Gibt es noch ein Nord-Süd-Gefälle in Deutschland?



Thomas Straubhaar gegenüber der WELT: "Nein, das gibt es heute nicht mehr. Die Globalisierung hat Deutschland in den letzten 20 Jahren massiv verändert. Wir könnten eher von einem Ost-West-Gefälle sprechen als von einem Nord-Süd-Gefälle. Der Norden hat in Deutschland von der globalen Arbeitsteilung am meisten profitiert. Schließlich sind Kommunikation und Transport die Treiber der Globalisierung, und der Transport sitzt nun einmal im Norden mit den Häfen. Mehr als 90 Prozent der deutschen Ausfuhren werden über sie abgewickelt. Demgegenüber bilden im Süden die Alpen eine Barriere für den Warentransport. Deshalb geht der natürliche Verkehrsfluss aus und nach Deutschland über den Norden."
http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13900752/Chancen-jenseits-der-klassischen-Industrie.html

Kommentare
Das Reichenmärchen
Verfasst von Gast am 8. August 2012 - 9:04.

Gestern Alt- Kanzler Helmut Schmidt im Fernsehen bei Maischberger:
"Dass nur die Reichen und die anderen alle nicht reicher geworden sind, ist ein Märchen."


Städte in Not – Leere Kassen und die Auswirkungen auf Städte und
Verfasst von Helfried Schmidt am 29. Juni 2012 - 19:52.

Am 6./7. September in Berlin: Seminar für (Ober)Bürgermeister und (Ober)Bürgermeisterinnen, Beigeordnete, Fraktionsvorsitzende

Offizielle Einladung der DIFU:

Das Spannungsfeld zwischen den Herausforderungen der Städte und ihrer finanziellen Leistungskraft wird nicht geringer, sondern nimmt perspektivisch eher zu. Die Bewältigung zunehmender sozialer, altersstruktureller oder auch ethnischer Veränderungen ist mit steigenden Sozialausgaben und steigenden Investitionserfordernissen für Anpassungen, Erneuerungen oder den Erhalt bestehender Infrastrukturen, bspw. Schulen und Kindergärten, verbunden. Gleichzeitig steigen die Erfordernisse der Anpassung von Infrastrukturen an Anforderungen bspw. des Klimaschutzes, der Energiewende und des demografischen Wandels. Dies betrifft technische (Netz)Infrastrukturen in besonderem Maße. Dem gegenüber stehen sinkende Steuereinnahmen bei oft ohnehin schon überschuldeten Städten. Entwicklungen wie extrem gestiegene Kassenkredite und steigende "soziale Lasten" (z.B. Arbeitsförderung, Kosten der Unterkunft) erschweren die Situationen in den Kommunen ganz erheblich.

Die städtische Zivilgesellschaft ist schon heute in hohem Ausmaß von diesen Entwicklungen betroffen, der Blick in die Zukunft lässt eine weitere Zuspitzung der Probleme vermuten. Neben finanziellen Schwierigkeiten und zukünftigen Herausforderungen der Kommunen, insbesondere hinsichtlich der städtischen Haushalte, sind die Leistungsfähigkeit der Zivilgesellschaft, aber auch Grenzen ihrer Belastbarkeit, in den Blick zu nehmen.

Ziel dieses Seminars ist es, Handlungsmöglichkeiten der Städte im Spannungsfeld zwischen leeren Kassen und steigenden Herausforderungen zu diskutieren und dabei der Frage nachzugehen, wie erweiterte Handlungsspielräume geschaffen werden können. Dabei werden die empirisch-analytischen Befunde der Wissenschaft den Erfahrungen der Städte gegenüber gestellt und diskutiert. Folgende Aspekte stehen dabei im Vordergrund:

Die Herausforderungen städtischer Gesellschaften vor dem Hintergrund leerer Kassen: Wie ist unter den sich zuspitzenden Rahmenbedingungen die soziale Stabilität in den Städten zu gewährleisten? Wie sind die Erfordernisse der Klimaanpassung zu erfüllen?


Die Grenzen bestehender Instrumente: Welche Strategien bzw. Instrumente könnten Auswege aufzeigen? Welche Anforderungen an Organisation, Strukturen und Arbeitsweisen von Verwaltung gibt es?

Die "lokale" Aktivierung der Zivilgesellschaft: Kann diese gelingen? Was sind die Voraussetzungen? Welche tragfähigen Allianzen gibt es? Was ist Bewohnern und der lokalen Wirtschaft überhaupt zuzumuten?

Fragen der Nutzerfinanzierung: Wie weit kann und darf die Nutzerfinanzierung gehen? Welche Formen der Beteiligung an der Finanzierung der Gemeindeaufgabe bestehen – für die Bürger, und für die Unternehmen?


Mit diesem Seminar soll die Tradition der "Difu-Bürgermeister-Seminare" wieder ins Leben gerufen werden. Neben der Wissensvermittlung und den Diskussionen soll vor allem dem offenen Erfahrungsaustausch der Verantwortlichen viel Zeit eingeräumt werden, sowohl während der Seminartage als auch beim abendlichen Empfang.

Programm-Flyer:
http://www.difu.de/sites/difu.de/files/archiv/veranstaltungen/2012-09-06-staedte-in-not_0.pdf

Anmerkung von Helfried Schmidt:

Die 2. Frage "Die "lokale" Aktivierung der Zivilgesellschaft: Kann diese gelingen?..." führt in die Irre: Diese Aktivierung gelang in der Geschichte noch immer. Es war die Zivilgesellschaft, die das Land nach jeder Katastrophe wieder aufgebaut hat. Zum Beispiel die Trümmerfrauen nach 1945. Die Frage ist nicht, OB das gelingen kann, sondern wie man das fördert, unterstützt, dazuu motiviert, ermuntert.

"Kreativ statt (bürkratischem) Mief" sollte die Devise sein - ist es aber leider bei weitem nicht überall.


Nackte Wahrheit oder Taschenspielertrick? Niedrigste Arbeitslosi
Verfasst von Marion Kießling am 24. Juni 2012 - 12:24.

Fakten zum Stand der Deutschen Einheit laut http://www.welt.de/wirtschaft/article13893704/Ost-Politiker-kaempfen-fuer-umstrittene-Aufbau-Hilfe.html :

"Von Arbeitslosigkeit betroffen sind im Osten weniger als eine Million Menschen. Mit 860500 Arbeitslosen wurde die niedrigste Zahl seit der Wiedervereinigung erreicht."

Der Fakt ist richtig. Er ist positiv. Er ist mit viel Arbeit und Herzblut errungen worden. Er ist tatsächlich Folge eines Aufschwungs. Nach dem Crash Anfang der 90er Jahre wurden von ganz niedrigem Niveau ausgehend tatsächlich viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen stieg allein zwischen 2006 und März 2011 von 4,9 Millionen auf 5,3 Millionen.

Zum anderen hat die Erfolgsmeldung aber auch damit zu tun, dass im Verhältnis zu Anfang der 90er Jahre weniger Menschen Arbeit nachfragen: Wer zur Wende 45 Jahre alt war, ist inzwischen Rentner und damit zwar evtl. in der Altersarmut, aber halt nicht mehr in der Arbeitsamtsstatistik. Und die Geburtenverweigerung Anfang der 90er Jahre sorgt heute - 20 Jahre später - dafür, dass weniger junge Menschen als damals Ausbildung und Arbeit nachfragen. Dennoch ist die Arbeitslosenquote im Osten immer noch etwa doppelt so hoch wie im Westen.

"Bis 2030 werden die neuen Bundesländer voraussichtlich ein Drittel ihrer Bevölkerung verloren haben. Bis 2050 soll sich die Bevölkerungszahl im Vergleich zu 1991 sogar halbieren."

Das ist die nackte Wahrheit hinter den rosaroten Selbstmotivationsmonologen im Politfernsehen aller Parteien. Die überstürzte wirtschaftliche Einheit wurde 1990 mit der Argument durchgesetzt, sonst würde die DDR wegen Ausreise alle ihre Bürger verlieren. Nach Währungsabwertung, Treunhanddebakel und Zusammenbrechen der Ostmärkte gingen viele junge Menschen mangels wirtschaftlicher Chancen dennoch in den Westen. Die anderen verzichteten weitgehend auf Kindersegen.

Eine Region, der bis auf ein paar Wachstumszentren die Bevölkerung abhanden kommt, kann man nur schwerlich als Boomregion bezeichnen, und wenn die Landschaften jetzt im Frühling noch so sehr zu blühen beginnen.



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