Draghis letzter Versuch



Angst vor Deflation

Als die Staaten in der ehemaligen EWG noch ihre eigenen Währungen hatten, konnte man wirtschaftliche Schwankungen noch mit dem Instrument der AUF- und ABWERTUNG
einzelner Währungen regulieren und abfangen. Mit der Einführung der Gemeinschaftswährung beraubte man sich im Kunstgebilde der EU dieser Möglichkeiten!

Muss man also den Euro für alle Abwerten?

Genau ein solches Szenario möchte man vermeiden, weil dann sofort sichtbar wird, dass der Euro eine gefährliche Währungsbombe für alle Teilnehmerstaaten ist. Deshalb musste die Europäische Zentralbank den Leitzins im Euroraum nochmals von 0,25% auf 0,15% absenken. Gleichzeitig beschloss der Rat der EZB nach Angaben der Notenbank in Frankfurt, erstmals einen Strafzins von minus 0,10% für Bankeinlagen einzuführen. Diese Maßnahmen sind dem Grunde nach eine versteckte Abwertung des Euro, denn man macht diese Währung kleiner und billiger. Mit dem Maßnahmenpaket reagieren die Währungshüter auf die seit Monaten anhaltende extrem niedrige Inflationsrate. Mit den niedrigen Zinsen verbilligt man künstlich Kredite sowie Investitionen! Damit versucht man mit den begrenzten Mitteln der EZB einen Preisauftrieb zu inszenieren und möchte die Wirtschaft ankurbeln. Ein ungewollter Nebeneffekt ist das Explodieren der Börsenkurse!

Was man als „tolle“ Entwicklung feiert ist dem Grunde nach der Brandbeschleuniger für den Absturz.

Mit dem Strafzins für Bankeinlagen möchte die EZB die Inflation weiter antreiben. Diese Maßnahme dient nur einem Zweck: Sie soll den Euro schwächen und so Importe verteuern. EZB - Präsident Mario Draghi will die Banken dazu erziehen, überschüssiges Geld nicht bei der EZB zu parken! Dieses Geld sollen die Banken Verbrauchern und Unternehmen als Kredite anbieten. Verbraucher und Unternehmen sollen kaufen und investieren und so die Konjunktur ankurbeln, denn die Angst vor Deflation wächst quasi im Stundentakt! Mit den beschriebenen Maßnahmen hat EZB - Präsident Mario Draghi seinen letzten Joker ins Spiel gebracht. Mit den Zinssenkungen hat Mario Draghi sein wichtigstes Instrument zur Verbesserung der schwierigen Lage vollkommen ausgereizt. Die EZB und Mario Draghi haben damit den kalten Boden der Tatsachen erreicht! Zieht dieses Bündel von Maßnahmen nicht, dann wird uns eine Deflationswelle überrollen, wie sie Europa seit dem SCHWARZEN FREITAG an der WALL STREET noch nicht erlebt hat. Nicht nur der äußerst geringe Preisauftrieb schürt die Sorgen vor einer Deflation. Die unaufhaltsame Abwärtsspirale der Preise quer durch alle Warengruppen wird höchstwahrscheinlich dann Investitionen und Anschaffungen - > in Erwartung weiter sinkender Preise - > in fataler Art hinauszögern. Ein solches Szenario würgt jede denkbare Konjunkturerholung in Europa sofort ab und lässt weltweit die Börsen kollabieren.

Die Talsohle haben wir in den Euroländern und in den Staaten des Kunstgebildes der EU bereits erreicht!

EZB - Präsident Mario Draghi ist Banker und drückt sich verständlicherweise etwas diplomatischer aus: Der untere Rand ist heute erreicht! Sagte er am 05. Juni 2014 in Frankfurt. Draghi hält weitere kleinere „technische“ Anpassungen für möglich. Welche sagte er nicht! Der EZB - Präsident nimmt zwar die Sorgen der Sparer und Lebensversicherungskunden sehr ernst - > doch die Vermögens- und Geldvernichtung durch die Minizinsen kann Mario Draghi für diesen großen Personenkreis nicht mehr verhindern. Diese sogenannten Spargroschen sind für alle Zeiten verbrannt! Denn Zinssätze, die die EZB festlegen muss, gelten nur für Banken und nicht für die Menschen in den Euroländern! Nach dem Zinsentscheid der EZB ist der deutsche Leitindex Dax erstmals in seiner fast 26-jährigen Geschichte über die Marke von 10.000 Punkten gesprungen.

Umso tiefer wird der Absturz sein.

Denn der BIG BANG steht nicht mehr vor der Tür, sondern treibt sein Unwesen bereits im Hausflur! Die Behauptung des DRSB - > vor der Einführung des Euro - > man werde mit dieser Gemeinschaftswährung eine Währungsreform durchführen und Kleinanleger, Sparer und Lebensversicherungskunden sowie Rentenbezieher und abhängig Beschäftigte enteignen - > ist seit dem 05. Juni 2014 zur Realität geworden - > auch wenn es Mario Draghi noch vehement bestreitet! Sollten das Bündel der EZB - Maßnahmen nicht greifen - > dann werden die Euroländer nach der Deflation den nächsten Schock erleiden und den nennt man: Hyperinflation!


Udo Piasetzky / Vorstandsvorsitzender / Deutscher Rentenschutzbund e.V.

drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de

Bild: Mario Draghi - World Economic Forum Annual Meeting 2012CC BY-SA 2.0



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen