Medien, Presserabatte und Meinungsvielfalt



Wie Meedia schreibt, hat die Debatte um Christian Wulff mit Zeit-Verzögerung noch einen positiven Effekt, und zwar auf die Medien. Vergangene Woche informierte die Deutsche Bahn all jene Medienvertreter, die eine Bahncard zu so genannten Pressekonditionen (50 % Rabatt) erworben haben, dass das nicht mehr zeitgemäß sei.

"Für Journalisten eine gute Gelegenheit, sich an die eigene Nase zu fassen." schreibt Meedia. Auf http://www.pressekonditionen.de finden sich insgesamt 1.302 Presserabatte, mit denen Anbieter um journalistische Gunst werben und damit meist erfolgreich sind. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Im Januar 2012 zählte die Website 94.000 Besuche und 515.000 Seitenzugriffe. Ganz schön viel interessierte Journalisten.


Kommentare
MAG20: Wochenzeitschrift ohne Journalisten
Verfasst von admin am 29. Juni 2012 - 19:19.

Die 20 Online-Beiträge mit der größten Resonanz werden im Magazin der Folgewoche gedruckt. Jeweils die Top4 in den 5 Rubriken Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Wissen. Der Lohn der Autoren ist: Aufmerksamkeit.
http://meedia.de/print/verleger-startet-zeitschrift-ohne-journalisten/2012/06/29.html
http://medienwoche.ch/2012/06/29/eine-demokratische-auswahl/


Piraten, Rente und Lagarde sind kein Thema: Kiosk-Auflage von St
Verfasst von Helfried Schmidt am 24. Juni 2012 - 13:18.

Der MEEDIA-Cover-Check: http://meedia.de/print/lagarde-drueckt-stern-auf-alltime-minusrekord/2012/05/31.html

"Die mächtigste Frau der Welt" Christine Lagarde hat potenzielle stern-Leser nicht so sehr interessiert, wie sich die Macher das erhofft hatten. Nur 232.848 Exemplare der Ausgabe 17/2012 gingen im Einzelverkauf über die Ladentresen - das ist die seit Start der IVW-Heftauflagenmessung Mitte der 1990er-Jahre schwächste ermittelte Zahl überhaupt. Der Spiegel titelte "Avanti Dilettanti - Wie die Piraten Politik versuchen" und vermasselte sich mit diesem Thema wie zuvor bereits Focus die Verkaufsstatistik: 274.161 Einzelverkäufe sind der drittschlechteste Wert seit dem Start der IVW-Heftauflagenmessung Mitte der 1990er Jahre. Focus titelte das Heft 17/202 "Renten-Revolution: Mehr Geld im Alter" und verkaufte am Kiosk nur 81.691 Hefte, der 10.schwächste Wert seit Start des Magazins.

Fragt sich, worans liegt. Naheliegend wäre folgende Erklärung: Den Deutschen erscheint Angela Merkel allemal die stärkere Frau zu sein im Vergleich mit der hierzulande nicht wirklich bekannten Französin Lagarde, die den Chef-Job bei der IVW von Strauss-Kahn übernahm, als der wegen Sex-Skandalen abtreten musste.

Für die Piraten interessieren sich außer ihren - zahlenmäßig immer noch beschränkten - Wählern und der Redaktionsleitern der Fernseh-Talkshows bei weitem nicht so viele "normale" Leute am Kiosk, wie man aus ihrem öffentlichen Hype annehmen dürfte.

Und auch das Rententhema ist kein Massenthema, weil die eine Hälfte der Deutschen schon zu alt für die "Revolution" ist und die andere, jüngere Hälfte sich trotz multimedialer Beeinflussung von Sozialpolitikern und Versicherungsvertrieblern nicht wirkllich für die Zeit in 20 oder 40 Jahren interessiert, wenn nicht mal klar ist, ob es nächsten Jahr den Euro in gewohnter Weise noch geben wird


Transparency lobt Deutsche Bahn ...
Verfasst von admin am 7. März 2012 - 15:54.

... und fordert Ende der Journalistenrabatte.

Jürgen Marten, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland: "Journalistenrabatte sind anachronistisch. Unternehmen sollten nicht auf bessere Berichterstattung schielen, indem sie Journalisten potenziellen Interessenkonflikten aussetzen."

Im Gegensatz zur Deutschen Bahn bieten zahlreiche Unternehmen, u.a. Autokonzerne, Mobilfunkunternehmen und Fluggesellschaften, weiterhin Journalistenrabatte an.


Kommt es zu einer Versachlichung öffentlicher Debatten?
Verfasst von Helfried Schmidt am 7. März 2012 - 12:32.

In den Medien sind in den letzten Wochen öfter Stimmen zu hören, die die Fehlentwicklung der öffentlichen Debatten aufgreifen und zur Korrektur aufrufen.

Am 18. Februar schrieb CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe im Focus 8/2012: "Immer öfter erleben wir öffentliche Auseinandersetzungen, die kaum Nachdenklichkeit und selten Zwischentöne zulassen. Skandalisierung und Alarmismus bestimmen den Ton. Einfache Sachdebatten werden sofort als Streit gebrandmarkt, abweichende Meinungen zur Machtfrage hochstilisiert. Emotionen sind wichtiger als Argumente, und eine zugespitzte Schlagzeile zählt mehr als eine differenzierte Betrachtung. Wie sehen eine Personalisierung, die nur "Hosianna!" oder "Kreuziget ihn!" kennt und in der es immer weniger Respekt vor der Privatsphäre gibt.".

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte dem Focus am 7. März zur Wulff-Debatte: "Die gesamte Diskussion hat nur Beschädigte zurückgelassen. Christian Wulff als Person ist beschädigt, auch seine unbestrittenen Leistungen als Ministerpräsident erscheinen nun in einem negativen Licht. Das Amt des Bundespräsidenten ist beschädigt, was man allein an der Diskussion sieht, ob man ein solches Amt überhaupt braucht. Außerdem lässt sich auch ein Fragezeichen hinter die Rolle der Medien setzen. Darüber hinaus ist die Politik als Ganzes beschädigt. Denn der Reflex bei derartigen Ereignissen ist stets, Politikern gehe es nur um sich selbst. Bei solchen Diskussionen gibt es keine Gewinner."



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