Idealismus, um dem tatsächlich entgegen zu wirken und noch rechtzeitig mögliche Veränderungen vorzunehmen, um eine weit größere Katastrophe auszuschließen.

Gern stehe ich Ihnen persönlich für weiterführende tiefgründige und fundamentierte Gespräche zur Verfügung!

Helmut Peterseim



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