Zwischen Baum und Borke: Mittleres Management



Wer zwischen Baum und Borke steckt, sitzt fest und weiß nicht so recht, wie er sich zwischen zwei Alternativen entscheiden soll. So ging es kürzlich den Führungskräften des mittleren Managements eines Inhaber geführten Unternehmens, denen ich in einem Inhouse-Workshop vermitteln durfte, wie und womit sie sich mehr in das Gestalten einer erstrebenswerten Unternehmenszukunft einbringen können und sollen.

“Pardon, mittleres Management und Zukunftsgestaltung: Wie passt denn das zusammen” -, fragten mich eingangs die Workshop-Teilnehmer. “Zukunftsgestaltung ist doch Chefsache!”, meinten Sie. “Völlig richtig!”, antwortete ich. “Und genau dazu haben Sie einen entscheidenden Beitrag zu leisten!” Welchen wohl?

Mit Blick auf die Zukunftsgestaltung sind zwei unterschiedliche, sich jedoch einander bedingende, Führungsaufgaben zu lösen: Einerseits ist es Aufgabe der Chefs (= Führungsspitze), das Unternehmen von der Zukunft her zu führen und eine erstrebenswerte Unternehmenszukunft zu entwerfen (= Zukunftsentwurf als „Masterplan“: Vision, Strategie, Leitbild, Geschäftsmodell). Und andererseits besteht die Aufgabe der Führungskräfte des mittleren Managements darin, den (vor)gegebenen Zukunftsentwurf im Tagesgeschäft konsequent umzusetzen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg in die Zukunft zu führen und mitzunehmen.

Doch genau hier – an der Schnittstelle von Zukunftsentwurf und Entwurfsumsetzung – treten in der Praxis oft erhebliche (!) Führungsprobleme auf: Einerseits sind der Wille und die Fähigkeit der Chefs vielfach nicht allzu stark ausgeprägt, um den Führungskräften des mittleren Managements einen brauchbaren (= umsetzbaren!) Zukunftsentwurf vorzugeben. Und andererseits fehlt es den Vertretern des mittleren Managements häufig an Weitblick, Optimismus, Kraft und Mut, um aus (vor)gegebenen Entwurfsansätzen (z. B. Unternehmensleitbild) innovative Lösungen für den eigenen Verantwortungsbereich zu entwickeln und umzusetzen (z. B. Initiative: "Das Leitbild leben").

Ergo: Zwischen Baum und Borke steckend, wählen die Führungskräfte des mittleren Managements bei der Zukunftsgestaltung oft den Weg des geringsten Widerstands: Sie sitzen fest und warten ab. Das jedoch sollte nicht sein! Deshalb ist es sinnvoll, die Führungskräfte der zweiten Reihe vom Anfang an in den Zukunftsentwurf, z. B. in die Leitbildentwicklung, einzubeziehen. Genau das wird ja auch vielfach so praktiziert. Gut so!

Mehr: www.mut-zum-aufbruch.de



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