Blogs / 2014 / Mai

Das Land der Glückseligen?


Die Wahlergebnisse in den Staaten der EU stehen nun fest. Die EU - Kritiker legen bei Europawahl in den meisten wichtigen Ländern erheblich zu. In Frankreich ist Front National die stärkste Kraft geworden. Die FN zog an der konservativen UMP und den regierenden Sozialisten vorbei.Bahnt sich nur in Paris ein politisches Erdbeben an?Front National, die Partei von Marine Le Pen,  erreichte 26% der Stimmen. Die konservative Partei UMP kommt auf rund 20% der Stimmen. Und die Sozialisten von Präsident Hollande wurden mit knapp 14% total abgestraft. In Großbritannien gewann die EU ablehnende Ukip die meisten Sitze. In Dänemark geht die Dänische Volkspartei mit 26% in Führung. Diese Ergebnisse werden auch in den anderen europäischen Staaten aufmerksam beobachtet. EU-Ablehner, Euro-Feinde und auch rechtsextremistische Gruppierungen aus unterschiedlichen Staaten in der EU hatten angekündigt, nach den Wahlen eine gemeinsame Fraktion bilden zu wollen. Dafür sind mindestens 25 Abgeordnete aus sieben Mitgliedsstaaten notwendig.Bleibt die konservative EVP noch die stärkste Kraft im EU - Parlament?Die konservative EVP, zu der auch CDU und CSU gehören, scheint kräftig zu wackeln, obwohl diese Zusammenrottung nach den aktuellen Zahlen mit 28,2% der Stimmen vor den Sozialdemokraten (24,7%) liegt. Danach folgen die sogenannten Liberalen mit 9,3% sowie die Grünen mit 7,3% und die Linken mit 5,8%. Die Führerin der Front National, Le Pen, sagte in einer ersten Reaktion, dass die Franzosen es allen in Europa gezeigt hätten, dass die Franzosen das Schicksal wieder selber in die Hand nehmen möchten und nicht untauglichen und willfährigen Polit-Typen in Brüssel oder Straßburg das Land überlassen wollen. Der französische Premierminister Manuel Valls bezeichnete den Wahlausgang als Schock und Erdbeben!Manuel Valls liegt damit völlig richtig. Für die Finanzinvestoren in den USA sowie für alle atlantischen Netzwerker in diversen Staaten der EU könnte das Wahlergebnis der Aufbruch zum Umbruch werden, denn auch in Dänemark, Österreich und Ungarn wird die Ablehnung der EU sowie der NATO immer stärker. In Dänemark ist die Dansk Folkeparti dominierende politische Kraft geworden. Überall ist der Wunsch zu hören: Raus aus der EU! Raus aus der NATO!Und in den Ländern mir der Euro-Währung wird der Drang aus der Gemeinschaftswährung auszubrechen immer deutlicher spürbar. Auch in Großbritannien, ohnehin schon von gesunder Euro-Skepsis gesegnet, werden die Kritiker an dem Kunstgebilde stärker. UKIP fuhr dort einen historischen Sieg ein. Parteichef Nigel Farage hatte im Wahlkampf immer wieder gesagt, dass er Großbritannien aus der EU führen wird. Die Regierungspartei Tories von David Cameronx muss sich auf eine Niederlage und schwere Zeiten einstellen. Gegen das Volk wird Cameron nicht mehr allzu lange regieren können. Selbst in Finnland haben die „Wahren Finnen“, also die EU- und Euro - Ablehner die geistige Führerschaft des Volkes übernommen.Und was passiert in Griechenland?Stärkste Kraft in Griechenland ist das oppositionelle Bündnis der Linken Syriza! Dieses Bündnis hat den Griechen versprochen aus der EU und aus dem Euro austreten zu wollen. Dabei könnten sie sogar von den Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte unterstützt werden. Lediglich Geert Wilders schaut verblüfft auf das Ergebnis seiner PVV. Die Islam- und EU-ablehnende Partei hat mit 13,2% herbe Verluste hinnehmen müssen. In den Niederlanden reklamieren nun die linksliberale Partei D66 sowie die Konservativen die geistige Führerschaft zum Themenkreis EU, NATO und Euro. Auch in Deutschland scheint eine neue Phase der EU-Glückseligkeit ausgebrochen zu sein. Lediglich die AfD konnte mit 7% einen Achtungserfolg verbuchen. Schaden vom deutschen Volk kann sie damit in Brüssel oder Straßburg nicht abwenden, denn die UNION und die SPD, ergo die GroKo, haben zusammen 62,6% der Wählerstimmen. Damit werden diese Parteien den EU-, NATO- und Euro - Wahn fortsetzen.Ist Deutschland das Land der Glückseligen? Oder haben 64 Millionen Wahlberechtigte ergo hauptsächlich abhängig Beschäftigte und aktuelle Rentenbezieher die Schädlichkeit der Politik des Kunstgebildes EU noch nicht realisiert? Ab sofort dürfen diese Wähler nicht mehr überrascht sein oder sogar jammern, wenn die Alters- und Flächenarmut unser Land weiterhin in den Würgegriff nimmt. Spätestens wenn SOLVENCY II und die sogenannten Eurobonds den Rest der deutschen Spargroschen bei Banken oder Versicherungskonzernen vernichtet haben, werden hoffentlich auch die noch tief Gutgläubigen EU- und Euro- Freunde wachgerüttelt. Denn dann wird es das Land der glückseligen EU-Träumer nicht mehr geben. Dann ist Schluss mit lustig.Zum Autor:
Udo Piasetzky / Vorstandsvorsitzender / Deutscher Rentenschutzbund e.V.drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.deBild:  blandinelc / flickr.com (CC BY 2.0)



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