Ist PIMCO ein Trojanisches Pferd?


Ein trojanisches Pferd der USA in dem deutschen Allianzkonzern? Im Juni 2014 ging durch die Finanzwelt die Meldung, dass von Geschädigten der US-Finanzkrise Schadensersatz aus toxischen US-Wertpapieren in Höhe von 250 Milliarden Euro eingeklagt werden. Einer der Kläger ist PIMCO (Pacific Investment Management Company), eine Tochtergesellschaft der Allianz SE. Eine der Beklagten ist die Deutsche Bank.PIMCO ist seit dem Kalenderjahr 2000 eine 100%-Tochter von Allianz Global Investors of America, an der wiederum die Allianz SE zu 97 % und Pacific Life zu 3% beteiligt sind. Allianz zahlte für den Erwerb der Vermögensverwaltungsgesellschaft PIMCO einen Kaufpreis von 5 Milliarden Euro an den Alteigentümer Pacific Life und weitere 5 Milliarden Euro für weiche Kosten aus Halte- und Treueprämien für die Manager, damit diese ihren Dienst nicht vorzeitig quittieren. In der Bilanz der Allianz steht PIMCO mit Einstandskosten von 10 Milliarden Euro in den Büchern. Mit einem verwaltetem Vermögen von 2 Billionen Dollar ist PIMCO der größte Vermögensverwalter innerhalb des Allianz-Konzerns. Die verwalteten Kapitalanlagen der Allianz betragen zum 31. Dezember 2013 1,77 Billionen Euro. Das verwaltete Vermögen der Allianz für Dritte reduzierte sich zum 31. Dezember 2013 auf 1,36 Billionen Euro, weil fremde Kunden in großen Tranchen Gelder abziehen.Die handelnden Personen im PIMCO-DealPaul Achleitner wechselte am 31. Mai 2012 vom Vorstand bei der Allianz SE zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank. Im Vorstand der Allianz war Achleitner seit seinem Eintritt im Kalenderjahr 2000 für das Ressort Finanzen und Beteiligungen zuständig. Zuvor war er bei der US-Unternehmensberatung Bain & Company und der US-Investmentbank Goldman Sachs tätig.Als verdeckter Arbeitgeber des NSA-Mitarbeiters Edward Snowden machte Bain & Company jüngst von sich reden. Der PIMCO-Chef Bill Gross legt großen Wert darauf, auch nach der Übernahme durch die Allianz seine Geschäfte eigenständig zu führen. Dieser Anspruch wurde vertraglich festgelegt und ständig anwaltlich verteidigt. Auch legt Gross großen Wert auf die Feststellung, dass das Geschäftsmodell mit wissenschaftlichen Methoden und einer langfristigen Strategie ausgerichtet ist. Möchten unter diesen Umständen die handelnden Personen behaupten, von der Entstehung und dem Ursachen- und Wirkungszusammenhang der toxischen Wertpapiere aus der US-Subprime-Krise im eigenen Land nichts gewusst zu haben?Vor der Übernahme durch die Allianz waren für PIMCO auf dem nationalen Markt in den USA die Möglichkeiten zur Expansion ausgeschöpft. Nach der Übernahme durch die Allianz hat sich das Geschäftsvolumen bis heute verfünffacht. Somit ist PIMCO ein perfektes Geldeinpflegesystem für den Aufkauf von US-Staatsanleihen und Stützung des US-Finanz- und Wirtschaftssystems.
  • Wurde PIMCO deshalb in der öffentlichen Wahrnehmung permanent in den Himmel gehoben, um Geld aus Europa in Billionenhöhe in die USA zu locken?
  • Greift der Rechtsstreit um toxische Wertpapiere auf den großen Umfang von US-Staatsanleihen in den Büchern von PIMCO über?
  •  Warum versucht PIMCO den hohen Bestand an US-Staatsanleihen in der Öffentlichkeit zu verschleiern?
  • War Achleitner bereits vor der offiziellen Vorstandstätigkeit in der Allianz an dem Verkauf von PIMCO in den USA beteiligt? Welchem Zweck diente der PIMCO-Deal?
  • Warum zahlt die Allianz einen Kaufpreis von 10 Milliarden Euro für das Know-How eines Vermögensverwalters, wenn sie ihren Einfluss auf die Kapitalanlagen verliert? Warum zahlt man freiwillig einen Kaufpreis von 10 Milliarden Euro für eine Vermögensverwaltungsgesellschaft, um sich anschließend auf der Nase herum tanzen zu lassen?
  • Ist PIMCO ein Trojanisches Pferd der USA in der Allianz?
  • War der „erfolgreiche“ PIMCO - Deal die Eintrittskarte für Achleitner bei der Allianz?
  • Welche Rolle war Josef Ackermann bei der ungewöhnlich frühen Nominierung zum Vorstandssprecher bei der Deutschen Bank im Kalenderjahr 2000 zugedacht?
  • Welche Aufgabe hat der Co - Vorstand der Deutschen Bank Jürgen Fitschen als Vorstandsmitglied der Atlantik Brücke e.V.?
  • War Fitschen möglicherweise sogar maßgeblich an der Verhinderung zur Gründung einer unabhängigen europäischen Ratingagentur beteiligt? Welches Puzzle fehlt noch für die Vollendung des auch heute offensichtlich noch gültigen Morgenthau-Plans?

Mitte der 90ziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war es Think Tanks, sog. Denkfabriken, bereits bekannt, dass das hedonistische Wirtschaftswachstumsmodell von Immobilien als Konsumtreiber in den USA nicht ewig funktionieren würde. Zum 1. Januar 1999 wurde die Gemeinschaftswährung Euro unter starken Einfluss und Druck der USA als Zwangswährung in Europa durch das Kunstgebilde EU eingeführt. Diente der Euro von Anfang lediglich als zukünftige Auffangposition des US-Dollars, wenn die unnatürlichen und künstliche Wertschöpfung des US-Immobilienmarktes zusammenbricht?Denn ohne die US - Finanzkrise hätte es in Europa keine Währungskrise gegeben. Und ohne den Euro wäre ein massiver Angriff aus den USA auf Europa niemals möglich gewesen. Mit der Einheitswährung Euro, dem willkürlichen Vorgehen der US-Ratingagenturen gegen europäische Staaten und mit der willfährigen Hilfe der atlantischen Netzwerker in Brüssel hatten die USA in Europa ein Heimspiel. Wurden Angela Merkel die Worte „Banken sind systemrelevant“ und „der Euro ist alternativlos“ von Think Tanks oder von atlantischen Netzwerkern in den Mund gelegt? Das Bankensystem der USA wird von den europäischen Ländern bisher mit 1,6 Billionen Euro indirekt unterstützt. Der Gesamtschaden der US-Finanzkrise wird von Internationalen Währungsfonds auf 4 Billionen Dollar geschätzt. Der Schaden wird wesentlich größer sein.Können Allianz und Deutsche Bank nach der Klageeinreichung nur noch mit staatlicher Unterstützung in Bad-Bank-Modellen überleben? Müssen abhängig Beschäftigte und aktuelle und zukünftige Rentenbezieher den Schaden wieder tragen? Würde die Allianz den Ausgang des Schadensersatzprozesses zeitlich und wirtschaftlich überstehen, wenn sie zuvor eine Wertberichtigung auf die eingeklagte Schadenssumme in der Bilanz vornehmen würde? Ist es Ziel der USA, die Deutschland AG nach 14 Jahren mit der Klageeinreichung von PIMCO endgültig zu vollständig zerstören?Eine vorgeschriebene Gewinnwarnung zur Verhinderung von Insiderhandel nach dem Wertpapierhandelsgesetz haben weder Allianz noch Deutsche Bank herausgegeben. Gehen mögliche Ausfälle von US-Staatsanleihen alleine zu Lasten der Kundengelder der Allianz?  Weil höchstwahrscheinlich die Allianz dieser Gelder im eigenen Namen verwaltet und möglicherweise eine Konzernhaftung gegenüber fremden PIMCO-Gläubigern greift? Ein neues IKB-Syndrom? Im Fall IKB mussten die deutschen Steuerzahler die Last getragen. Kann die Allianz den Verpflichtungen aus fälligen Versicherungsleistungen noch durchlässig nachkommen? Wiederholt sich bei der Allianz mit PIMCO ähnlich wie bei Swiss Life das AWD-Syndrom in gigantischen Dimensionen?Die Allianz hat ein rechnerisches Eigenkapital von 53,5 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der Deutschen Bank beträgt rechnerisch 55,5 Milliarden Euro. Wie will man im Rechtsstreit Schäden im dreistelligen Milliardenbereich wirtschaftlich überstehen? Da aus Sicht der Allianz es in dem Rechtsstreit um zwei getrennte Geschäftsvorfälle handelt, ist eine stille Saldierung einer notwendigen Wertberichtigung und eines womöglichen Schadensersatzanspruches unzulässig. Aufgrund der international gültigen Bewertungsmethode des Imparitätsprinzips sind noch nicht realisierte Verluste auszuweisen, während noch nicht realisierte Gewinne nicht ausgewiesen werden dürfen. Dieses Vorsichtsprinzip dient sowohl dem Gläubigerschutz als auch der Sperre von Ausschüttungen nicht realisierter Gewinne.Ist womöglich der hohe Bestand an Staatsanleihen in den Büchern der Allianz ein Vorgriff auf das verabschiedete EU-Gesetz Solvency II? Gemäß Solvency II sind Versicherungen in der EU faktisch unter der Aufsicht der EZB gezwungen, das Altersvorsorgevermögen ihrer Kunden in Staatsanleihen anzulegen. Die Wiedereinführung der D-Mark vor Einführung von Eurobonds sowie eine Aufhebung von Solvency II könnte das deutsche Finanzsystem noch vor dem Kollaps retten. Obwohl vermutlich die Allianz bereits mit der Klageeinreichung sich selbst und das deutsche Finanzsystem schwer geschädigt hat. Zum Autor:
Udo Piasetzky / Vorstandsvorsitzender / Deutscher Rentenschutzbund e.V.drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
Bild:  Stefan Kühn / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)  



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