Demokratie und Theater



Die Süddeutsche schrieb http://www.sueddeutsche.de/digital/debatten-im-netz-hart-aber-fair-1.2085039 "Eine deprimierende Erkenntnis mancher aus dem Ruder laufender Netzdebatte lautet nämlich: Zahlreiche Kommentatoren sind nicht einmal Leser (geschweige denn Abonnenten), sie nutzen lediglich die Öffentlichkeit des jeweiligen Mediums, um ihre Ansichten breitzutreten. Dass sie diese bekommen, ist häufig schlicht Ergebnis beständigen Wegsehens. "Hart moderieren" lautet der Ansatz, der auch außerhalb des Netzes nicht unbekannt ist: Die geachtete Institution eines Parlaments würde innerhalb weniger Stunden zu einem Palaverabgrund, würde man dort alle Regeln abschaffen oder deren Einhaltung nicht mehr kontrollieren."

Auf XING fragte Andreas Thimm daher: Ist das "Projekt Social Media" vielleicht bereits am Ende?

Nein, antwortete ich. Social Media ist natürlich nicht am Ende. Die Demokratie ist ja auch weniger durch die Einmischung des "Pöbels" gefährdet als durch die Ausnutzung durch Machtgierige Mitspieler.

Aber wer oder was sind (machtgierige) Mitspieler?

Ganz einfach: "Pöbel" sind im demokratischen Theater diejenigen, die selbst nicht mitspielen dürfen, aber als zahlendes Publikum des Theaters gebraucht werden. "Mitspieler" sind diejenigen, die auf der Bühne stehen, oder aus dem Orchestergraben heraus die Begleitmusik machen oder soufflieren oder backstage auf ihre Chance warten, durch Mikrofon und Kamera zu "den Menschen" sprechen zu können.

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Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Volksb%C3%BChne_Berlin_Winter.JPG gemeinfrei



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