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Das deutsche Brot – Weltkulturerbe in Gefahr?


Zum Tag des Deutschen Brotes mahnt die Traditionsbäckerei: Die Reinheit des Brotes und nachhaltige Landwirtschaft hängen auch von der Entschlossenheit der Politiker in Deutschland und Europa ab.
München, 5. Mai 2014 – Die Brotvielfalt in Deutschland ist weltweit einzigartig. Rund 3.000 verschiedene Sorten haben Bäcker hierzulande im Angebot. Das "deutsche Brot" soll sogar Weltkulturerbe werden. Doch die drohende Verunreinigung der Anbauflächen durch gentechnisch verändertes Saatgut gefährdet diesen Plan. Zum zweiten Mal wird am 5. Mai der „Tag des Deutschen Brotes“ in Deutschland begangen. Sein Ziel ist die Würdigung der Brotkultur und die Stärkung der regionalen Brotvielfalt. Die Deutschen lieben ihr Brot, rund 53 Kilogramm essen sie pro Jahr. Die Erfahrung zeigt dabei, Qualität und Geschmack sind umso besser sind, je natürlicher die Herstellungsweise ist.
Damit Brot auch in Zukunft ein reines Naturprodukt bleibt und einen Rang als Weltkulturerbe erhält, ist der Schutz des Getreides unerlässlich. Der Einsatz von gentechnisch verändertem Getreide in den Backstuben zerstört die Stellung des Brotes und vernichtet Arbeitsplätze in der Lebensmittelproduktion und in der heimischen Landwirtschaft. Keine Kompromisse, heißt es bei der Hofpfisterei, wenn es um die Öko-Qualität geht. Nur wer die hohen Anforderungen der Hofpfisterei erfüllt, kann als Landwirt sein Getreide an die unternehmenseigene Meyermühle in Landshut liefern. 2013 beispielsweise kamen 65,1 Prozent des Öko-Getreides aus Bayern. Weitere 29,7 Prozent lieferten Öko-Landwirte aus angrenzenden Bundesländern. Die restlichen 5,2 Prozent wurden zum überwiegenden Teil aus Österreich und zum geringen Maß aus dem europäischen Ausland zugekauft.
Nicole Stocker, Geschäftsführerin der Hofpfisterei, will in Zukunft noch mehr Öko-Brote und -Backwaren aus regional angebautem Getreide herstellen. „Wir brauchen mehr Öko-Landwirte aus Bayern“, erklärt sie. „Unser Reinheitsgebot für Brot ist in Gefahr! Denn wenn die EU mit Hilfe der deutschen und bayerischen Regierung gentechnisch veränderte Getreidesorten trotz gegenteiliger Versprechen zulässt, sind unsere strengen Öko-Standards nicht mehr zu erfüllen.“ Die Folgen: Bayern fällt auf weiten Flächen als Lieferant für Öko-Getreide aus und das Reinheitsgebot der Hofpfisterei, ihre Natursauerteigbrote ohne gentechnisch veränderte Rohstoffe zu backen, ist in Gefahr. Mit ihrem Plan, den Öko-Landbau in Bayern auszuweiten, ist die Hofpfisterei nicht allein. Auch der bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verspricht Unterstützung. Helmut Brunner hat als Ziel der Staatsregierung ausgegeben, die Erzeugung von Öko-Produkten im Freistaat bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Doch das wird beim Einsatz von grüner Gentechnik in der Landwirtschaft nicht gelingen. „Politiker in Bayern und in ganz Deutschland müssen jetzt handeln“, erklärt Nicole Stocker. „Gerade auf europäischer Ebene ist jetzt ein eindeutiges Bekenntnis nötig, damit Bayern Gentechnikfrei bleibt.“
Über die Hofpfisterei
Die Hofpfisterei gehörte seit dem Ende des 13. Jahrhunderts als Torats- bzw. Pfistermühle mit Bäckerei zur bayerischen Hofhaltung. Heute im Besitz der Familie Stocker, wird die Hofpfisterei seit fast 100 Jahren als Familienunternehmen in dritter Generation geführt. Mit inzwischen 162 Filialen ist die Hofpfisterei zu einer Münchner, das heißt „bayerischen Institution“ geworden. Verwurzelt in ihrer langen Geschichte, pflegt die Hofpfisterei mit ihren nach altem handwerklichem Können aus reinem Natursauerteig gebackenen Bauernbroten bewusst ihre bayerische Tradition. Vor 30 Jahren wurde begonnen, den Betrieb auf rein ökologische Brotherstellung umzustellen. Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen honorierten diesen zukunftsorientierten Einsatz für die Umwelt und für eine gesunde Ernährung.
 
Weitere Informationen unter www.hofpfisterei.de
und www.facebook.com/GentechnikfreiesBayern
 
Foto: Copyright: Garitzko/ Wikimedia.org/public domain



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