Blogs / 2014 / Mai

Die Banalität des Scheiterns eines Systems. Oder doch nicht?



Hat der Trainer von Real Madrid, Carlo Ancelotti, das System „Guardiola“ entschlüsselt und ein überlegenes ihm entgegengesetzt? Ist die Philosophie des spanischen Startrainers überholt und eindrucksvoll gescheitert? Wenn man das Spiel der beiden gegenwärtig wohl besten Mannschaften der Welt analysiert, kommt man zu dem Ergebnis, dass Real Madrid dem FC Bayern München in allen Belangen überlegen war: eine durchschlagskräftigere Offensive, eine nicht zu überwindende Defensive, ein zielführenderes Spiel mit dem Ball, eine besser aufeinander abgestimmte Organisation und eine funktionierende Abstimmung bei Standard-Situationen. Diese Überlegenheit jedoch einzig und allein auf ein dem System „Guardiola“ überlegenes System „Ancelotti“ zu schieben, wäre zu einfach.

Egal, ob als Trainer einer Fußballmannschaft oder als Manager eines Teams in einem Unternehmen, die entscheidende Frage ist oftmals nicht die der Philosophie oder des Systems, sondern die Implementierung des daraus entwickelten Plans. Die Frage des Systems oder der Management-Philosophie kann der Ausgangspunkt für die Entscheidung für einen Plan sein, sie ist jedoch nicht in erster Linie verantwortlich für das Gelingen oder Scheitern eines Plans. Während bei Bayern München die Spieler zuallererst für die erfolgreiche Umsetzung des vorgegebenen Plans verantwortlich sind, sind es in Unternehmen die Mitarbeiter. Weder Spieler noch Mitarbeiter sind dabei Figuren wie in einem Schachspiel, da sie nicht immer unbedingt das tun, was ihnen mit auf den Weg gegeben wurde, Fehler machen oder einfach nicht ihre Leistung erbringen.

Für Trainer und Manager bedeutet dies, dass sie ein Umfeld und Bedingungen schaffen müssen, in denen ihre Spieler und Mitarbeiter ihre optimale Leistung erbringen können. Im Falle von Real Madrid hat es Ancelotti geschafft, neben einem funktionierenden System jeden einzelnen Spieler zur Topform im entscheidenden Moment zu bringen. Guardiola dagegen ist es nicht gelungen, seine Spieler in Topverfassung zu präsentieren. Nicht sein System ist damit gescheitert, sondern die Spieler waren nicht in der Lage, sein System und den darauf aufbauenden Plan in der Praxis erfolgreich umzusetzen. In der gleichen Art und Weise, wie Spieler auf öffentlich getätigte Äußerungen reagieren, tun dies Mitarbeiter eines Unternehmens. Guardiola hat mit seinen Kommentaren zur abgehakten Meisterschaft ein Klima in seinem Team erzeugt, das zu suboptimalen Leistungen geführt hat. Manager sind in der selben Verantwortung, ihre Kommunikation so zu wählen, dass die Motivation und Bereitschaft ihrer Mitarbeiter erhalten bleibt, um Hochleistung zu erbringen, eine Philosophie zu vertreten und einen Plan erfolgreich umzusetzen.

Zu finden auf http://athletenwerk.wordpress.com/



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