Blogs / 2014 / Mai

Bibliophile Schätze zu Martin Luther werden in Zeitz aufbewahrt


Lutheriden-Bibliothek gefragte Adresse bei Genealogen 
Der schmucklose Einband lässt den wertvollen Inhalt des Buches kaum ahnen. Nicht nur wegen seiner Kupferstiche ist es eine bibliophile Kostbarkeit. 1733 wurde die "Genealogia Lutherorum" verfasst. Sie berichtet unter anderem über Luthers Nachkommen und Seitenverwandte. Seinen besonderen Reiz erhält der Band zudem durch eine Vielzahl handschriftlicher Eintragungen, sagt Sigrid Ritter vom Zeitzer Förderverein Lutheridenbibliothek. In den Kommentaren würden die Aussagen erläutert und bewertet. Das seien wertvolle Zeugnisse der genealogischen Betrachtungen von Nachkommen des Reformators Martin Luther, bewertet die Bibliothekarin das historische Dokument.
Es ist eines von mehr als 1.100 Stücken, die die Lutheridenbibliothek in Zeitz aufbewahrt. Die Geburtsstunde der Sammlung schlug 1996. Zum 450. Todestag des Reformators war die Idee entstanden, eine solche Einrichtung zu schaffen. Warum dies ausgerechnet im Süden Sachsen-Anhalts geschah, hat einen einfachen Grund. Sigrid Ritter berichtet, dass Zeitz als die Stadt der Luthernachkommen schlechthin gilt. In ihren Mauern lebten viele von ihnen, wirkten unter anderem als Domherr, Pfarrer oder Bürgermeister. 1759 starb der letzte männliche Nachfahre Martin Gottlob Luther. 1926 gründete sich dann in Eisenach die Familienvereinigung der Lutheriden, die heute knapp 300 Mitglieder in aller Welt zählt.
Bereits zwei Jahre nach dem Aufruf, historische Dokumente aus dem Besitz der Familie Luther zusammenzutragen, begann die Lutheridenbibliothek mit ihrer Arbeit. Neben Büchern sind dort inzwischen Kupferstiche, Zeitungen, Münzen, Medaillen, Fotos, DVDs mit Lutherfilmen und andere Zeitzeugnisse zu finden.
Zu den interessanten Devotionalien gehört ein sechs Meter langer Stammbaum, der Anfang der 1980er Jahre – im Vorfeld des Lutherjubiläums 1983 – entstand. Tafeln zu Gustav Königs Werk "Dr. Martin Luther" – eine Mappe mit Stahlradierungen zu Luthers Leben aus dem 19. Jahrhundert und "Ein Sermon, gepredigt zu Leipzig uffm Schlosse" von 1520, gehören zu den besonders wertvollen Stücken im Bestand. Von einem Familienmitglied kamen Schriften aus dem Holländischen in die Sammlung. Auch eine fast vollständige Reihe der Familienblätter der Lutheriden findet sich in den Regalen.  
Im kleinen Arbeitsraum der Bibliothek stehen bereits mehrere Kartons mit "Nachschub" für die Sammlung aus einem Nachlass. Dem Förderverein, der von Ehrenamtlichen getragen wird, geht die Arbeit nicht aus. Besonders gefragt sind bei den Nutzern der Bibliothek die genealogischen Schriften. Aber auch Schulklassen schauen gern hinter die Kulissen. Die Mädchen und Jungen machen sich mit den alten Schriften ebenso vertraut wie mit der Geschichte der Reformation. Nahezu spielerisch erfahren sie viel über die Vergangenheit, berichtet Sigrid Ritter. Die Stadt Zeitz unterstützt die Sammlung und stellt beispielsweise Räume im Torturm des Schlosses Moritzburg unentgeltlich zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie unter www.luther-erleben.de
Öffnungszeiten der Lutheriden-Bibliothek Dienstag von 10 bis 12 Uhr Donnerstag von 14 bis 16 Uhr und nach telefonischer Voranmeldung
Foto: Copyright Klaus-Peter Voigt



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen