So mahnen Mittelständler richtig ab


Selbst wenn ein mittelständisches Unternehmen über einen guten Personalbestand mit hoher Qualifikation verfügt, sind Probleme mit Mitarbeitern längst nicht ausgeschlossen. Auch hier kann es passieren, dass Arbeitnehmer mit einem Fehlverhalten auf sich aufmerksam machen, gegen das der Arbeitgeber vorgehen muss. Die Abmahnung ist hierfür in vielen Fällen das geeignete Mittel.


Damit eine Abmahnung im Alltag ihre volle Rechtswirksamkeit entfalten kann, muss sie sorgfältig und nach allen geltenden Regeln und Vorschriften verfasst werden. Neben einem geeigneten Grund sind auch verschiedene Formvorschriften zu beachten. Wer sich hierbei nicht ganz sicher ist, kann beispielsweise bei forum-verlag.com auf Arbeitshilfen zurückgreifen. Formulierungsvorschläge und Baukastensysteme erleichtern die Erstellung einer rechtssicheren Abmahnung.

Gründe für eine Abmahnung



Abmahnungen sind immer dann möglich, wenn der Arbeitnehmer gegen seine arbeitsvertraglichen Haupt- und Nebenpflichten verstößt. Besonders häufig werden Abmahnungen ausgesprochen, wenn ein Arbeitnehmer wiederholt zu spät kommt, unentschuldigt seinem Arbeitsplatz fernbleibt oder einen Kollegen oder Vorgesetzten beleidigt. Zudem kommt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Gründe für eine Abmahnung in Frage, beispielsweise:

  • Verstoß gegen ein Rauchverbot
  • Mobbing anderer Kollegen
  • Arbeitsverweigerung
  • sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
  • Straftaten
  • "Blaumachen"
  • ungenügende Leistung
  • Schädigung des Rufs des Arbeitgebers in der Öffentlichkeit
  • nebenberufliche Arbeit für die Konkurrenz
  • wiederholt verspätete Krankmeldung



Wichtig ist, dass das vorliegende Fehlverhalten so schwerwiegend ist, dass eine Abmahnung das probate Mittel für die "Erziehung" des Arbeitnehmers ist. Ein Beispiel: Kommt ein Mitarbeiter ein einziges Mal um drei Minuten zu spät zur Arbeit, wird dies im Regelfall keine Abmahnung rechtfertigen. Verspätet er sich jedoch mehrfach um 30 Minuten oder mehr, ist eine Abmahnung gerechtfertigt, weil er damit die betriebliche Ordnung durcheinanderbringt (z. B. weil Kollegen einspringen müssen).

Formelle Anforderungen an eine Abmahnung



Damit eine Abmahnung ihre fünf Funktionen entfalten kann, müssen die entsprechenden Informationen wiedergegeben werden:

  1. Hinweisfunktion: Das vertragswidrige Verhalten muss beanstandet werden ("Sie haben gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen …").
  2. Dokumentationsfunktion: Das Fehlverhalten des Arbeitnehmers muss möglichst genau dokumentiert werden, beispielsweise mit Ort, Zeit, Verhalten, beteiligten Personen, Zeugen und weiteren Informationen.
  3. Erinnerungsfunktion: Der Arbeitnehmer muss daran erinnert werden, wie seine arbeitsvertraglichen Pflichten aussehen ("Stattdessen hätten Sie … sollen").
  4. Ermahnungsfunktion: Der Arbeitnehmer muss dazu aufgefordert werden, sich zukünftig vertragsgemäß zu verhalten ("Wir erwarten, dass Sie zukünftig…").
  5. Warn-/Androhungsfunktion: Der Arbeitgeber muss die Konsequenzen im Wiederholungsfall ankündigen ("Im Wiederholungsfalle behalten wir uns die Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses vor.").



Weitere Tipps für die korrekte Form einer Abmahnung sind beim Bundesverband Metall zu finden.

Bild: © Goodshoot/Thinkstock



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